Druckschrift 
3 (1845) Buchholz bis Czongrad
Entstehung
Seite
183
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Capistranub Capital 183

Capistränus (Johannes), gcb. am 21. Juni >386 zu Capistrano, einem neapolit.Städtchen in Abruzzo ulteriorc, genoß von Jugend auf trefflichen Unterricht und widmetesich hierauf dem Studium der Rechte, das er aber in seinem 3». Jahre mit dem der Theo-logie vertauschte, zu welchem Behufs er in den Franciscanerorden trat. Sehr bald ward erwegen seiner Sittenstrenge und besonders wegen seines Eifers gegen die sektircrischen Frati-ccllen in Oberitalien bekannt und erhielt deshalb seit >126 von den Päpsten Martin V.,Eirgen IV. und Felix V. den Auftrag, sich ganz der Ausrottung des Sektenwcsens zu wid-men, was er dcmrauch beinahe 25 Jahre lang gewissenhaft that. Nachdem er > 4 >3 Gencral-vicar der sogenannten Observanten oder strenger» Franciscaner geworden war, ernannte ihnNikolaus V. >450 zu seinem Legaten in Deutschland, um den hussitischen Ketzereien einEnde zu machen und die Deutschen zu einem Kreuzzugc gegen die Türken zu begeistern.Sein Ruf bereitete ihm dort überall, wo er hinkam, die ehrenvollste Aufnahme. Nament-lich in Wien erreichte die Begeisterung für ihn den höchsten Grad. Stunden lang horte dasVolk auf öffentlicher Straße in gedrängten Massen seinen Predigten zu, obschon er, der deut-schen Sprache nicht mächtig, nur lateinisch sprach. Auch gegen die Hussiten predigte er inMähren mit Erfolg, doch sah er sich endlich, da der Neichsstatthalter Georg Podiebrad undder Erzbischof von Prag, Nokyczana, ihm in seiner Wirksamkeit hinderlich wurden, genöthigtzu fliehen. Hierauf ging er >453 nach Breslau, wo man ihn gleich einem Apostel empfing.Durch seine Predigten, ganz im Tone der alttestamentlichcn Propheten, und durch angeb-liche Wunder wurden die dasigcn Einwohner bewogen, Karten, Bretspiele, Schmuck undandere Gegenstände des Luxus öffentlich in großen Massen zu verbrennen. Nachdem er da-selbst ein Kloster nach der strengen Regel Bernhard's eingerichtet, eine große Untersuchungwegen angeblich durch Juden entweihter Hostien gehalten und dem Nachrichter im Folternder Anschuldigtcn persönlich Unterricht ertheilt hatte, begab er sich nach andern Orten Schle-siens und später nach Krakau, wo er gleichen Beifall fand und ähnliche Grausamkeiten ver-übte. Als er vergebens auf dem Reichstage zu Frankfurt am Main im Scpt. >454 und zuWienerisch-Neustadt im Febr. >455 die deutschen Fürsten zu einem Kreuzzuge gegen dieTürken zu bewegen versucht hatte, wendete er sich mit dieser Angelegenheit an das Volk. Inder That gelang es ihm, eine große Menge für seinen Zweck zu gewinnen, die er nach Un-garn führte, wo er wesentlich zur Entsetzung des von den Türken belagerten Belgrads, am6. Aug. 1456, beitrug. Er starb an einem Fieber, welches er sich auf dem Schlachtfelde vorBelgrad zugezogen hatte, im Kloster zu Jllock am23.Oct. >456. Der Ruf seiner Wunder-thaten verbreitete sich vorzüglich nach seinem Tode, und zahlreiche Scharen wallfahrtetennach seinem wunderthätigen Grabe. Durch Alexander V»l. wurde er zum Heiligen erho-ben und der 23. Oct. zu seinem Festtage geweiht. Er hinterlicß mehre theologische Abhand-lungen und Streitschriften, die aber sämmtlich ohne Werth sind.

Capital», das ital. cupitunn, das span, cspituu, bei den Römern ceuturio (s. Cen-turie), bei den Deutschen Hauptmann, heißt der Befehlshaber einer Compagnie von 100—200 M. (S. auch Kapitani und Kapudan.) Früher, wo die Inhaber der Com-pagnien die Löhnung der beurlaubten Mannschaften bezogen, wurden die Compagnien voneinem Stabscapitain befehligt. 6s;>ititioe general war sonst in Frankreich mit Marschallgleichbedeutend; 6»i>itai»e »le j-uickes heißt in Frankreich der Offizier, der die Aufsichtüber die Boten und Wege führt und die Marschrouten entwirft; Lapitsine ck'ubei den Deutschen sonst Nüst- oder Rvttmeister genannt, der Unteroffizier, welcher die Auf-sicht und Verwahrung der Waffen und Montirungsstücke einer Compagnie über sich har.— See- oder S chiffscapitain heißt der Befehlshaber eines Linienschiffs oder einerFregatte, sobald kein Admiral sich am Bord befindet; hoch hat der Schiffscapitain, da inder Regel 800—1000 M. unter seinem Befehle stehen, meist den Rang eines Obersten derLandarmee. Uneigcntlich führen den Titel Capitain auch die Führer der Post- und Kauf-fahrteischiffe, da sie als bloße Schiffer keinen besonder« Rang haben. — Eeneralcapi-rain ist in Spanien der Titel für den an der Spitze einer Provinz stehenden Obergeneral.

Capital ist ein Vorrath in der Vergangenheit erzeugter Güter. Seine nationalöko-nomische Wichtigkeit beruht darauf, daß es bei den meisten productive» Arbeiten unumgäng-lich ist, zur rechten Zeit den crfodcrlichcn Vorrath von Gütern bereits zu besitzen, wenn man