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„Tiri-lute", das bei der ersten Aufführung enthusiastischen Beifall fand und sich ziemlichlange auf der Bühne hielt; außerdem verdient insbesondere sein „Lnllronic" hervorgchobenzu werden, weil diesem Trauerspiele unter andern Namen ganz derselbe Gegenstand zumGrunde liegt, den Schiller in seinem „Don Carlos" behandelt hat. Seine übrigen Stücke,gesammelt in seinen „Oeuvres" (3 Bde., Par. 1750), haben jetzt keine weitere Bedeutungmehr, obgleich sie sämmtlich ihrer Zeit mit der größten Begeisterung ausgenommen wurdenund namentlich die Aufmerksamkeit des Hofs auf ihren Verfasser lenkten. Nachdem er alsSecretair des Herzogs von Vcndome 30 Jahrechindurch demselben, oft mitten im Schlach-tengewühl, zur Seite gestanden hatte, zog er sich, mit Ehren aller Art überschüttet, zurückund starb am 11. Mai 1723 zu Toulouse. — Sein Bruder, Louis de C., der ftüher Jesuit,bei dem Herzoge von Vendome ebenfalls in Gunst stand und zu Toulouse 1737 starb, hat lat.und franz. Gedichte hinterlassen, die ein recht gefälliges Talent verrathen.
Campo-Formio, ein Schloß in Friaul, im lombard.-venct. Königreiche, hat durchden am17. Oct. 1797 in seinen Umgebungen geschlossenen Friedensvertrag zwischen Ost-reich und der franz. Republik einen geschichtlichen Namen gewonnen. Den Frieden unter-handelten im Namen des Directoriums der Obergeneral Bonaparte selbst und von östr.Seite der Graf von Cobenzl. Nach der Unterwerfung Italiens im Feldzuge von 1796 warnämlich die franz. Armee sogar über die Norischcn Alpen gedrungen und bedrohte Wien.Ostreich beeilte sich deshalb schon am l'8, Apr. 1797 zu Leoben die Präliminarien für einenFriedensschluß einzugehen, der die Abtretung der belg. Provinzen und des linken RheinuserSan Frankreich zur Grundlage haben sollte; überdies willigte Ostreich mit Vorbehalt einerEntschädigung auf Kosten Venedigs in die Stiftung einer Republik in Oberitalicn. ImLaufe der Verhandlungen wuchsen indessen die Ansprüche bald von beiden Seiten. DasDirectorium wollte Ostreich ganz aus Italien entfernen; Ostreich aber verlangte die venet.Staaten, die ganze Lombardei und einige Theile des päpstlichen Gebiets. Als nach der Re-volution vom 18. Fructidor alle Aussicht einer royalistischen Eontrerevolution verschwundenwar, und die republikanische Negierung einen neuen Aufschwung nahm, so drohte auch Bo-naparte die Feindseligkeiten wieder aufznnehmen, wenn der Friede nicht bis zum I. Oct. ge-schlossen wäre, worauf Ostreich sich fügsamer zeigte. Bonaparte hatte in seinem Ultimatumden Rhein mitMainz und die venet.-ionischenInseln für Frankreich, das Gebiet von Mantuafür die Cisalpinische Republik gefedert; Ostreich wollte aber Mantua haben, oder sich nichtzur Abtretung von Mainz verstehen. Endlich wurde der Friede in der Nacht vom 17. zum18. Oct. vollzogen. Ostreich trat die niederländ. Provinzen, Mailand und Mantua ab und er-hielt von den venet. Staaten Istrien, Dalmatien und das linke Ufer der Etsch, währendFrankreich den andern Theil Venedigs, dessenBesitzungen in Albanien und auf den IonischenInseln nahm. In geheimen Artikeln willigte Ostreich in die Abtretung des linken Nhein-ufers, bedingte sich dabei aber Salzburg und den Strich Baierns amJnn als Entschädigungaus; dem Herzoge von Modena und andern Italien. Häusern wurden in diesen ArtikelnEntschädigungen in Deutschland versprochen, auch sollen dieselben Bedingungen gegen diefernere Vergrößerung Preußens enthalten haben. Zur Feststellung der deutschen Rcichsan-gelcgenheiten wurde ein neuer Kongreß anberaumt, und schon am 9. Dec. 1797 zu Rastadteröffnet. Das Directorium beschuldigte Bonaparte, das Interesse Frankreichs nicht gehörigwahrgenommcn zu Haben; allein das Misfallen hatte wol mehr seinen Grund in der stei-genden Macht, die derselbe in diesen Unterhandlungen bereits offen an den Tag legte.Campo-Santo, s. Pisa.
Campomänes (Pedro Rodriguez, Graf von), Minister und Director der von Phi-lipp V. 1738 gestifteten Königlichen Akademie der Geschichte zu Madrid, gcb. in Asturien aml.Juli 1723, nützte seinem Vaterlande durch seine Talente und seine Gelehrsamkeit sowiedurch seine großartigen Ansichten von Staatsverwaltung und Politik, während seine Schrif-ten ihm einen Platz unter den vorzüglichsten Schriftstellern Spaniens verschafften und durchganz Europa seinen Ruf verbreiteten. Wegen seiner „^ntiguerlack maritima <Ie I» repu-blica ckeOsrtagv, cvn elkeriplo cks sr> general Üsnnv», traäncicko äel griego e ilustracko"(Madr. 1756,3.) ernannte ihn namentlich auch die Akademie der schönen Wissenschaftenzu Paris zu ihrem correspondircnden Mitglieds. Nachdem er in seiner vaterländischen Pro-