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3 (1845) Buchholz bis Czongrad
Entstehung
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172 Cantate Canton

Cantat ist gutgebaut, liegt an der Iordane am Südwestfuß des Monte-Cantal, hat einSchloß, zwei Kirchen, ein College, eine Ackerbau-, Kunst- und Handelsgesellschaft, eineBibliothek und eine Beschäleranstalt, nebst Nennbahn, für dreizehn südliche DepartementsFrankreichs.

Cantate nennt man diejenige Gattung Gcsangwerke, deren Stoff die Entwickelungvon Betrachtungen und Gemüthseindrücken über einen bestimmten Gegenstand ist, bestehedieser in Begebenheiten, Lebenszuständcn, religiösen Grundwahrheiten oder Naturscenenu. dgl.; während in formeller Hinsicht das Nccitativ, die Arie, der Wechselgesang, der Chorim Bereich der Cantate liegen. Ist somit die Form derselben im Wesentlichen dramal hnlichso schließt sie doch eine eigentliche Handlung aus, und der Stoff ist seinem Wesen nach lyrisch,sei es nun, daß wirkliche oder mythologische oder allegorische Personen redend ein geführtwären. Hierdurch unterscheidet sich die Cantate vom Oratorium (s d.), das eine nochentschiedenere dramatische Behandlung und dadurch breitere Form und einen großartigemStil in Anspruch nimmt. Nach Zweck und Inhalt bezeichnet man die Cantate im Besonder»als Kirchen-, Kammer-, Fest-, Trauercantate u. s. w. Am häufigsten kommt die vorzugs-weise sogenannte Kirchencantate vor, die dem Inhalte nach an die biblischen Sonn- undFesttagsperikopen sich anschlicßt. Die Entstehung der Cantate fällt in den Anfang deö l 7.Jahrh., und ihre Erfindung wird bald dem Giac. Carisfimi, bald der Vcnetianerin BarbaraStrozzi, bald einem Benedetto Ferrari von Reggio zugeschrieben. Wahrscheinlich wurdevon ihnen zuerst der Name für die allmälig entstandene Gattung angewendet.

Canterbury, die alterthümliche und ehrwürdige Hauptstadt der brit. GrafschaftKent, in einem freundlichen Thale am Flusse Stour, dessen Arme und Kanäle sie durch,schneiden, ist in einem Oval gebaut, welches von vierHauptstraßen in Gestalt eines gothischeuKreuzes durchzogen wird. Sie ist der Sih des ersten Erzbischofs oder Primas von England,der aber gewöhnlich in Lambethhouse in Southwarkrefidirt. Die Stadt besitzt einen großen,herrlichen Dom mit schöner Glasmalerei, erbautin Form eines doppelten Kreuzes, mitDenk-mälern des in demselben 1170 ermordeten Erzbischofs Thom. Bccket und des SchwarzenPrinzen, und einer unterirdischen Kirche, in welcher die Wallonen Gottesdienst halten. DieLänge des Doms beträgt 514 F., die Höhe seines Schiffs 80 F. und die des Thurms255 F.; in ihm befinden sich 38 Altäre. Außer ihm hat C. noch 15 andere Kirchen, vondenen die Martinskirche auf dm Überresten eines röm. Tempels erbaut ist und ein durchSculpturen ausgezeichnetes Taufbecken besitzt, mehre Bethäuser und Kapellen und eineSynagoge. Von den weltlichen Gebäuden sind die merkwürdigsten das Nathhaus, Thea-ter, mehre Krankenhäuser und große Kasernen. Die Zahl der Bewohner beträgt 18000,dieselben treiben starken Hopfenbau, fabriciren Musseline, baumwollene und seidene Zeugsund nähren sich von Handel mit Getreide und gepöckcltcm Fleisch. Zn der Stadt und derenUmgegend finden sich zahlreiche Spuren röm. Alterthümer, die an das alte röm. Durovcr-nium erinnern. Längere Zeit war C. der Sitz der angelsächs. Könige von Kent. Sehr früh-zeitig wurde hier das Christenthum durch dieselben eingeführt und schon im 6. Jahrh. daserste Bisthum in England gestiftet, das dann bald in ein Erzbisthum und Primat umge-wandelt ward. Jetzt ist der Erzbischof von C. nicht allein Primas von Großbritannien,sondern auch erster Pair des Königreichs; er hat das Recht, den König zu krönen und ge-bietet über 20 bischöfliche Sprengel, sowie er zu den kirchlichen Synoden die einzelnen hohenGeistlichen zusammcnzuberufen befugt ist.

(Äiito sermo hieß sonst, dem Osnto ligiirato (s. Figuralgcsang) entgegengesetzt,die psalmodische Recitation; gegenwärtig bezeichnet man aber damit den der einen Stimmezugetheilten Choral bei figurirter Ausführung der übrigen Stimmen in der Jnstrumcntal-und Vocalmusik.

Cantoil heißt der in irgend einer Beziehung abgegrenztc, für sich als ein Ganzesbestehende Thcil eines Landes oder einer Gegend. Insbesondere bezeichnet man mit diesemNamen die schweiz. Republiken, obschon solche in der Schweiz selbst Orte oder Ortschaftenheißen. Wegen der Militairpsiichtigkeit war sonst Preußen, wie dies in Rußland noch sitzeder Fall ist, in Cantone getheilt, die den einzelnen Regimentern, um in denselben Rekrutenauszuhcben, zugewicscn waren, weshalb cantonpsiichtig sonst für militairpflichtig gesagt wurde