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wieder nach dem engl. Gebiete zurückzukchren, im Gegentheile noch zogen viele Coloniste»ihnen nach, sodaß die Zahl der Ausgewanderten allmälig auf 24V9V Individuen stieg, dietrotz alles Widerspruchs von Seiten der brit. Regierung und der Versuche, sie zum Gehorsamzurückzuführcn, sich nicht allein für unabhängig erklärten, sondern mit den Waffen in derHand ihre Unabhängigkeit von England zu behaupten suchen.
Capacität nennt man in der Geometrie die Jnhaltsfähigkeit emes hohlen Körpers,daher Capacität eines Schiffs, eines Maßes oder sonst eines Gefäßes. Über Wärm ec apa-cität der Körper s. Wärme; über Sättigungscapacität s. Säuren.
Capacitäten ist ein neues politisches Wort, das namentlich in den Discussionen derfranz. Wahlgesetze eine wichtige Rolle spielt. In Frankreich, England, mehr oder wenigerauch in den Reprasentativsystcmen der andern Staaten ist der Wahlmodus für die Volks-kammern auf den Wahlcensus, auf Besitz und Eigenthum gegründet, und es entsteht dieFrage, ob nicht auch diejenigen Staatsbürger, denen zwar das gesetzliche Vermögen abgeht,die aber dafür eine vollkommene Bildung und wissenschaftliche Kenntnisse besitzen (die soge-nannten Capacitäten) befähigt wären, an den Wahlen und an der Vertretung in den Volks-kammern in ausgedehnter Weise Theil zu nehmen. Zu den Capacitäten würden zunächst dieAdvocaten und Notare, die Arzte und die Mitglieder gelehrter Körperschaften zu zählensein. Gegen diese Erweiterung der Volksrepräsentation ist freilich geltend gemacht worden,daß ein solches Wahlsystem bei consequenter Durchführung ins Unbestimmte gehen würde,da beiweitem die wenigsten Capacitäten eine öffentliche Praxis ausübten oder Mitgliedergelehrter Korporationen wären; allein der Hauptgrund für Verwerfung dieses Systems istwol in Frankreich der, daß die Bourgeoisie oder der Stand der Besitzenden die Elemente derBewegung fürchtet, welche die zweite Kammer mit den Capacitäten aufnehmen würde.
Capece-Latro, Erzbischof von Tarent und somit Primas des Königreichs Neapel,geb. um 1745, hat sich besonders dadurch bekannt gemacht, daß er gegen hierarchische An-maßungen und für eine Reformation der röm. Kirche auftrat, so schon in einer frühernSchrift über die Unrechtmäßigkeit eines Tributs, den Spanien dem röm. Stuhle zahlte, undmehr noch in einer andern gegen das Cölibat. Während der kurzen republikanischen Zeit,der der Cardinal Ruffo ein Ende machte, mit einem Staatsamt bekleidet, verfiel er derRache Ruffo's, mußte jedoch, der allgemeinen Verehrung wegen, welche er genoß, aus demKerker, und zwar ehrenvoll, entlassen werden. Unter Joseph Napoleon erhielt er 1808 dasPortefeuille des Innern, das er auch unter Murat führte. Nach dem Sturze des Letztemverlor er sein Erzbisthum, zog sich in ein, jedoch durch Umgang glänzendes, Privatleben zu-rück und verfaßte noch ein nach Guibert bearbeitetes, schön geschriebenes „Llogio <li Vede-rigo II re «li krussin" (Berl. 1832).
Capeffgue (Bapt. Honore Raymond), ein sehr fruchtbarer stanz. Geschichtschreiber,geb. 1799 zu Marseille, wo er auch seine Bildung erhielt, kam fast gleichzeitig mit Thiersund Mignet nach Paris, die in den Dienst des Liberalismus traten, während er sich zu de»Royalisten schlug und einer der Nedactoren der „tzuotidienne" wurde. Bald zog er durch seinejournalistische Thätigkeit sowie durch seinen „Recueil des operstioos de I'srwöe Irsnysiseen Lspsgne" (Par. 1823) die Aufmerksamkeit der Regierung auf sich. Er wurde Bureau-ches r'm Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten und hielt sich in dieser Stelle, die ihnin den Stand setzte, für seine später» historischen Arbeiten aus den Quellen zu schöpfen, biszur Julirevolution. Sein erstes größeres Werk „Lsssi sur les invssious lies Norwsods"(Par. 1823) beruht auf ungenügenden Vorstudien, verräth aber die Gabe einer gutenDarstellung, die sich in seinen später» Schriften noch entwickelt hat. Nur rächt sich die allzugroße Flüchtigkeit, mit der er ein Werk auf das andere folgen läßt, durch stilistische Nach-lässigkeiten. Seine „öistoire de klliiippe Xuguste" (4 Bde., Par. 1827—29), die vomInstitut gekrönt ward, sowie seine ,, üistoire constitutionnelle et administrative sie lakrance depuis la wort de kbilippe Xnguste; Premiers epcxpis de läouis VIII jus^u'ä InLu du regne de IHs XI" (4 Bde., Par. 1831) sind nicht ohne Werth. Indessen legte C.eine zu große Vorliebe für den Katholicismus an den Tag, sodaß seine spätem Werke „Ilis-toire de la rskorms, de la ligue et du regne de Henri IV" (4 Bde., Par. 1834), „Riclie-lieu, »lararin et la Vronds" (4 Bde., Par. 1835), „Imuis XIV" (6 Bde., Par. 18371