Druckschrift 
3 (1845) Buchholz bis Czongrad
Entstehung
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stellungsweise, die übertriebene Sorgfalt in der Behandlung des Marmors, sowie die Bei-zen, die er anwcndcte, wirkten nicht wenig, die Thcilnahme an Werken der Bildhauerkunstaufzurcgen, die Begriffe über ihre Vorzüge und die Bcdingnisse ihres Werthes zu bericht!,gen. Mit allem Grund stellt man daher C. an die Spitze einer zwar vorbereiteten, aber durchihn erst herbeigeführten Epoche der Plastik. Der Grundton in allen seinen Werken ist Sen-timentalität. Indem er diese zur vollen Erscheinung brachte, gab er der Stimmung der Zeitden angemessenen Ausdruck. Dies ist der vorzüglichste Grund des allgemeinen Beifalls, denfeine Werke fanden; dies aber auch der Punkt, von dem ihre Mängel ausgehen. Seinkünstlerisches Verdienst erhöhte übrigens der liebenswürdigste Charakter. In Mußestundenpflegte C. zur Erholung zu malen, und die noch übrigen Proben seines Talents zeugen voneinem tiefer eingehenden Studium der venetian. Meister, die er so glücklich in der Färbungzu erreichen wußte, daß selbst Kenner getäuscht wurden. Biographien C.'s haben geliefertMissirini (4 Bde., Prato 1824) und Cicognara (Ven. 1823). Vgl. außerdem „Tire cvorlc!-ok 6.", in Umrissen gestochen von Moses (3 Bde., Lond. 1828).

Canstein (KarlHildebrand, Freiherr von), Stifter der nach ihm benannten Bibelan-stalt zu Halle, geb. am 4. Aug. 1667 zu Lindenberg, bezog, da er das Glück gehabt hatte, vontrefflichen Hauslehrern dazu vorbereitet zu sein, schon in seinem 16. Lebensjahre die Univer-sität zu Frankfurt an der Oder und studirte hier unter dem berühmten Juristen SamuelStryk die Rechte. Nach vollendeten Studien trat er in Gesellschaft seines Bruders einezweijährige Reise durch Holland, England, Frankreich, Italien und das südliche Deutsch-land an, von der ihn der Tod seines Landcshcrrn, des Großen Kurfürsten, nach Berlin zu-rückrief. Ein Jahr darauf, I68S, ernannte ihn dessen Nachfolger zum Kammerjunker; je-doch scheint er sich in dieser Stellung nicht wohlbefunden zu haben, wenigstens nahm erschon nach einigen Jahren den Abschied, um als Volontair zu den brandenburg. Truppennach Flandern abzugehen, wo die Feldzüge begonnen hatten, welche 1697 mit dem ryswijkerFrieden endigten. Eine hartnäckige Krankheit, die Rothe Ruhr, nöthigte ihn indessen auchden Kriegsdienst bald wieder zu verlassen. Er zog sich in den Privatstand zurück und lebtebis zu seinem Tode für alles Gute eifrig und thätig mit geringen Unterbrechungen in Berlin.Hier wurde er mit Spener bekannt und durch ihn mit den Mitgliedern der theologischen Fa-kultät der neucrrichteten Universität zu Halle, namentlich mit Francke. Wie sehr er durchBeide in der frommen Stimmung seines Gemüths befestigt worden, erkannte er selbst be-stimmt und dankbar an; cs zeigte sich aber auch in der Gründung der Bibelanstalt, die nochfortdauernd segensreich wirkt. Seine Aufmerksamkeit war schon früh nicht blos auf dasgöttliche Wort, sondern auch auf die möglichst sichere Verbreitung seiner Erkenntniß ge-richtet; aber wie eine solche zu bewerkstelligen sei, darüber blieb er selbst lange zweifelhaft,endlich legte er in dem „Ohnmaßgebenden Vorschlag, wie Gottes Wort den Armen zur Er-bauung um einen geringen Preis in die Hände zu bringen sei" (Berl. 1710) seine Gedankendem Publicum vor. Er entschied sich für eine Bibelausgabe mit stehenden Lettern, fodertezu freiwilligen Beiträgen auf, und da dergleichen in reichem Maße cingingen, so legte er inVerbindung mit Francke noch in demselben Jahre rüstig Hand an das Werk und hatte dieGenugthuung, schon im I. 1713 das erste mit stchenbleibenden Lettern gedruckte NeueTestament erscheinen zu sehen. Die ganze Bibel folgte 1715 in kleinerm, 1717 in größer»!Format nach. So ward die C.'sche Bibelanstalt begründet, die im Laufe der Zeit sich immermehr vervollständigte und erweiterte, zunächst durch Errichtung einer eigenen Druckerei im1.1735, sodann durch Vermehrung der Bibelausgaben, endlich durch Beschaffung von Ge-schwindpressen und Stereotypen. Ihr Absatz kann jährlich auf55006 Bibeln und auf5VOOExemplare Neuer Testamente theils mit theils ohne Psalter veranschlagt werden. So langesie steht, sind 3,683660 Exemplare Bibeln und 1,156060 Exemplare Neue Testamenteverkauft. C. hat nur den Anfang seines segensreichen Werks geschaut. Er erkrankte baldnach der Rückkehr von einer Reise im Aug. 1719 zu Berlin, und als er sein Ende heran-nahen fühlte, schickte er eine Staffelte nach Halle an Francke, ließ ihn zu sich entbieten undverschied während der Gebete desselben am 19. Aug. 1719 mit vollem Bewußtsein. Außerdem bereits angeführten „Vorschlag" hat er eine „Harmonie der vier Evangelien" (Halle1718, Fol.) und ein „Leben Spener's" geschrieben, gedruckt nach seinem Tode (Halle 17 2 fl).