Druckschrift 
3 (1845) Buchholz bis Czongrad
Entstehung
Seite
163
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Canitz und Dallwitz Caunä 103

ratur bekannt geworden, glaubte er bei den Franzosen die Muster des reinen Geschmackssuchen zu müssen, und schloß sich besonders an Boileau an, dessen Dichterstil und Gattungder Satire er nachahmte. Allerdings sind C.'s Satiren zum Theil nur schwache Nachbildun-gen der Boileau'schen und, gleich seinen übrigen Gedichten, mehr nüchternes Verstandeswerkals Poesie, aber sie haben unbestreitbar das Verdienst, den schwülstigen, bombastischen Stilsowie den pedantischen Gclehrtenkram der Dichter jener Zeit, wie eines Bohse, Postcl, HunoldMeyer, theils siegreich bekämpft, theils durch ihr Beispiel einen bessern Geschmack, eine schönere,würdige Haltung, eine züchtigere Reinheit an die Stelle gesetzt zu haben. Auch die Verse C.'Ssind sehr wohlgebaut und leicht. Durch ihn wurde übrigens die Satire allgemein in Deutsch-land wiederbelebt. Seine Gedichte, bestehend nächst den Satiren, theils in geistlichen Gedich-ten theils in galanten undScherzgedichten, erschienen erst nach seinem Tode unter dem TitelNebenstunden unterschiedener Gedichte", herausgegeben vonJ. Lange (Berl. 1700; voll-ständiger von I. A. König, Lpz. 1727; 14. Aust., 1765).

Canitz und Dallwitz (Freiherr von), prcuß. General,najor, bevollmächtigter Mi-nister und außerordentlicher Gesandter am Hofe zu Wien, geb. 1787, studirte auf derUniversität zu Marburg die Rechte. Später trat er in den kurhcss. Kriegsdienst über,den er in Folge der Ereignisse des Jahres 1806 mit dem preuß. vertauschte. Hier fochter zunächst in den Kämpfen von 1807 in Schlesien und Preußen mit, später wurde er,als Friedrich Wilhelm III., von Napoleon gezwungen, 1812 einen Theil seines Heers zumKampfe gegen Rußland aufbrechen ließ, als Offizier dem Eencralstab Aorck beigegebcn. Nachder zwischen seinem Generalund Rußland geschlossenen Convention, trat er, um seinen Drangnach kriegerischer Thätigkeit je eher je lieber zu befriedigen, mit Bewilligung seines Königsin die russ. Armee ein und unternahm unter dem General Tettenborn den für den Aufstanddes nördlichen Deutschlands so entscheidenden Zug nach Berlin und Hamburg. Erst wäh-rend des im Sommer 1813 cingetretenen Waffenstillstands kehrte er in preuß. Dienste undzwar als Generalstabsoffizier in das Dorck'sche Armeecorps zurück und erhielt als Anerken-nung seiner in den Feldzügen von 181315 bewiesenen Tapferkeit, außer mehren andernOrden, nach dem Frieden das eiserne Kreuz erster Classe. Hierauf wirkte er anfangs alsMajor des Generalstabs zu Breslau, dann in Berlin als Adjutant des Prinzen Wilhelm,Oheims des jetzigen Königs, sowie zugleich als Lehrer an der Militairschule. In dieser Zeitschrieb er sein treffliches WerkNachrichten und Betrachtungen über die Thaten und Schick-sale der Reiterei" (2 Bde., Berl. 182324), worin er die vielfachen Erfahrungen frühererJahre, mit vorurthcilsfreier Klarheit und Schärfe dargestellt, nicderlegte. Später als Preu-ßen in Folge der russ-türk. Frage zum ersten Male in Konstantinopel eine vermittelnde Stel-lung einzunehmen Gelegenheit fand, wurde er als außerordentlicher Gesandter an den groß-herrlichen Hof gesandt, den er erst 1829 seinem Wunsche gemäß verließ. Nach seiner Rückkehrzum Oberst ernannt, erhielt er bald den Auftrag, dem von Rußland gegen Polen begonnenenFeldzuge als prcuß. Abgeordneter im Hauptquartier des Feldmarschalls Diebitsch beizu-wohnen, sodann die Jnconvenienzen zu beseitigen, die sich aus dem Überschreiten der preuß.Grenze von verschlagenen größer« Abtheilungen des poln. Heers ergaben. Nach der Thron-besteigung des Königs Ernst August wurde er Gesandter bei den Höfen zu Hannover undBraunschweig. Mit vieler Wahrscheinlichkeit wird er als Verfasser des anonym erschienenenBuchsBetrachtungen eines Laien über das Leben Jesu von Strauß" (Gött. 1837) bezeichnet.

Cannä, jetzt Canne, eine Stadt am südl. Ende der apulischen Ebene, unweit der Mündungdes Aufidus (Ofanto) in der neapolit. Provinz Terra di Bari, im alten Apulien, ist berühmtdurch die Schlacht, welche hier die Römer am 2. Aug. 216 v. Ehr. gegen Hannibal verloren.Das röm. Heer, 80000 M. zu Fuß, 6000 Reiter, ward angeführt von den beiden KonsulnC. Terentius Varro und C. Ämilius Paulus, die im Oberbefehl täglich wechselten; Hannibalhatte nur 40000 M. zu Fuß und 10000 Reiter. Auf diese Übermacht vertrauend, aber wiees scheint auch nach dem Wunsche Vieler im Senat, beschloß Varro, dem Ämilius vergebensabrieth, eine Schlacht zu liefern. Hannibal, der des Konsuls Absicht bemerkte, an deren Aus-führung ihm selbst, da er von Zufuhr abgeschnitten war, am meisten lag, reizte ihn an, indemer ihn in leichten Neitertreffen siegen ließ. Er verließ hierauf seine Stellung bei Geronium

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