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3 (1845) Buchholz bis Czongrad
Entstehung
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164
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164 Cannabich (Gottfr. Christian)

und zog sich östlicher nach C.; die Römer folgten 'chm und schlugen an beiden Ufern deSAufi.dus ein neues Lager auf. An dem von Varro zur Schlacht ausersehenen Tage aber gingdieser mit dem ganzen Heere auf das linke Ufer. Nachdem Varro seinen rechten Flügel an denFluß gelehnt und sich weit in die Ebene ausgcbreitet hatte, überschritt Hannibal bei einer Furtden Aufidus und stellte sein Heer dem römischen entgegen. Letzteres hatte aufdem rechten Flügeldie röm., auf dem linken, wo Ämilius Paulus (s. d,) befehligte, die verbündete Reitereiund alles Fußvolk unter dem Consular Servilius Geminus in der Mitte. Hannibal stellte seinefpan. und gall.Reiterei unter Hasdrubal der römischen, die numidische aber unter Maharbal derder röm. Verbündeten gegenüber. Seine Fußtruppen aus Afrika theilte er in zwei Abthei-lungen und stellte sie in der Nähe der Reiterei auf. Gesondert von beiden Flügeln durch einenfreien Raum, standen in der Mitte im stumpfen Winkel die Spanier und Gallier zu Fuß,und hinter diesen eine andere starke Abtheilung. In der Mitte übernahm Hannibal selbst mitseinem Bruder Mago den Befehl. Die Römer hatten die Sonne und den Wind, der ihnen denStaub entgegenjagte, wider sich. Die leichten Truppen beider Heere begannen das Treffen,in dem gleich anfangs der Consul Ämilius Paulus verwundet ward. Heftig war der ersteAngriff der röm. Reiterei auf die Spanier und Gallier; das röm. Fußvolk wollte der Reiterei,die durch die Feinde hart bedrängt ward, beistehen, zog sich nach dem Flügel im Bogen hin,in welchem cs mit vielem Nachtheile focht, und siel das span, und gall. Fußvolk an, das sichin guter Ordnung nach Hannibal's Befehl fechtend in die leeren Räume zwischen der Mitteund den Flügeln immer weiter zurückzog. Dies veranlaßte sehr bald, daß Hannibal vomMittelpunkte aus den unvorsichtig vordringenden und eingeengten Römern mit dem afrik.Fnßvolke, das er für diesen Zweck geschont hatte, in die Seiten fiel. Jetzt schwankte der Kampfnicht länger, überall unterlagen die eingedrängten Römer, mit ihnen der Consul ÄmiliusPaulus, dem der Kriegstribun Cn. Lcntulus vergebens sein Pferd zur Flucht anbot. Viele derFliehenden wurden in der Ebene von der numidische» Reiterei niedergehauen. Der Verlustder Römer betrug nach Livius 45000 M. zu Fuß, gegen 3000 Reiter, darunter die beidenQuästoren der Consuln, mehre Consularcn, auch Servilius, und 80 Männer von senatori-schem Range, die in dem Heere dienten. Hannibal hatte 8000 M. verloren, sodaß er es nichtwagte, schleunigst, wie Maharbal rieth, auf Nom loszudringen. (S. Hannibal.) Es wur-den 20000 Römer theils auf dem Schlachtfclde theils in dem Lager gefangen genommen.Ungefähr l4000 sammelten sich theils in Canusium, wo P. Scipio Äfricanus (s. d.lund Appius Claudius Pülcher den Oberbefehl übernahmen, theils in Venusia, wohin sichder Consul Varro gerettet hatte.

Cannabich (Gottfr. Christian), ein Mann von Hellem Geiste und gründlicher Bil-dung, geb. zu Sondershausen am 27. Apr. 1745, erhielt theils durch seinen Vater, derRector zu Breitenbach im Sondershausenschen war, theils auf dem Gymnasium zu Sonders-hausen seine akademische Vorbildung und studirte 1764 — 66 Theologie in Jena. Bereitsim 1.1767 in Sondershausen als Prediger angestellt, wurde er hier 1794 Pastor, Superin-tendent, welches Amt er schon seit 1783 zum Thcilverwaltet hatte, Kirchen- und Consistorial-rath. Eine schwere Krankheit nöthigte ihn l 809, dem Berufe als Prediger zu entsagen; dochverwaltete er seine übrigen Amtsgcschäftc bis zum I. 1813, wo ihm dieselben abgenommenwurden. Seitdem lebte er im stillen häuslichen Kreise den Wissenschaften bis zu seincmTode,der am 23.Sept. 1830 erfolgte. Es lag in derNichtung seinerZeit, daß er sich, als ein auf-geweckter Kopf, den sogenannten Neologen anschloß. Überzeugt, daß die Religion ohne ge-sunde Philosophie eines sichern Fundaments entbehre, vertiefte er sich in das Studium der-selben, aus dem er als Eklektiker hervorging. Er bildete sich nach und nach sein eigenes philo-sophisches und theologisches System, das er sich später gedrungen fühlte, auch gemeinnützigzu machen und durch Lehre und Schrift zu verbreiten. So konnte es nicht fehlen, daß er sichbald heftig augefeindet und in literarische Fehden verwickelt sah. Übrigens war er ein sehrliebenswürdiger, braver, biederer und rechtlicher Mann. Unter seinen zahlreichen Schriftensteht die „Kritik der alten und neuen Lehren der christlichen Kirche" (Zerbst und Lpz. 1799;2. Aust., 1800) oben an, die allgemeines Aufsehen erregte. Außerdem erwähnen wir nochseine „Predigten über die Sonn- und Festtagsevangelien" (5 Bde., Sondersh. 1795—1804), die „Predigten über den Werth und Gebrauch der Reformation zur Beförderung