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man durch Felscap oder Vorgebirge bezeichnet. Letztere sind häufig eines GebirgssystemSäußerste Vorsprünge über der Wasserfläche und werden am großartigsten ausgeprägt undam zahlreichsten angetroffen an den südwärts gerichteten Küstenländern der Wcltthcile, inÜbereinstimmung mit der allgemeinen südlichen Zuspitzung aller Continente. Von erfolgreich-ster Bedeutung war zu Ende des 15. Zahrh. die Auffindung und demnächst Umschiffungder Südwestspitze Afrikas, welche den Namen des Cap der guten Hoffnung erhieltund schlechtweg das Cap benannt wurde. — Capland heißt der südlichsteThcil Afrikas inder Ausdehnung des gegenwärtigen brit. Besitzes, vom 30° — 35°südl. B. und vom 35°— 46" östl. L., umschlossen im Norden vom Namaqualand, dem Lande der Hottentottenund Buschmänner, im Nordosten vom Gebiete der Kaffern und umspült im Süden vomIndischen und im Westen vom Atlantischen Oceane. Diese Meere gliedern die Küsten durchmehre Buchten, unter denen im Westen die St.-Helena-, Saldanha- und Tafelbai, im Südendie Falsche, Plettenberg-, Franciscus- und Algoabai die bedeutendsten sind. Die vorzüg-lichsten Vorgebirge zwischen ihnen sind die Caps Castle, der guten Hoffnung, Lagullas, Del-gado, Franciscus und Recife. Die Terrainformation des Caplandes repräsentirt die Afrikaeigenthümliche Terrassenform ziemlich vollkommen, insofern von Norden nach Süden Hoch-land, Stufenland und wellenförmiges Küstenland treppenartig aufeinander folgen, ge-schieden voneinander durch höher aufgesetzte Randgebirge. Es ist im Norden die im Mittel5000 F. erhabene Hochplatte des Orangeflusses, welche das Capland an das innere Hoch-afrika bringt. Ihre öde, nur zur Regenzeit flüchtig mit grüner Pflanzendecke überzogeneOberfläche erhält fast ihre einzige Abwechselung durch scharfkantige Tafel- und Spitzberg-gruppen, wie die Karreeberge im Norden, oder durch weithin verstreute Steinblücke, die großeFelder bedecken zwischen den spärlich vertheilten grünenden und bebuschten Thalfurchen derwenigen Wasseradern. Gegen Südwest, Süd und Südost steigt das Terrain allmälig zueiner Vorbergszone auf, über die sich die höchsten Nandgebirge mit theilweis schneebedecktenGipfeln zu einer Höhe von ungefähr 10000 F. unter den verschiedensten Specialnamen er-heben. Diese Gebirgstheile enthalten die zahlreichen Quellen der vielfach gewundenen Küsten-flüsse und fallen nach den Küsten hin steil ab zur nieder» zweiten Stufe. Dieselbe ist imMittel 3000 F. hoch, führt den Allgemeinnamen der großen Karrooebene und wechselt ihrlandschaftliches Bild grell mit den Jahreszeiten zwischen dem Anblick eines üppig grünenden,blumendurchdusteten Tummelplatzes herbeiziehcnder Heerden und eines sonnverbranntenunbelebten Angers, im Trauergewande der Küstern Asche versengter Pflanzen. Ehe manaber von dieser Mittellandschaft zum Küstenlands gelangt, muß man noch eine vielfachgegliederte, niedere bis zu 5000 F. aufsteigende Randgebirgszone überschreiten, welche durchunendlich viele tiefe und schwer zu passircnde Felsspalten (Kloofs) charakterisirt ist, die dieKüstenflüsse in reißendem Gefälle durchtoscn. Von diesen sind der Elefanten- und der großeBergfluß im Westen, der Breede-, Gauritz-, Gamtos-, Sunday-, der Große Fisch- und ander Kafferngrenze der Kaifluß im Süden die wichtigsten. Das Küstenland bildet eine baldganz schmale, bald eine fünf und noch mehr Meilen breite reich bewässerte äußerst fruchtbareZone niederen Berg- und Hügellands mit einzeknen besonders ausgezeichneten Erhebungen,von denen der Tafelberg imSüden derCapstadt die Höhe von 3445 F. erreicht. Das Klimades Caplands ist im Allgemeinen sehr gesund. Einheimisch sind hier der Ölbaum, Eisenholz-,Afrikanische Brot-, Drachenblut-, Wunder-, Korallenbaum u.s. w.; eingcfübrt sind alle curop.Cerealien und die Weinrebe, welche den Capwein liefert. Reich ist die Fauna des Landessowsl an Hausthieren als an Raubthieren, Vögeln, unter denen namentlich der Strauß zuerwähnen ist, welcher die großen Ebenen durchstreift, aber auch an giftigen Schlangen, ver-heerenden Heuschrecken nnd giftigen Skorpionen. An Mineralien dagegen ist das Land arm.Die Bewohner sind theils Eingeborene, theils Colonisten; jene Hottentotten (s. d.) undBuschmänner (s. d.), diese meist Holländer, Engländer und auch Deutsche. Große Ver-dienste um die Ausbreitung des Christenthums unter den Eingeborenen haben sich die Mis-sionare der Herrnhuter und die Missionsgesellschaft in London erworben, sodaß die im Cap-lande wohnenden Hottentotten fast alle zum Christenthume bekehrt sind. Die Colonistenbeschäftigen sich theils mit Wein- theils mit Ackerbau, hauptsächlich auf der Westküste, theilsmit Viehzucht. Der Stand der Bildung der Colonisten ist um so niedriger, je weiter von der