Capoiuuerea Capri !89
nkchS Jllyricn, ist auf einem felsigen Eilande i», Meerbusen von Triest gelegen und durcheine 2800 F. lange, steinerne Brücke mit dem Lande verbunden. Die verfallenen Mauernund Befestigungen, sowie eine Menge alter Gebäude geben dem Orte schon von außen eindüsteres Aussehen, das die engen Straßen noch erhöhen. Unter den zahlreichen Kirchen istdie Domkirche, ein altes ehrwürdiges Gebäude mit schönen Sculpturcn und Gemälden, diemerkwürdigste, nächst ihr verdient das im alkerthümlichen Stil erbaute Nathhaus Beachtung.Sie ist Sitz eines Domcapitels des vereinigten Bisthums Triest und der Salinendirectionfür das Littorale und hat zwei Klöster, ein Gymnasium, zwei Hauptschulen, ein Theater,mehre Hospitäler und eine Strafanstalt. Das Trinkwasser, an welchem cs gänzlich fehlt,wird durch eine Wasserleitung herbeigeführt und durch in Cistcrnen aufgefang'-nes Negen-wasser erseht. Die Zahl der Bewohner beläuft sich auf 6000, welche Leder und Seife ver-fertigen, beträchtliche Küstenschiffahrt und Fischerei, Wein- und Ölbau und nächst den letztemmit Seesalz Handel treiben, das. sie in Baisalzschlämmercicn in großer Menge gewinnen.Die Stadt hieß im Alterthume Ägida; nach der Eroberung durch den oström. Kaiser Ju-stinian l. im 6. Jahrh. n. Ehr. wurde sie zu Ehren des Oheims desselben Zustinopolis genannt.Später machte sie sich unabhängig vom griech. Kaiserreiche und bildete einen Freistaat, bissie im l0. Jahrh. unter die Herrschaft der Venetianer kam. Venedig mußte C. im 14. Jahrh.an die Genueser abtreten, unter deren Botmäßigkeit cs bis 1418 blieb, wo sie von den Vene-tiancrn wieder vertrieben wurden, die cs nun zur Hauptstadt von Istrien erhoben. MitIstrien kam es dann an Ostreich.
Caponnieren heißen im Allgemeinen bedeckte bombenfc-ste Räume oder Gänge inFestungen, welche entweder eigene zur Verteidigung des Haupt- oder Navelingrabens be-stimmte abgeschlossene Werke bilden, oder blos sichere bedeckte Gänge sind, welche die Außen-werke mit dem Hauptplatz verbinden. Vertheidigungs-Caponnieren sind in der neuernBefestigungsmanier Lieblingswerke der Ingenieurs geworden, meist von Mauerwerk auf-gesührt, zu Geschütz und Kleingewehr eingerichtet und zuweilen mehre Etagen hoch. In neuernFestungen, wie Koblenz, Posen, Ingolstadt u. f w., machen die Graben-Caponnieren einenwesentlichen Bestandteil des Befestigungssystems aus. Es sind dann förmlich abgesondertekasemattirte Gebäude, wie schon Montalembert sie angegeben hat. Zuweilen sind es auchbloße mit gemauerten oder Erdbrustwehren zu beiden Seiten eingefaßte und mit Gewehr-scharten (Creneaux) versehene Gänge, welche oben mit einer Balkendecke, auf welche Erdegeschüttet ist, überdeckt sind. Haben Caponnieren blos den Zweck, die eine Seite des Grabensmit rasirendem Feuer zu bestreichen, so heißen sie halbe Caponnieren, sollen sie dies aberzu beiden Seiten thun, so nennt man sie ganze Caponnieren. Befinden sie sich in denausspringenden Winkeln dcrContrescarpe, so werden sie Rücken-Caponnieren genannt(6sponiiieres ü len üo rsvsrs). Bei allen Vortheilen, welche die Caponnieren darbieten kön-nen, haben sie doch den Nachthcil, die Verthcidigungsmittel zu zersplittern und zu isoliren, -und überhaupt das Vertheidigungswerk zu »erkünsteln, weshalb sie viele Gegner finden.Überhaupt muß es künftigen Belagerungen Vorbehalten bleiben, den großen und vielleichtüberschätzten Nutzen zu rechtfertigen, den man sich von dem Caponnierensystem verspricht.Mit den Caponnieren sind die Co sfr es (s. d.) nicht zu verwechseln.
Capri, bei den Alten Capreä, eine der reizendsten Inseln des Toscanischen Meers,auf deren kleinem Raume Naturschönheiten, Ruinen und geschichtlich merkwürdige Punktein reichem Maße abwechscln, liegt am Eingänge des Golfs von Neapel, dem VorgebirgeMaffa und Campanella gegenüber. Sie hat kaum den Flächenraum einer lUMei'.e und gegen4000 E. Capri, der größere aber ärmere Theil, nimmt die Ostseite, Anacapri, der klei-nere, aber fruchtbare Theil, die Westseite der Insel ein. Das zwischen zwei hohen Felsengelegene, mit Mauern, Thoren und Zugbrücken verwahrte Städtchen Capri, welches der Sitzeines Bischofs ist, bietet einen herrlichen Anblick. Auf einem in Felsen gehauenen Fußsteigvon 536 Stufen gelangt man nach dem Städtchen Anacapri mit seinem aus der Zeit KaiserFriedrich's l. hcrstammeudeu Castell. In Capri, dem einzigen Landungsplätze der Insel,das zur Zeit des Angustus und Tiberius, der hier mehre Jahre sich aufhielt, einen feenartigenAufenthalt gewährte, wohnen jetzt arme Fischer, Schiffer und einige Handelsleute, in Ana-eayei Winzer und Olivenpflanzer. Wo nur hier ein Baum zu wurzeln vermag, da haben