Druckschrift 
3 (1845) Buchholz bis Czongrad
Entstehung
Seite
171
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Cantabile Cantal I7l

Cantabile, d. h. sangbar, bezeichnet im Allgemeinen das Leichtfaßliche, Fließendeeiner Melodie, wie es der Menschenstimme vorzugsweise zusagt, im Gegensatz zu.m Passa-genwerk und der sigurirten Ausführung. Auch nennt man so ganze Stücke, in denen dassangbare Element vorherrschend ist. Eine einzelne derartige Stelle eines Stücks, oder dessengesammten Gehalt an cantablem Element nennt man auch die Cantilene.

Cantabrer, ein wildes Gebirgsvolk des alten Spanien, vermuthlich keltischen Stam-mes, in dem heutigen Burgos und den angrenzenden Gegenden am Biscayischen Meer-busen, der von ihnen auch das Cantabrische Meer hieß, wohnhaft. Von den acht Städten,die das Volk bewohnte, werdenJuliabriga, in der Nähe der Quelle des Jberus (Ebro), Bel-lica und Konkana als die wichtigsten genannt, vorzüglich aber hatten die Cantabrer diehöchsten und ausgebrcitetsten Gebirgsreihen, zwischen Palencia, la Montana und Asturiainne. Sie werden als ein wildes, den Scythcn und Thraziern ähnliches Volk geschildert.Sie schliefen auf bloßer Erde, vermochten ohne die geringste Äußerung des Schmerzes dieheftigsten Schmerzen zu ertragen und wuschen sich Gesicht und Zähne mit Urin; den Acker-bau betrieben die Frauen, die überhaupt einen sehr kräftigen, fast männlichen Charakterzeigten. Ihre heldenmüthige Tapferkeit zeigten die Cantabrer besonders im Kriege ge-gen die Römer, der der cantabrische heißt, und in welchen sie sechs Jahre lang (25—IS v. Chr.) den hartnäckigsten Widerstand leisteten. Augustus begann den Krieg, der meistein Guerrillaskrieg war, in eigener Person, Agrippa beendigte ihn, und Tiberius legte späterBesatzungen in ihre Städte. Ein Theil aber von ihnen, der sich in die unzugänglichem Ge-birge zurückzog, blieb unbesiegt, und als Nachkommen derselben achtet man die Basken (s. d.).

Cantabrisches Gebirge ist der allgemeine Name für das Rand- und Küstenge-birge, welches 8« M.vom Cap-Finisterre bis zum Südfuß der Westpyrenäen an der Bidas-soaquelle die Nordküste Spaniens begleitet und dieselbe von den castilischen Hochflächenscheidet. Das Gebirge steigt in der Erhebung seiner Kämme bis zu 4—6000 F. und inder seiner Gipfel bis zur untern Grenze der Schneeregion auf; es zeigt sanftere Abfällegegen Süden zu, 1600 und 1900 F. hohe Plateaulandschaften und steile Böschungen gegenden nördlichen oft sehr schmalen Küstenstrich, vielfach durchriffen von den Schluchten wilderKüstenflüsse und in Umklammerung tiefer Rias (Buchten) in scharfen Cabos (Vorgebirgen)weit in das Meer hinausspringend. Bei näherer Prüfung darf man die vielfache Gliede-rung nicht übersehen, welche eine Menge Specialnamen hervorruft, die im Munde desVolks leben und den wissenschaftlichen Namen des Cantabrischen Gebirgs verschwindenund höchstens noch für den Theil gültig lassen, welcher östlich der Nalon- und Eslaquellenliegt. Derselbe stützt die Grundpfeiler seiner waldigen Felsketten im Osten auf die Pla-teaus von Älava, westlich auf die 3800 F. hohe Scheitelfläche des Plateaus von Raynosaund ist hier im Quellgebiete des Ebro durch die erhabenste Hochlandschaft des cantabrischenSystems, die über 6000 F. hohe Liebana mit dem westlichen Theile, d. h. mit den asturi»schm und galizischen Gebirgslandschaften verknüpft. Die gangbarsten Localnamm für diesesGebirge im cngern Sinne sind von Ost nach West: Sierra de Aralar, Aranzazu, Altunaund Altube, alle mehr oder minder wild, aber romantisch, mit fruchtbaren und gewerb-reichen Thallandschasten und einem landschaftlichen Charakter, wie er die baskischen Pro-vinzen und Asturien vortheilhaft vor den sterilen Centralplateaus Spaniens auszeichnet.

Cantal, ein mittleres Departement des südlichen Frankreichs, von 106 OM.mil262000 Menschen bevölkert, ist aus dem Herzogthume Auvergne gebildet und begrenzt vonden Departements Puy-de-Dome, Haute-Loire, Lozere, Avcyron, Lot und Correze. Be-wässert von Dordogne, Rue, Arceuil, Cere, Alagnon u. s. w. und im Besitze der höchstenPlateau- und Gipfelbildung (der Monte-Cantal 6320 F. hoch) der Auvergne, hat das De-partement mit geringer Ausnahme seiner fruchtbaren Thäler den innigsten Antheil an den dort(s. Auvergne) geschilderten Verhältnissen eines armen Bodens, kärglicher Landesculturund dürftiger Existenz seiner ziemlich rohen Bewohner, welche in einzelnen Industriezweigenund im Wandern zur Arbeit nach den großen Städten ihren Unterhalt suchen. Die vierBezirksstädte sind Murat, St.-Flour, Mauriac und Aurillac, welches letztere gegen11000 E. zählt, die ihren Gewerbfleiß auf Tapeten-, Haarsieb- und Spitzenfabrikationrichten, Gerbereien und Hammerwerke und lebhaften Handel unterhalten. — Die Stadr