188 Capmany y de Montpalau Capo d'Jstria
kigkcit. - C a p i t u l a t i o n heißt im Allgemeinen ein Vertrag zwischen Sieger und Besiegten,wegen Einstellung des Kampfes. Wenn die Besatzung eines belagerten Platzes kein Vertheidi-gungsmittel mehr zu besitzen glaubt, keinen Entsatz zu hoffen hat, oder gänzlichenMangel anLebensmitteln oder Trinkwasser leidet, so steckt sie gewöhnlich die weiße Fahne auf, zum Zeichen,daß sie wegen der Übergabe unterhandeln und capituliren will. Hierauf wirddasFeuereingestellt, man sendet Parlamentairs (s. d.) ab, um die Bedingungen der Übergabefcstzustellen, welche der capitulirende Theil so vortheilhaft und so ehrenvoll als möglich znerlangen strebt. Eine sogenannte ehrenvolle Capitulation kann nur dann abgeschlossen wer>den, wenn die Bresche im Hauptwall bereits offen und der Sturm unausbleiblich ist. Denhöchsten Ruhm erwirbt aber eine Besatzung, wenn sie auch dann noch jede Capitulation ver-schmäht und cs vorzieht, die Bresche mit dem Degen in der Faust zu vertheidigen. Capitu-lationenim freien Felde erfolgen, wenn einzelne Truppentheile von ihrem Hauptcorpsabgeschnitten sind, und keine Möglichkeit mehr vorhanden ist, sich zu demselben durchzuschla-gen und so sich wieder mit ihm zu vereinigen. Die Geschichte stellt mehre Beispiele solcherKapitulationen auf, wo zaghafte Befehlshaber oder entmuthigte Truppen es vorzogen, sichlieber dem Feinde zu ergeben, als den Versuch zu wagen, sich durchzuschlagen. — Capitu-lation nennt man auch den Vertrag eines Soldaten mit seinem Obersten über freiwilligeVerlängerung seiner abgelaufenen Dienstzeit. Zu der Zeit, wo die meisten Heere aus An-geworbenen bestanden, betrug die einfache Capitulation gewöhnlich acht Jahre.
Capmany y de Montpalau (Don Antonio de), einer der gründlichsten Sprach-und Alterthumsforscher Spaniens, geb. am 24. Nov. 1742 zu Barcelona, erhielt in demdortigen Collegium seine erste wissenschaftliche Bildung. Er wählte zuerst die militairischeLaufbahn und machte den Feldzug von 1762 gegen Portugal mit, entsagte aber 1770 demMilitairdienste und erhielt nun den Auftrag, eine Colonie catalonischer Handwerker undGärtner nach der Sierra-Morena zu führen und als Commissar zu beaufsichtigen, welchemAmte er unter der Oberleitung des Gründers dieser Colonicn, Don Pablo Olavide, bis zudessen Absetzung Vorstand. Als er hierauf sich nach Madrid zurückbegab, hatte er bereits denRuf eines der tüchtigsten Philologen und wurde daher sogleich zum Mitglieds der königlichenAkademie der Geschichte ausgenommen, die ihn 1790 zum beständigen Secretair erwählte.In diesem ehrenvollen Berufe und mit rastloser Thätigkeit den Studien obliegend, lebte erin der Residenz bis zu deren Besetzung durch das franz. Jnvasionsheer im J. 1808. Alseifriger Patriot flüchtete er sich, Alles, selbst sein krankes Weib zurücklassend, nach Sevilla.Während des Befreiungskriegs spielte er eine glänzende Rolle, bald durch seine Reden dieVaterlandsvertheidiger ermuthigend, bald als Deputirter in den Cortes von 1812 und 1813die Rechte der Nation vertheidigend, bis auch er der damals in Cadiz grassircnden Epidemieerlag und dort am l4.Nov. 1813 starb. Von seinen historischen Werken sind die vorzüglichsten
„NIemoriss bistöricss «obre lg muriner, cainerci» ^ srtes rls la sntigua ciuclrxl cls Barce-lona" (4 Bde., Madr. 1779—92), „(lödiAo tle las cnstumbres maritiinas <Ie Barcelona"(2 Bde., Madr. 1791,4.), welche nicht blos für die Geschichte von Barcelona, sondern für dieGeschichte des Handels, der Industrie und des Seerechts im Mittelalter überhaupt von derhöchsten Wichtigkeit sind. Ferner die von ihm herausgegebencn und erläuterten „O, «lensmrascle las srmaflas navales <Ie la corona <Ie ^ra^nn" (Madr. 1787, 4.) und die „^nti^nn-lrataclos cle paces xalian-ias entre slFiinos Rsxes llo^ragon" (Madr. 1786,4.), sowie die„Ouestiones crlticss sobre varios ^untos cls Instoria cconciinica, polltica )' wilitar" (Madr.1807). Fast noch größer» Ruf erwarb er sich durch seine philologisch-literarischen Werke,die„rilozo6a(lela elocuencia" (Madr. 1777 ; verbesscrtcAufl.,Lond. 1812; Gcrona 1826und öfter), „ll'eatro bistürico-cri'tico tle la elocuenci» castellana" (5 Bde., Madr. 1786—
94),wiederabgedruckt unter dcmTitel„2'esorockei>rosa<Ioresosi>2noI<:8(Bd. >,' Par. 1841).Insbesondere machte er sich um die komparative und lexikalische Darstellung der span, undfranz. Sprache verdient durch die ,,^rte clo traelucir <1el iclioma Irances al casiellaao"(Madr. 1776, 4.; neue Ausg. von Galiano und Salvä, Par. 1835) und des „viccionurio4rances-k«-pLAoI" (Madr. 1805, 4.). überhaupt gelten alle Schriften C.'s als Musterder Sprachreinheit und^chtcastilischen Stils.
Capo d'Jstria, die Hauptstadt desJstrianer Kreises inGttbcrnium Triest dcsKönig-