Druckschrift 
3 (1845) Buchholz bis Czongrad
Entstehung
Seite
153
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Camuccini Camus 153

bin; den Ruf des geschicktesten und uneigennützigsten Rechtsgelehrtcn sich erworben, ward ecvon Karl III. 1762 zum Fiscal des hohen Raths von Castilien ernannt. Auf des KönigsVeranlassung gab erviscurso sobre el lomento «lc In inäustria populär" (1774) undviscurso solire In eüucaeiou jiopular cks los srtisauos su lomento" (1775) nebst einemLpen.IiceälaLllucacionpnpuIur" (177577) zusammen in sechs Bänden heraus, woriner über innere Policci, Abgaben, Ackerbau, Manufacturen und Handel seine Ansichten dar-legte. Durch eine andereAbhandlung bewirkte er dieFreigebungdesEetrcidehandels. Auchsuchte er das Gauner - und Bettlcrwesen abzustellen, indem er über die Zigeuner schrieb undMittel an die Hand gab, wie man die heimatlosen Müßiggänger nützlich beschäftigen könne.Den Grafen Aranda unterstützte er eifrig bei dem schwierigen Unternehmen, die Jesuiten ausSpanien zu vertreiben. Bei dem Regierungsantritte Karl's IV. im I. 1788 wurde er, da-mals Vorsitzender des Hohen Raths von Castilien, zum Präsidenten des königlichen RathSund bald darauf zum Staatsrath ernannt. Sein Ansehen schien auf unerschütterlichenGrundfesten zu ruhen; doch als der Graf Florida Blanca die Gunst des Königs sich zu er-werben gewußt hatte, wurde C. aus dem Rathe entfernt und verlor seine Ämter. Er lebtehierauf in der Zurückgezogenheit den Wissenschaften und starb am 3. Febr. 1862. Geschätztsind seine staatsökonvmischcn Schriften, am berühmtesten aber ist seinIratmlo cke In re-gsliil tle smorti-mcion" (Madr. 1765, Fol.; ncue Aufl., mit einem Elogium des C. vonÄrnao, Gerona 1821, 4.), worin er zu beweisen suchte, daß die span. Regierung das Rechthabe, die Veräußerungen zur tobten Hand zu beschränken, was am zweckmäßigsten durchein Amortisationsgesctz geschehen könne. Ein Gegenstück dazu bildet sein handschriftlichhinterlassenerVratgilo «Isla regalla tleLspaüa, 6 sea ei «lereclio real «le nomdrar älos benelicios eclcsiasticos üe to«la Vspana, ^ guartla «Io sus iglesias vacantos, coa unasreüsxiones bistoricas sl 6vncor«lato <ls 1753", der von dem span. Buchhändler und Litera-ten Don Meente Salva zu Paris 1830 hcrausgegeben wurde.

Camuccini (Mncenzo), einer der vorzüglichsten neuern ital. Historienmaler, geb. zuRom 1773, wurde in der franz. Schule gebildet, arbeitete aber nachher fortwährend inRom, wo er sehr bald bedeutende Aufträge erhielt und dann als Maler an der Pctcrskircheangestellt wurde. Jm J. 1818 erhielt er dcn Nuf als Director der Akademie zu Neapel, folgteauch demselben, kehrte aber sehr bald wieder nach Nom zurück und übernahm hier die Aufsichtüber die Gemäldegalerie des Vaticans. Seine ersten größern Arbeiten, die er zu Anfängedes jetzigen Jahrh. für den Lord Bristol ausführte, waren die Ermordung des Cäsar, und alsGegenstück der Tod der Virginia, welches für seine beste Jugendarbeit gehalten wird. Obschonsich die neuere franz. Schule in der Wahl und Behandlung der Gegenstände bei ihm sich nichtverkennen läßt, so schützt ihn doch der dem Italiener eigene Schönheitssinn vorHärtc und thea-tralischer Übertreibung dieser Schule. Eines seiner vorzüglichsten Gemälde, die Darstellungdes ungläubigen Thomas, wurde für die Peterskirche in Mosaik gearbeitet. Unter seinenübrigen Gemälden sind neben mehren Darstellungen aus der röm. Geschichte vorzüglich ge-schätzt der Tod der Maria Magdalena, die Grablegung Christi, die er für Karl IV. von Spa-nien malte, die Bekehrung Saul's und die Sendung der Benedictiner nach England, alsVerkünder des wahren Glaubens. Mit Landi führte er die Plafonds im Palaste Tortoniaaus. Auch als glücklicher Restaurator alter Gemälde hat er sich berühmt gemacht. Ihnunterstützte hierbei insbesondere sein Bruder Pietro C., der 1833 starb. Sein Atelierwar höchst geschmackvoll geordnet; in einer Reihe von Sälen waren alle seine Arbeiten, bisauf die ersten Umrisse und Skizzen herab, zwischen Abgüssen von Antiken aufgestellt. Au-ßerdem besaß er treffliche Gemälde alter Meister, kostbare Handzeichnungen von Rafael,G.Nomano und daVinci und viele seltene Kupferstiche. Erstarb zu Nom am l.Sept. 1844,

Camus (Armand Gaston), ein in jeder Hinsicht merkwürdiger und während der franz.Revolution sehr thätiger Mann, geb. am 2. Apr. 1740 zu Paris, studirte die Rechte underwarb sich besonders eine so ausgezeichnete Kcnntniß des Kirchenrechts, daß ihn der Klerusvon Frankreich zum Eeneraladvocaten, der Kurfürst von Trier und das fürstliche Haus Salm-Salm aber zum Rathe erwählten, welche einträgliche Bestallungen er indcß später freiwilligaufgab. Er war ein eifriger Janscnist und übte bei einem eisenfesten Charakter die strengstenSitten und eine wahrhaft ascslische Frömmigkeit. Mit gleicher Entschiedenheit und Leiden-