178 Capellen (Theodorns Frederik von) Capello
nicht zur Ausführung kam. Im Oct. 1815 reiste er mit seinen College» nach Indien, wo ecbis zum Febr. 1826 als Eencralgouverneur blieb. Nach seiner Zurückkunft wollte er keineactive Stellung mehr annchmcn und lehnte mehre diplomatische Sendungen und verschie-dene Anträge zur Übernahme von Ministerien unter Wilhelm I. und Wilhelm II. ab. ImI. 1828 übernahm er jedoch das Präsidium des Curatoriums der Universität zu Utrecht;auch wohnte er 1838 als außerordentlicher Gesandter der Krönung der Königin Victoriazu London bei und zeigte in derselben Eigenschaft am brit. Hofe 18 -tv die ThronbesteigungWilhcim's ll. an, welcher ihn nicht lange nachher zum Obcrkammerherrn ernannte. Er lebtgegenwärtig in stiller Muße auf seinem Landgute Vollenhoven an der Bild bei Utrecht.
Capellen (Thcodorus Frederik van), geb. zu Nimwegen am 6. Scpt. 1762 vondeutschen Mtern, trat schon in einem Alter von zehn Jahren in die Marine der VereinigtenNiederlande. Er wurde 1778 Lieutenant und zeichnete sich am I. Juni 1781 am Bord derFregatte De Briel beim Zusammentreffen mit der engl. The Crescent rühmlichst aus, wor-auf 1783 seine Ernennung zum Capitain erfolgte. Im I. 1792 wurden mehre Kanonen-boote unter seine Befehle gestellt, mit denen er dem General Dumouricz, als dieser Hollandmit einem feindlichen Einfalle bedrohte, Widerstand leistete; erfolglos aber suchte er sich indem Winter von 1794 der franz. Occupationsarmee zu widersetzcn. Nach dem Ausbrucheder Revolution in Holland im I. 1795 lebte er in der Zurückgezogenheit bis 1799, wo erden Befehl eines Theils der Holland. Flotte übernahm, mit der er sich den Engländern ergab.Da er deshalb vor ein Kriegsgericht gcfodert, sich nicht stellte, ward er in contumaciamzum Tode verurtheilt und lebte hierauf in England. Erst gegen Ende des I. 1813 kehrteer in das neugestaltete Vaterland zurück und ward zum Viccadmiral ernannt. Im I. 1815erhielt er den Befehl über die niedcrland. Flotte, die sich zur Expedition gegen die Raubstaa-ten mit der engl. Flotte unter dem Befehl des Admirals Lord Exmouth vereinigte. Er zeich-nete sich beim Bombardement Algiers am 27. Aug. 1816 rühmlichst aus und hatte großenAntheil am glücklichen Ausgange des Unternehmens, was sowol von Seiten Englands wieseines Vaterlands anerkannt wurde. Seiner geschwächten Gesundheit und des vorgerück-ten Alters wegen nahm er hierauf seine Entlassung aus dem activcn Seedienste, wurde1822 Hofmarschall des Prinzen von Oranien und starb zu Brüssel am l 5. Apr. 1823.
Capello (Bianca), eine edle Venetianerin aus einer der angesehensten Familien, diezweite Gemahlin Francesco's ll.von Medici, Eroßhcrzogs von Toscana, knüpfte mit PietroBuonavcnturi, einem jungen Florentiner, der in dem Hause der Salviati, mit denen er ver-wandt war, die Handlung erlernte, eine Bekanntschaft an, die, weil sic ihn als einen Ver-wandten der Salviati betrachtete, sehr bald einen hohen Grad der Vertraulichkeit erreichte.Aus Furcht, entdeckt zu sein, flohen Beide 1563 aus Venedig und nahmen die kostbarenJuwelen des Hauses Capello mit sich. Dieser Raub setzte Bianca's Verwandte in Wuth.Sie behaupteten, der ganze venet. Adel sei in ihnen beleidigt worden, und wirkten vomSenat einen Befehl aus, Pietro zu verfolgen, und für Denjenigen einen Preis auszusetzcn,der ihn tödten würde. In Florenz, wohin sich Buonavcnturi mit seiner Geliebten begebenhatte, regierte damals Francesco von Medici, dem Cosmo, der Negierung übcrdrüßig, dieHerrschaft übergeben hatte, und der im Begriff stand, sich mit der Erzherzogin Johanna vonOstreich zu vermählen, deren Stolz und Kälte ihm aber keine Liebe cinflößen konnten. Unterseinen Schutz begab sich Buonavcnturi gleich nach seiner Ankunft in Florenz und duldete es,daß derselbe mit seiner nunmehrigen Gattin in die engste Verbindung trat. Francesco hieltdieses Verhältnis bis zu seiner Vermählung mit der Erzherzogin, imJ. 1565, geheim; alleinnach derselben glaubte er keine Rücksichten nichr nehmen zu müssen. Er führte Bianca inseinen Palast ein, ernannte Buonavcnturi zu seinem Intendanten, ließ ihn jedoch, als dessenAnmaßungen unerträglich wurden, 1570 ermorden. Bianca aber wußte den Großherzogimmer mehr zu fesseln. Sein Entzücken erreichte den Gipfel, als sic ihm, der mit seiner Ge-mahlin nur Töchter hatte, einen Sohn darbrachte, den sie als ihr Kind untergeschoben hatte.Wider Erwarten gebar indeß auch die Erzherzogin im folgenden Jahre ihrem Gemahl einenSohn und starb 1578 bei der Niederkunft mit einem andern Kinde. Erschüttert durch ihrenTod und dicNorstellung scinerBcüder, verließ Francesco Florenz, in der Absicht, mit Biancazu brechen, Diese dagegen setzte alle Mittel der Verführung in Bewegung, und kaum zwei