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liberale Partei in C. nach dem Beispiele der Vereinigten Staaten an nichts Anderes, alsan eine Republik und gänzliche Unabhängigkeit von England. Es bildete sich eine Associa-tion unter dem Namen Söhne der Freiheit, mit einem Centralausschuffc zu Montreal,um die Unternehmungen gegen Großbritannien zu überwachen. Dieser Partei der Bewe-gung trat der Club der Loyalistcn gegenüber. Sehr bald kam es zum blutigen Aufstandund zum förmlichen Kriege zwischen beiden Parteien, sodaß die engl. Regierung gegen Ende >des I. 1837 in Untercanada das KriegsgcseH proclamirte und die Assembly daselbst suspen-dirte. Ebenso brach in Obercanada ein blutiger Kampf aus; allein in beiden Provinzenzogen die Insurgenten den Kürzern, kamen um oder mußten sich nach den Vereinigten Staa-ten flüchten.. Von hier aus versuchten sic, wiewol vergeblich, C. von neuem zu insurgiren,wobei fast durch Wegnahme und Verbrennung eines nordamerik. Dampfschiffs von Seitender Briten und durch einen Angriff auf die zum Staate Neuyork gehörige Insel Navy imJan. l838, um die auf derselben befindlichen Insurgenten zu vertreiben, ein Bruch zwischenEngland und den Vereinigten Staaten herbcigeführt worden wäre. Zur völligen Schlich-tung der Streitigkeiten und Dämpfung der Unruhen wurde nun Lord Durham als General-gouverneur mit unumschränkter Vollmacht nach C. gesendet, der aber den in ihn gesetztenErwartungen keineswegs entsprach, in Mitte der aufrührerischen Provinzen und der brit. Re-gierung eine Stellung cinnahm, welche weder die eine noch die andere Partei zufrieden-stellte. Der Rath der Königin hatte seine canadischcn Ordonnanzen für gesetzwidrig erklärt,und er hatte die Taktlosigkeit begangen, von dieser Entscheidung an das kanadische Volk zuappelliren. Die unmittelbare Folge dieses Verfahrens war eine gehässige Stimmung selbstunter den Loyalistcn gegen das Mutterland, welche erst sein Nachfolger Lord Sydenham zuberuhigen im Stande war. Gleichwie die Sendung Lord Ashburton's nach den VereinigtenStaaten die Hoffnung der Canadier auf einen Krieg zwischen diesen und England zunichte >machte, so hat der gegenwärtige Gouverneur der jetzt vereinigten Provinzen von Ober- undUntercanada, Sir Charles Bagot, Alles aufgeboten, die einflußreichsten franz. Bewohnervon Untercanada an die Regierung zu knüpfen. Er hat dies gethan, ohne alle Rücksicht aufdie politischen Meinungen der Männer, daher denn Mehre, auf deren Kopf ein Preis gesetztwar, in den vollziehenden Rath der Provinz ausgenommen sind. Seitdem ist denn auch dieRuhe in C. wiederhergestellt und der aufrührerische Geist gänzlich geschwunden, sodaß selbstdie Sympathiscrs auf amerik. Gebiet den Gedanken aufgaben, C. zu revolutioniren. Vgl.Anderson, „(lsnacka" (Lond. 1813), Bouchette, „Tüe britisü clvminions in l^ortll-^m«-rica"(2 Bde., Lond. 1 83l) undLebrun, „Tableau stat.et polit. ckes ckeux 6." (Par. l832).
Canaletto (Antonio), eigentlich Canale, cinvenet.Maler, geb. 1607, istvorzüglichdurch seine naturgetreuen Landschaften und Architekturgemälde berühmt. Seine Kenntnisder Perspective und seine Kunstfertigkeit hat er in einer Menge trefflicher Ansichten von Vene-dig dargelegt, die durch Frische und Kraft, Treue des Wiedergegebenen und glückliche Erfin-dung des vom Künstler Zugefügten zu den beachtungswerthesten Werken der Kunst gehören.C. starb zu London, wo er sich durch Zeichnung der schönsten Gegenden großen Ruhm erwarb,1768. — Sein Neffe und Schüler, Bernardo Bellotto, genannt Canaletto, geb.zu Venedig 1723, zeichnete sich sowol als Maler wie als Kupferstecher aus. Er hatte sichAntonio's Manier ganz zu eigen gemacht und arbeitete mit Leichtigkeit und Geist. Die rmi-sten seiner Gemälde befinden sich in Dresden. Er starb zu Warschau 1780.
Canariensamen , das Product einer Pflanzengattung (klmlaris csnariensis) au»der natürlichen Familie der Gräser, die ursprünglich auf den Canarischen Inseln heimisch ist,wird gegenwärtig in Italien, Frankreich, der Schweiz und Thüringen, insbesondere in derUmgegend von Erfurt, gebaut. Er dient zum Futter für die Canarienvögcl, auch bereitetman eine gute Schlichte zur Baumwollenweberei und zur Appretur seidener Zeuge, und inItalien auch Brot und Grütze daraus.
Kanarienvogel. Der Canarienvögcl gehört der ornithologischen Gattung der Finkenan und ist im wilden Zustande oben grünlichgelb, unten goldgelb gefärbt, an den Schenkelnund Seiten auf schmuzig weißem Grunde braungefleckt. In seinem Vaterlands, auf denCanarischen Inseln, lebt er in Gärten und Feldern und soll einen schönem Gesang hören lassenals der zahme, seit dem l ö.Jahrh. in Europa und zwar zuerst in Italien eingeführte Vogel.