Capella Capellen (Godard Alex. G-erard Phil., Baron van der) 177
und „HUAHC- Opet et I» troi8ieme rucejusciu^kkilippe ^»Allste" (I Bde., Par. 1839),in denen sich diese Einseitigkeit noch greller herausgestellt hat, nur mit Vorsicht zu gebrau-chcn sind. Bei der Ausarbeitung dieser umfassenden Werke hat C. noch Muße gefunden, dieZeitgeschichte zu behandeln. Seine wichtigste Schrift in dieser Beziehung ist die „Li-toir««Io I» restkmration et <ies csuses hin ont »mene Is cbute <le Is krancks sinee <>e» 6c>ur-o<,n8. ksr un komme 6'Ltut" (10 Bde., Par. 1831; neue Ausg., 4 Bde., 1842), zu derDccazes und dessen Anhang die Materialien geliefert haben. Dieses Werk, dessen Unpar-teilichkeit sich im Ganzen rühmen läßt, ist indessen sowie seine „kkirope ponll-mt le consnlstet I'empire lle Kspoieon" (12 Bde., Par. 1839—41) und seine „Ont fours" (2 Bde.,Par. 1841; deutsch, Frcib. 1843) mannichfacher Berichtigung fähig. C. bereitet ein um-fassendes Werk über die Geschichte der Julidynastie vor, als dessen Vorläufer „I-e gvnver-neinent tis äuillet, Ik8 portis et les komme» politihue»" (2 Bde., Par. 1835) betrachtetwerden kann. Leider verräth sich in dieser Schrift ein gänzliches Verkennen der demokrati-schen Tendenzen, die in der neuesten Geschichte Frankreichs eine so bedeutende Rolle spielen.Sein historischer Roman „luchus» II ü 8t.-6ermuin" (2 Bde., Par. 1833) und sein „Vieeis 8t.-Vmceut tls ksule" (Par. 1827) haben geringen Werth.
Capella (Marcianus Minucius Felix), ein gelehrter Grammatiker in der zweitenHälfte des 5. Jahrh., wurde zu Medaura in Afrika geboren, zu Karthago erzogen und be-kleidete in der Folge das Amt eines röm. Proconsuls. Um 470 v. Ehr. schrieb er zu Nom ineinem schwülstigen und theilwcise unreinen Latein ein aus Prosa und Versen wunderlich zu-sammengesetztes Werk unter dem Titel „8stiricon", welches eine Art Encyklopädie enthältund im Mittelalter eifrig gelesen, erklärt und beim Unterricht in den Wissenschaften benutztwurde. Das Ganze besteht aus neun Büchern, von denen die beiden ersten, „De iniptü»pkilologioe et Aleroirii", eine unterhaltende allegorische Geschichte der Vermählung desMercur mit der Philologie enthalten, die übrigen aber über die sieben freien Künste han-deln. Außer der ersten Ausgabe (Vicenza 1499, Fol.) erwähnen wir hier die neueste, inkritischer und exegetischer Hinsicht ausgezeichnete Bearbeitung von Kopp (Franks. 1830, 4.).
Capellen (Godard Alex. Gerard Phil., Baron van der), geb. am 15. Dec. 1778,gehört zu den Staatsmännern, die unter allen Verhältnissen den Grundsätzen der Moraldurchaus treu blieben. Seinen Vater, einen heftigen Antioranier, der durch die Verteidi-gung der Festung Gorkum im I. 1787 gegen die Preußen sich bekannt machte, verlor er be-reits als neunjähriger Knabe. Nach einer trefflichen Erziehung trat er 1803 als Secretairder Departementsrechenkammer zu Utrecht in Staatsdienst. Unter der Verwaltung desRathspensionairs Schimmelpenninck wurde er 1805 Mitglied des Finanzraths zu Utrecht,1806 beförderte ihn König Ludwig zum Assessor des Präfecten und später zum Geuc-ralsecrctair des Departements Utrecht. In Ostfriesland war er 1808 mit van Hooffund Bangeman Huygens Commiffar bis zur Besitznahme dieser Provinz und blieb so-dann dort als Präfcct, bis er 1809 zum Staatsrath und bald darauf zum Minister desCultus und der innern Angelegenheiten ernannt wurde. Während der ftanz. Herrschaftlehnte er jedes Amt beharrlich ab, verließ Holland und lebte in Deutschland bis zum Der.1813, wo er zum Generalcommissar des Departements der Zuiderzee (Nordholland undUtrecht) und bald darauf zum Staatssecretair für Handel und Seefahrt berufen wurde.Diese letztere Stelle trat er jedoch nicht an, da er von Wilhelm I. im Mai 1814 nachBrüssel gesandt wurde, um dort als niederländ. Commiffar bei dem GeneralgouverneurBaron von Vincent zu fungiren, welcher im Namen der fünf Mächte die belg. Provinzenverwaltete und bei dem Commissare einer jeden dieser Mächte accreditirt waren. Als im Aug.1814 die Regierung Belgiens seinem Fürsten übertragen wurde, trat er als Staatssecretairan die Spitze des belg. Ministeriums, bis ihn der König bei Vereinigung Belgiens mit Nie-derland zum Generalseeretair und Generalgouverneur von Niederländisch Indien ernannte.Die großen politischen Ereignisse verhinderten jedoch seine Abreise nach Ostindien, sodaßihm im Jan. 1815 eine geheime, sehr wichtige Mission beim wiener Congreß aufgetragenwurde, nämlich der Beitritt zu dem zwischen Frankreich, England und Ostreich abzuschlie-ßcndcn geheimen Vertrage, welcher jedoch durch die Rückkehr Napoleon's nach FrankreichEcnv.-ker. Neunte Allst. III. 1-2