Canada 155
»me die nördliche Bergkette am St.-Lorcnzstromc genannt wird, und das Alleghanygebirge.Fast durchgehend hat cs einen mit fruchtbarer Dammerde bedeckten, sehr ergiebigen BodenDer Hauptstrom ist der St.-Lorenzstrom, der nicht nur die großen Canadischcn Seen, son-dern auch den St.-Francissee, den See der beiden Berge und den St.-Pctcrsee bildet undzahlreiche Inseln umschließt. Unter den Flüssen, die er aufnimmt, sind der Ottawa, St.-Maurice oder Three-Nivers, Batiscan, Champlain-River, St.-Anne, Jacques-Cartier,Montmorency, Saguenay, Chateauguy, der Richelieu oder Sorel, welcher dem Champlain-see entfließt, der Aamaska, der St.-Francis, Nicolet, Chaudiere und der Etchemin, zumTheil mit zahlreichen Nebenflüssen, die bedeutendsten. Andere bedeutende Flüsse sind derNistigouche, der sich in die Bai von Chaleurs ergießt, und der St.-John, der sich nach Neu-braunschweig wendet. Die größten Seen sind der Ober-, der Huron-, Eric-, Ontario-, Sim-coe-, St.-Clair- und Georgesee, der Nipissing, Temiscaming und Rice-Lake. Sie allestehen durch ihren Abfluß theils untereinander, theils mit dem St.-Loren;strom in Verbin-dung ; auch sind sie mehrfach durch Kanäle verbunden, unter denen der Rideaukanal, derden Ontariosee bei Kingston mit dem Flusse Ottawa verbindet, der Wellandkanal zwischendem Ontario- und Eriesee, der Grenville- und der La-Chinckanal die vorzüglichsten sind.Das Klima ist gemäßigt und gesund, der Winter hart und anhaltend, der Sommer schnelleintretend und sehr warm. An Producten liefert das Land Gold, Eisen, Blei, Kupfer,Steinkohlen, Schwefel, Salpeter, Meerschaum, Kalk, Gyps, mehre Thonartcn, Ocker undetwas Salz. Die Waldungen geben einen Überfluß an Holz, Nutzholz und vorzüglichSchiffsbauhol;, welches eines der wichtigsten Ausfuhrproducte abgibt. Auch gedeihen derrothe und der Zuckerahorn, zahlreiche Arten Eichen, Eschen, Ulmen und Buchen, das Eisen-Holz, mancherlei Arten Kiefern, Tannen, Fichten, Lärchen und Cedern, nicht minder Sassa-fras-, Lorber- und Maulbeerbäume. Der Acker-und Gartenbau liefern Getreide, Mais,Hirse, Buchweizen, Hülsenfrüchte, Hanf, Flachs, Taback, Kartoffeln, Melonen, Gemüsealler Art, fast alle europ. Obstarten u. s. w. Das Thierreich hat viele wilde reißende undjagdbare Thicre aufzuweisen; wichtig sind namentlich ihres kostbaren Pelzwerks wegenmehre Fuchs- und Wieselarten; ferner gibt es hier das Elenn-, Nenn- und Moosethier, denBison, Büffel, Edelhirsch, Damhirsch, Biber u. s. w., zahlreiche Sumpf- und Wasser-vögel; viele Schlangen, darunter auch die Klapperschlange, sowie Fische, namentlich Lachse,Store u. s. w. Die Bewohner sind theils Eingeborene theils Eingewanderte. Jene gehörenzu den indian. Stämmen derHuronen, Irokesen, welche inMohawks, Senecas, Onondagos,Kajugas, Oneidas und Tuskaroras zerfallen, ferner der Algonkinen, Abbitibbis, Michmaksund Knistinos. Sie sind an Menschenzahl sehr herabgekommen, haben sämmtlich das Chri-stenthum angenommen und treiben Landbau, Viehzucht, Jagd und die nothwendigsten Hand-werke. Die Eingewanderten sind theils franz. Ursprungs, theils Engländer, Schotten undIren, auch Deutsche. DieZahl der sämmtlichen Bewohner europ. Ursprungs beläuft sich jetztauf >,279999, die der Eingeborenen auf 39999, sodaß dieGesammtbevölkerung 1,399999Köpfe beträgt. Die Beschäftigungen derselben sind vorzüglich Jagd, Fischerei, Viehzuchtund Landwirthschaft. Gewerbe und Fabrikwesen befinden sich noch in ihrer Kindheit. Be-deutender dagegen ist der Handel, besonders mit Pelzwerk, Mehl, Getreide, Holz, Fleisch,Butter und gesalzenen Fischen. Die Mehrzahl der Bewohner bekennt sich zur katholischenKirche und steht unter dem Erzbischof vonQuebek; die übrigen gehören theils der engl.,theils der presbyterian. Kirche an. Außerdem gibt es Methodisten, Baptisten, Quäker, Lu-theraner und Mennoniten. Da es noch sehr an Volksschulen und Schulanstalten überhauptfehlt, so ist die Bildung des größten Theils der Bewohner noch sehr mangelhaft und unvoll-kommen. Im I. >784 wurde C. zu einem brit. Generalgouvernement erhoben, das seit179l in die beiden Gouvernements Unter- und Obercanada getheilt war, die aber in Folgeder neuesten Ereignisse wieder unter einem Gouverneur vereinigt wurden. Früher durchzwei Assemblies vertreten, sind sie gegenwärtig in Hinsicht der Vertretung gleichfalls durchEin Parlament vertreten, zu welchem jede der beiden Provinzen 39 Mitglieder sendet. Un-tercanada, der seewärts gelegene Theil, welchen hauptsächlich der Ottawafluß von Ober-canada trennt, hat ein Areal von 6899 mM. und zerfällt in die Districte Montreal, Three-RiverS, Gaspe, St.-Francis und Quebck. Es zählt 829999 europ. E-, die fast sämmtlich