Druckschrift 
3 (1845) Buchholz bis Czongrad
Entstehung
Seite
165
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Caitllabich (Zoh. Gottfr. Friede.) Cannmg 105

einer edel» Denk- und Gewissensfreiheit" (Spz. 1795), den „Vollständigen Unterricht in derchristlichen Religion" (Crf. 1796; 2. Aust., 1803) und „Anleitung zur gehörigen und demGeiste des Zeitalrcrs gemäßen Einrichtung der christlichen Neligivnsvorträge" (Lpz. 1806).

Cannäbich (Joh. Gottfr. Friede.), der Sohn des Vorigen, einer der verdienstvollstenGeographen der neuesten Zeit, dessen Handbücher mit entschiedenem Beifall ausgenommenwurden, geb. zu Sondershauscn 1786, erhielt seine erste Bildung theils durch die Unter-weisung seines Vaters, theils im Gymnasium seiner Vaterstadt und ward früh für dasStudium der Theologie bestimmt. Nach der Rückkehr von der Universität erhielt er zunächstdas Rectorat an der Stadtschule zu Greußen, später wurde er Pfarrer zu Niederbösa undBendelebcn im Fürstenthum Schwarzburg-Sondershausen, und gegenwärtig ist er Pfarrerin Greußen. Als nach dem Friedcnsabschlusse im 1.1815 in Hinsicht der politischen Ab-grenzungen der Staaten bedeutende Veränderungen stattgefunden hatten, war C. nächstStein der Erste, der eine Geographie nach dieser neuen Gestaltung verfaßte. Sein „Lehr-buch der Geographie nach den neuesten Friedensbestimmungen" (Sondersh. 1816) hat diel-l. Aust. (Weim. 1836) und seine „Kleine Schulgeographie" (Sondersh. 1818) die 14.Aust. (Wenn. 1841) erlebt. Für das „Vollständige Handbuch der Erdbeschreibung", das erim Vereine mit Easpari, Hassel, GutsMuths und Ukert herausgab (23 Bde., Weim.1819—27), lieferte er Frankreich, die Niederlande und Westindien. Unter seinen übrigengeographischen Arbeiten erwähnen wir „Statistisch-geographische Beschreibung des König-reichs Preußen" (6 Bde., Drcsd. 1827—28; neue Ausg., 1835), „Statistische Beschrei-bung des Königreichs Würtemberg" (2 Bde., Dresd. 1828), sein „Neuestes Gemälde vonFrankreich" (2 Bde., 1831—32) und „Neuestes Gemälde dcs europ. Rußlands und desKönigreichs Polen" (2 Bde., 1833), welche in der neuen Bearbeitung von Schütz's „All-gemeiner Erdkunde" Bd. 19 und 26 ausmachcn; ferner das „Hülfsbuch beim Unterricht inder Geographie" (3 Bde., Eisl. 1833—38; 2. Aust., 1838—40) und den „Leitfaden zummethodischen Unterricht in der Geographie" (2. Ausl., Eisl. 1836). Mit Mcincrt besorgteer die neunte verbesserte Auflage von Galetti's „Allgemeiner Weltkunde" (Pesth 1840, 4.).

Canneliren heißt in der Baukunst auskehlen, rinnenförmig vertiefen; daher canne-lirt, mit rinncnförmigen Vertiefungen versehen. Auf diese Weise sind namentlich in dergriech. Baukunst die Säulenschafte durchweg behandelt; die Cannelirungcn oder Kanälelaufen an ihnen in paralleler Lage senkrecht nebeneinander empor. Die Anwendung derCannelirungcn beruht auf keinem willkürlichen Gebote, sondern auf vollkommen ästheti-schen Regeln; sic dienen wesentlich zur Belebung der Säulcnform und zur Erhöhung derelastischen Kraft, welche in dieser sich ausdrücken soll.

Cannes, eine schöngelegcne und gutgebaute Stadt am nordöstlichen Ende des Golfsvon Napoule am Mittclmeer im franz. Departement Var, hat ein Schloß und guten Hafenund zählt 3000 E-, welche Wein, Oliven, Agrumen, Feigen und Südfrüchte bauen, be-trächtliche Sardellen- und Anchovisfischerei und Handel mit diesen Gegenständen treiben.Zwischen C. und Antibes ist die Bucht von St.-Juan, in welcher Napoleon bei seiner Rück-kehr aus Elba landete. C. gegenüber liegen die Vermischen Inseln Sainte-Marguerite undSaint-Honorat, auf welcher erster» der Mann mit der eisernen Maske gefangen saß.

Canning (George), einer der größten Staatsmänner der neuern Zeit, stammte auseiner ursprünglich in Warkwickshire ansässigen Fatnilie, wo der ältere Zweig derselben nochwohnt. Sei» Vater lebte in Irland, verließ aber dieses sehr jung und zog sich, als er aus-studirt hatte, durch die Verhcirathung mit einem armen Mädchen, einer Verwandte Sheri-dan's, den Unwillen seiner Angehörigen zu. Mit einem dürftigen Jahrgclde abgefundcn,ließ er sich in London nieder, und da er als Advocat nicht fortkommcn konnte, fing er einenWeinhandel an. Bei seinem frühen Tode im I. 1771 ließ er seine Witwe mit drei Kindernin der dürftigsten Lage. Verwandte des Verstorbenen übernahmen die Erziehung des Sohns,die Mutter ging auf die Bühne, um sich und ihre Töchter zu ernähren. Später heirathckesie einen Schauspieler, in dritter Ehe einen Leinwandhändler, Namens Hunn. Sic lebtelange genug, sich noch der Größe ihres Sohns zu freuen, der sie dankbar ehrte und ihr einsorgenfreies Alker bereitete. C„ geb. am 11. Apr. I770zuLondon, erhielt seine crsteBildungin der Schule zu Eton, machte bald in den klassischen Studien glänzende Fortschritte und