Druckschrift 
3 (1845) Buchholz bis Czongrad
Entstehung
Seite
173
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Cantonnirung Cap 17S

Cantonnirung oder Cantonnement heißt sowol der Bezirk (Canton), in welchemeine Truppenabtheilung auf gewisse Zeit einquartirt wird, als auch die dadurch bezeichnteArt des Untcrbringens. Wenn eine Truppe aus dem Standquartiere rückt und eine AnzahlOrtschaften bezieht, so sagt man, sie cantonnirt. Verläßt eine Truppe das Lager, um i»Dörfern u. s. w. untergebracht zu werden, so sagt man, sie bezieht Erholungsquartiere.Die Cantonnirungen baben den Zweck, eine Truppenmasse möglichst bequem zu concentriren,sei es behufs größerer Übungen oder um kampfbereit zu sein. Eine Cantonnirung ist entwederenge oder weitläufig, je nachdem eine Ortschaft viel oder wenig Truppen aufnehmen muß,oder eine Truppe weniger odermehrOrtschaften zur Unterkunft überwiesen erhält. DicStärkeder Einqnartirung richtet sich theils nach der Größe und Wohlhabenheit der Ortschaften,theils aber auch noch nach der Entfernung vom Feinde. Je näher an demselben, desto engerpflegt man zu cantonniren, um die Truppen desto schneller unter die Waffen bringen zukönnen. Enge Cantonnirungen können indessen auf die Dauer mchrer Wochen ohne Maga-zinverpflegung nicht bezogen werden. Bei weitläufigen Cantonnirungen rechnet man aufjede Feuerstelle (Haushaltung) einen Soldaten, bei engern deren vier bis fünf. DieCanton-nirungen werden auch zuweilen nach ihrem Zweck oder ihrer Dauer benannt; so flüchtige,stehende, Marsch-, Blockade, Observationscantonnirungen.

Cantor heißt gewöhnlich derjenige Lehrer an Gymnasien oder auch Stadt- und Land-schulen, dem die Leitung des Kirchengesangs, der Kirchenmusik und des Gesangunterrichtsübertragen ist; doch oft ist es auch bloßer Titel eines Elementarlehrers. In den ältesten Zei-ten, unmittelbar nach Einführung des Kirchengesangs, war die Stelle des Cantors eine derwichtigsten bei den Kathedralschulen. Er hatte nicht allein den Gesang im Chore und denGesangunterricht der Knaben zu leiten, sondern es lag ihm auch ob, die Leseabschnitte für diegroßen Feste anzugeben und den Kirchenkalender anzufertigen. Der Titel Cantor war daherein besonders ehrenvoller, und sein Amt wurde auch von Denen verwaltet, die schon hohemkirchlichen Ämtern vorgestanden hatten. In den Domstiften hat der Cantor gewöhnlich die vierteStelle, nach dem Senior; an der Kathedrale zu Strasburg folgte er gleich nach dem Dekan.

Canzöne oder Canzonetta ist derName einer lyrischen Dichtart, die, vondenPro-venzalen erfunden (s.Troubadours), schon bei den ital. Dichtern des 13. Jahrh. sichfindet und von Petrarca zu bestimmten und regelmäßigen Formen ausgebildet wurde, wes-halb man auch von csn-ions ketrsrclisscu oder 1o8csna spricht. Sie ist in mehre Stanzenabgetheilt, in welchen sowol die Art und Vertheilung der elf- und siebensilbigen Verse als dieStellung der Reime gleichförmig ist. Dagegen ist die Zahl der Strophen und Verse derWillkür des Dichters anheimgegeben und die Reimverschlingung sehr mannichfaltig. Ge-wöhnlich schließt die Canzone mit einer Stanze, welche kleiner als die übrigen ist und ripresa,conAeclo, coniiato, torimta und licsim», d. i. Abschied oder Geleit, genannt wird. Bei Pe-trarca fehlt sie fast nie, bei ältcrn Dichtern öfter. Die csimons ^nscreontica, gewöhnlichcsimonelti» genannt, besteht aus kleinern Stanzen mit kürzern Versen; sie war vorzüglichim l S. Jahrh. gewöhnlich, in neuern Zeiten dichtete solche vorzüglich Rinuccini. In Can-zonetten sang man gewöhnlich leichte, anmuthige Lieder derFreude, der Liebe und des Scher-zes. Für Gedichte von feierlichem, erhabenem Inhalt und prächtigem, dithyrambischemSchwünge eignet sich mehr die crmnone kincksrics, welche Luigi Alamanni (s. d.) im 16,Jahrh. zuerst in die-ital. Poesie eingeführt und Ch iabrer a (s. d.) hauptsächlich ausgebildethat. Sie unterscheidet sich von der ketrsrcbosca durch kühnen Schwung, größere Freiheitin der Wahl der Versarten und Stellung der Verse und durch die Form ihrer Stanzen, dievon den griech. Chören entlehnt ist. Die canrone s Kollo oder bsllsts, eine sehr alte ital.Dichtart, ursprünglich bestimmt, zum Tanze ( ball») gesungen zu werden, kommt seit dem16. Jahrh. nicht mehr vor. — Canzonetta heißt auch eine Gattung Gesangstücke in derital. Musik, die in neuerer Zeit, namentlich nach Rossini s Vorgänge in seinen „Soireesnuisicoles" und durch Einmischung deutscher Componisten einen dem deutschen Liede (s. d.)verwandten Charakter mehr und mehr anzunehmen scheinen.

Cap ist im Allgemeinen die Benennung für einen jeden besonders markirt in dasWasser hervorspringenden Theil einer Küste; insbesondere aber gibt man diesen Namenmeist nur den größern Landspitzen, welche in das Meer einragcn und deren felsigen Charakter