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ciencka" (Lond. l 82 5) vorausgehen ließ. Im I. l 82 9 erhielt er die Erlanbniß, nach Spanienzurückzukehren. Spater trat er wieder in die Cortes, wo er sich seinen frühem Grundsätzengetreu bewährte, ohne daß ihm jedoch fernerhin eine besonders hervortretende Rolle im öffent-lichen Leben zugefallen wäre.
Canino (Fürst von), s. Bonaparte (Lucian).
CanislUs (Petrus), eigentlich deHondt, einer der thätigsten Jesuiten in Deutsch-land, geb. am 8. Mai 1524 zu Nimwegen, studirte zu Köln, wo er l 543 in den Orden aus-genommen wurde. Schon hier bewies er große Thätigkeit für die Zwecke der Jesuiten, indemer geschickt die Reformationsversuche des Kurfürsten Hermann von Köln zu vereiteln wußte.In das Collegium seines Ordens zu Ingolstadt versetzt, wurde er 1549 Lehrer der Theologie,bald auch Rector und Vicekanzler der dasigen Universität. Die wichtigsten Dienste leisteteer dem Orden und dem Papste zu Wien, erst als Rector des dasigen Collegiums, dann durchVisitation, d. h. durch Umformung der wiener Universität nach den Absichten des Ordens, imI. 1553 und endlich durch die einjährige Verwaltung des Bisthums Wien, das er als Jesuirnicht annehmen durfte. Ihm verdanken die Jesuiten, deren erster Provinzial in Deutschlander war, ihre Verbreitung in den deutschen Staaten und die Kollegien zu Prag, Augsburg,Dillingen und Freiburg in der Schweiz, die er stiftete. In das letztere zog sich C. unter derRegierung des ihm minder günstigen Kaisers Maximilian ll. zurück und starb daselbst am21. Dec. 1597. Nicht nur seine „Summa ckactriaae ckristianae siva catecliismus Major"(Wien 1554; beste Ausg., Anrw. 1587; neueste Ausg., Landsh. 1842), die namentlich vondem Jesuiten Petrus Busäus sehr weitläufig commentirt wurde (Köln 1586, Fol.; neuesteAust., 4 Bde., Augsb. 1833), und seine „lustitutiouss cüiistmnae pietstis Live parvuscateckismus catllolicorum" (1566), die viele hundert mal neu aufgelegt und in fast alleSprachen (deutsch von Colmar, neueste Aust., Mainz 1840) übersetzt wurden, sowie sein„Normals catbolicoruin in usum ;>is precancki collectuw" (Antw. 1530; neueste Aust.,Augsb. 1841; deutsch, 8. Aust., Landsh. 1829), sondern auch sein Einfluß auf Kaiser Fer-dinand I., der sich von ihm sehr zum Nachtheile der Protestanten bestimmen ließ und ihn auchzum Concilium in Trient schickte, haben viel dazu beigctragen, die Reformation in den östr.Staaten und im südlichen Deutschland überhaupt aufzuhaltcn. — Sein Neffe, HeinrichC., gest. am 2. Sept. 1610 als Professor des kanonischen Rechts zu Ingolstadt, schriebunter Andcrm „^ntiyuae iectiones ack iiistorism meüias aetstis illustrauckam" (6 Bde.,Jngvlst. 1602—4, 4.), die Basnage unter dem Titel ,,1'üesoorus mouumeutorum eccle-siasticorum" (7 Bde., Antw. 1721, Fol.) vonneuemherausgab, auch„8ummajur!s canonici"(Jngolst. 1599, 4.), die sehr oft gedruckt wurde.
Canitz (Friedr.Rud.Ludw., Freiherr von), der deutsche Dichter, entsprossen aus einerseit dem 12. Jahrh. in meißnischen Urkunden vorkommenden, an ausgezeichneten Männernreichen Familie, geb. zu Berlin am 27.Nov. 1654, erhielt im älterlichen und großälterlichenHause eine ausgezeichnete Erziehung, studirte dann zu Leyden und Leipzig die Rechte undmachte hierauf eine Reise durch Italien, Frankreich und England. Nach seiner Rückkehrwurde er 1677 Kammerjunker am Hofe zu Berlin und bald darauf Legationsrath, in welcherEigenschaft er zu auswärtigen Geschäften und Unterhandlungen, namentlich bei den kurfürst-lichen Höfen am Rhein, gebraucht wurde. Unter dem nachhcrigen König Friedrich l. ward er1697 zum Geh. Staatsrath und dann zum Wirklichen Geh. Rath ernannt, durch den Kaiseraber 1698 in den Reichsfteiherrnstand erhoben. Er nahm als bevollmächtigter Minister anden im Haag eröffnten Unterhandlungen wegen der span. Erbfolge Theil, mußte aber 1699'in Folge körperlicher Leiden um seine Abberufung nachsuchen und starb noch in demselben Jahream 16.Aug. zu Berlin. Von 1681—95 war er mit der als treffliche Gattin von ihmnamentlich in dem zu seiner Zeit berühmten Trauergedichte auf ihren Tod, sowie auch vonAndern gefeierten Dorothea (Doris) von Arnimb vermählt, deren Andenken Franz Hornund Dörnhagen von Ense erneuert haben. Als Staatsmann erwarb er sich vielseitigenBeifall durch seine diplomatische Gewandtheit; nach und nach waren ihm mehr als 20 Ge-sandtschaften übertragen worden. Er war keineswegs ein selbständig productiver Dichter.Auf der Universität zu Leipzig und später bei einem zufälligen Aufenthalte in Hamburg, da-mals der zweiten Hauptstätte deutscher Bildung, mit dem Unwerth der vaterländischen Lite-