Carrarische Inseln loö
Unter dem Einflüsse der Cultur hat dieser seine Färbung sehr verändert, denn außer der ge-meinen citronengelben Spielart gibt es grau- oder rothbraune, strohfarbene, weiße, sogarzweifarbige u. a. m. Auf der Insel Mcinau im Bodcnsee ist der Kanarienvogel jetzt verwil-dert anzntrcffen. Mit seiner Vermehrung beschäftigen sich Vogelhändler in Thüringen undTirol und bringen die erzogenen Jungen bis Moskau, Konstantinopel und England.
Canarischc Inseln, eine Gruppe von zehn größer» und kleinern Eilanden, welcheauf 15 l lüM. mehr als 232000 E. zählen, liegen an der westlichen Küste Afrikas vom 27°29'— 29° 26' nördl. B. und von 359°—4° 50' westl. L., ungefähr 18 M. vom Fesilandcentfernt. Sie sind vulkanischen Ursprungs, haben ein so herrliches Klima und Did so frucht-bar, daß die Alten ihnen den Namen der Glücklichen Inseln beilegten. Wahrschein-lich waren sie schon den Karthagern bekannt. Juba II-, König beider Mauritanien, der, vonJulius Cäsar im Triumph aufgeführt, sich dann zu Nom in Künsten und Wissenschaftenunterrichten ließ und einen so hohen Grad von Bildung sich erwarb, daß er für einen der ge-lehrtesten Fürsten seiner Zeit galt, lieferte zuerst eine genaue Beschreibung dieser Inseln, dieaber verloren gegangen ist; doch wurde dieselbe von Plinius, als dieser seine „llistoriu na-turslis" ausarbeitcte, benutzt. Als die ältesten Bewohner der Canaricn werden die Guanchcsgenannt, von deren Cultur die Spanier, die sie 1316 eroberten, wunderbare Dinge crzählen. Die Spanier scheinen indcß damals keinen bcsondern Werth auf diesen Besitz gelegt zuhaben, da Heinrich der Seefahrer sie 1456 für Portugal in Besitz nehmen konnte. Doch1478 unternahmen sie dieEroberung derselben von neuem, die sie gegen Ende des l5.Jahrh.dadurch vollendeten, daß sie die ursprünglichen Bewohner unterjochten und in der Folge ganzvertilgten, sodaß die Inseln gegenwärtig fast nur von Spaniern und wenigen Portugiesenbevölkert sind.
Die sieben bewohnten Inseln sind: 1) T eneriffa (s. d.), die größte; 2) Gran-Cana-ria, 33 lüM. mit 50000 E., die fruchtbarste unter den Inseln, mit der Hauptstadt Palmas;3) Palma, 15 UM. mit 30000 E.; 4) Gomera, 8 lUM. mit 7000 E.; 5) Fuertaventura,35 UM. mit 10000 E.; 6) Lanzarote, 13 UM. mit 10000 E. und 7) Ferro, die kleinsteder Inseln. Das äußere Ansehen sowol der ganzen Inseln als ihrer einzelnen Theile trägteinen ziemlich gleichförmigen, durch ihre vulkanische Entstehung bedingten Charakter. Esfindet sich fast immer auf dem Gipfel der überall stetig abfallenden größten Erhebung einekesselförmige Vertiefung, La Caldera genannt, und auf den Abhängen ein strahlenförmigausgehendes System ticf cingcrissener Spalten, Barancos benannt, von denen in der Rege!nur eine in den Kessel dringt und die innere Structur der regelmäßig geschichteten Vulkan-gcstcine entblößt. Durch die Untersuchungen Alexander von Humboldt's und L. von Buch'sist die Pflanzcngeographie der C. auf das lehrreichste dargelegt, und in ihren Mannichfaltig-keiten, von den reifenden Palmenfrüchten am Meersufer bis zur Alpenflora der höchstenBerge, in das belebte Bild fünf aufeinander folgender Regionen gebracht worden. Bis zu1200 F. steigt die Region der afrik. Formen bei mittlerer Jahrestemperatur von 18° R.,repräsentirt durch den Pisang, die Dattelpalme, den Drachenblutbaum und das Zuckerrohr;ihr folgt bis zur Höhe von 2600 F. unter Temperatur von ,14° R. der Gürtel europ. Cul-tur, wo die schönsten Weingärten, Mais- und Kornfelder, Öl- und Äastanienwälder in fri-scher Kraft prangen. Beim Aufsteigen in die dritte Region, die der immergrünen Wälder,bis zu 4100 F., sieht man unter dem Einflüsse einer Temperatur von 10° N. und reichli-cher Feuchtigkeit den kräftigsten Pflanzcnwuchs in den Lorberwäldern entfaltet, welche dasBild südlicher Formen schließen. Es beginnt nun über der Wolkenschicht, also schädlicherTrockenheit ausgesetzt und alljährlich von mehrmonatlichem Schneefall helmgesucht, bis zu5000 F., bei der Temperatur von 8° R., die Region der Kieferwälder (Linus cuimriensis)und gemeinen Farrenkräuter, worauf man unter der Temperatur von 4° R. bis zur Höbevon 10300 F. in die alpinische Region der Ret-unu blsnen eingeht, eines diesen Gegendeneigenthümlichen Spartiums, das in Gesellschaft des Cedcrnwachholders und der einzigen Al-penpflanze, ^.rsliis ul;,ing, vorkommt. Die letzten Höhen der Piks sind ohne alle Vegetation,ragen aber noch nicht in die ewige Eisregion ein. Das Thierreich zeigt eine beschränkte undzum Theil erst eingeführte Auswahl seiner Geschlechter. Das Dromedar aus Afrika unddie eigenthümliche Canarischc Ziege sind die verbreitetsten Hausthiere neben Hunden, Schwei-