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3 (1845) Buchholz bis Czongrad
Entstehung
Seite
181
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Capetinger ivi

nicn fortdauert. Ludwig Vll. oder der Jüngere erhielt durch seine Heiralh mit Eleonorevon Guyenne, der Erbin der Besitzungen des Herzogs von Aquitanien, einen bedeutendenZuwachs seiner königlichen Macht. Schon 13-l l wurde er aber vom Papste Jnnocenz II.in den Bann gethan, weil er den Bischof zu Bourges eigenmächtig eingesetzt hatte. AusRache überzog er den Anstifter dieser päpstlichen Ungnade, den Grafen Thibaut von derChampagne, mit Krieg, verheerte Vitry und verbrannte daselbst eine mit mehr als tausendMenschen angefüllte Kirche. Voll Reue und Schwermuth wollte er diese Unthat sühnen,indem er das Kreuz nahm und mit 100000 M. in den Orient zog. Nach zweijährigen Un-glücksfällcn kehrte er nach Frankreich zurück, fand hier seine Gemahlin Eleonore treulos undverstieß dieselbe l > 52, nachdem sein Minister Suger gestorben, der die Trennung aus politi-schen Gründen verhindern wollte. Eleonore gab hierauf ihre Hand und ihr Erbe Hein-rich Plantagenet, der schon Herr von Anjou, Maine und der Normandie war und durchdiese Heirath dreimal mächtiger als der König von Frankreich ward. Als derselbe H55auch die Krone von England erhielt, würde es wahrscheinlich um den Thron des schwachenLudwig geschehen sein, hätten ihm nicht die Unruhen in England zu schaffen gemacht. Lud-wig starb 1180. Aus seiner Ehe mit Eleonore hinterließ er Maria, die Gemahlin des Gra-fen von Champagne, und Alix, vermählt mit dem Grafen von Blois; aus der zweiten Ehemit Constanze, der Tochter des Königs von Castilien, Margarethe, die Witwe Heinrichs II.von England, später vermählt mit Bela, dem Könige von Ungarn, und aus der dritten Ehemit Alix, der Tochter Thibaut's von Champagne, Philipp August, der zehn Monate vordes Vaters Tode im Alter von 15 Jahren die Regierung ergriff; ferner zwei Töchter, Alix,vermählt mit dem Grafen von Ponthieu, vorher verlobt mitRichard Löwcnherz, und Agnes,erst die Gemahlin des Kaisers Alexis'II., dann dessen Mörders, AndronikuS'I. PhilippAugust (s. d.), wol der größte Fürst seines Stamms, starb I22Z. Gegen den Willenseiner Verwandten hatte er sich mit Isabelle von Hainault, einer Urenkelin des letzten Karo-lingers, vermählt und so die Interessen beider Häuser vereint. Mit ihr zeugte er Ludwig VIII.oder den Löwen, der ihm in der Negierung folgte, nicht ohne Glück regierte, aber schon 1226Karb, wie man behauptete an Gift, das ihm Thibaut von Champagne, der Liebhaber seinerGemahlin, Bianca von Castilien, beigcbracht hatte. Mit Letzterer zeugte er Philipp, dervor dem Vater starb, Ludwig IX. oder den Heiligen, der ihm auf dem Throne folgte, Ro-bert, gest. 12-19, den Stammvater des Hauses Artois, das nach sechs Generationen 1172erlosch, AlfonS, Grafen von Poitiers, welcher sich mit der Erbin von Toulouse vermählte,1271 kinderlos starb und damit dieses Gebiet an die Krone brachte, und Karl, gest. 1205,oen Stammvater des Hauses Anjou, das den Thron von Neapel bestieg.

Ludwig IX. (s.d.) starb 1270 vor Tunis. Er hatte mit seiner Gemahlin Margarethe,der Tochter des ältcrn Grafen von der Provence, elf Kinder: Ludwig, der > 0 Jahre alt vordem Vater starb; Philipp, der die Krone erbte; Johann Tristan, gest. 1270; Aolanthc.Erbin von Revers, vermählt mit dem Grafen von Flandern; Peter, Graf von Alencon;Johanna von Chatillon, Gräfin von Blois; Jsabella, vermählt mit dem Könige von Na-varra; Bianca, vermählt an Fernando de la Cerda; Margarethe, die Gemahlin des Her-zogs von Brabant; Agncsc, die Gemahlin Robert's II. von Burgund, und Robert, denStammvater der Dynastie Bourbon (s. d.). Philipp III. oder der Kühne brachte von demKreuzzugc gegen Tunis den Sarg seines Vaters, zweier Brüder und zweier Onkel zurück.Diese Todesfälle brachten ihm nicht allein die Krone, sondern auch Poitou, Auvergne undToulouse ein. Sein Sohn Philipp der Schöne gewann überdies durch seine Verheirathungmit Johanna von Thibaut die Champagne und Navarra. Diese neuen Besitzungen undder Plan, seinem Onkel, Karl von Anjou, den Thron von Neapel zu sichern, verwickelten ihnin die span, und ital. Streitigkeiten. Navarra unterwarf er sich 1276, aber in Castilienkonnte er seine Neffen, die Kinder Cerda's, nicht aufrecht erhalten. Um sich der sicilian.Vesper wegen zu rächen, brach er gegen Peter von Aragonien, den Nebenbuhler seinesOnkels, in Catalonien ein und starb daselbst 1285 an der Pest. In seiner Ehe mit Jsabellavon Aragonien zeugte er Ludwig, der sehr jung an Gift starb, Philipp den Schönen, derden Thron erbte, Karl, Graf von Valois, dessen Nachkommen sich bald des Throns vonFrankreich bemächtigen sollten, und Robert, der sehr jung starb. Maria von Brabant, seine