Druckschrift 
3 (1845) Buchholz bis Czongrad
Entstehung
Seite
151
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Camphuisen Campistrorr 151

der Medicin zu Franckcr, 1755 zu Amsterdam und 1763 zu Groningen. Im I. 1773legte er sein Amt nieder, privatisirte in Franckcr und ging dann auf Reisen. Nachdem er»787 Mitglied des Staatsraths geworden, zog er nach dem Haag, wo er am 7. Apr. 1789starb. Seine Verdienste um Anatomie, Chirurgie, Entbindungskunst und gerichtliche Arz-neiwiffcnschaft sind ausgezeichnet. Aber auch als Beförderer der schönen Künste erwarber sich Verdienste; er zeichnete ungemein fertig mit der Feder, malte in Ol, bosstrte und ver-suchte sich selbst in der Bildhauerei. Seine Abhandlung von den Sprachwerkzeugen derAffen, worin er darthat, daß dem menschenähnlichsten Affen die Rede durch einige Seiten-säckc, welche in seiner Luftröhre hängen, unmöglich sei, beseitigte mehre bis dahin über mensch-liche Bestimmung gehegte Zweifel. Ein vorzügliches Augenmerk richtete er aufSchönhcit derFormen, wie dies die Aufstellung seiner Gesichtslinie (s. Gesicht) beweist. Bedeutend für dieTheorie der bildenden Kunst war auch seine Schrift über Verbindung der Anatomie mit denzeichnenden Künsten, die eine Untersuchung enthält über die natürliche Verschiedenheit derGesichter bei Personen aus verschiedenen Ländern und Lebensperioden, über die Schönheitin der alten Sculptur, nebst einer neuen Methode, Köpfe, natürliche Gestalten und Bildnisseeinzelner Personen richtig zu skizziren. Auch seinevescription anatomiHu« ck'un ölöplumtmale", hcrausgcgeben von seinem Sohne G. A. Camper (Par. 1802, Fol.), verdient ehren-volle Erwähnung. Eine Sammlung seiner größer» und kleinern Schriften erschien unterdem TitelOeuvres, HUI out pour olsiet I'Iustoire naturelle, lii piiH'siologie et I'iumtoinieeompsree" (3 Bde., Par. 1803, nebst einem Atlas in Fol.).

Camphuisen (Dirk Rafelsz), einer der ersten und verdientesten Begründer der nie-derländ. Dichtkunst, gcb. 1586 zu Gorkum, wurde, da er im achten Lebensjahre die Alternverloren, von einem ältern Bruder erzogen, welcher ihn, weil er Neigung zur Kunst bei ihmwahrzunehmen glaubte, zu einem Maler in die Lehre that, wo er auch solche Fortschrittemachte, daß er seinen Meister bald übertraf. Später aber widmete er sich den Wissenschaf-ten, studirte in Leyden Theologie und schloß sich besonders an Arminius an. Als Predigerin dem stiftischen Dorfe Meuten, in die allgemeine Verfolgung der Arminianer mit hincin-gerisscn, wurde er gewaltsam aus seinem Amte vertrieben. Von dieser Zeit an als Flücht-ling von Ort zu Ort wandernd, lebte er fast stets in Armuth und Noch, bis er zu Dokkumin Friesland ein Asyl fand. Hier starb er am 9. Juli 1626. Seine größtenthcils erbauli-chen Gedichte zeichnen sich durch Originalität und eine Tiefe des Gefühls aus, wie man siebei nurwcnigen Dichtern seiner Zeit antrifft, und sein Ruhm verbreitete sich auch nach Deutsch-land, da Rob. Roberthin mehre seiner Gedichte, namentlichDer Maimorgcn", ins Deut-sche übertrug, ohne jedoch das Original irgendwie zu erreichen. Vgl. Koopman,Recke-voerilit- over O. als menseli en Rebler" (Amst. 1803).

Campi, eine Künstlerfamilie aus Crcmona, deren Blüte vornehmlich in die zweiteHälfte des t O.Jahrh. fällt und die, der fast allgemeinen Entartung der damaligen ital. Malerei gegenüber, durch Studium und Nachahmung der großen Meister aus dem Anfänge desJahrhunderts und der Natur würdigere Erfolge zu erringen bestrebt war. Der erste nam-hafte Künstler dieser Familie war G aleazzo C., der noch dem Anfänge des Jahrhundertsangehört und noch Nachklänge der alterthümlichen Kunst des 15. Jahrh. zeigt. Bedeu-tender waren seine drei Söhne Giulio C-, gest. 1572, Antonio und Vicenz io C., undunter diesen vornehmlich der Erstere, der sich nach Giulio Romano, Tizian und andern Mei-stern bildete. Antonio, der zugleich Baumeister war, neigte sich mehr der Nachahmung desCorreggio zu. Ein anderer ausgezeichneter Künstler der Familie war Bernardino C.ein Schüler des Giulio C., gest. um 1590. Die Kirchen von Crcmona enthalten zahlreicheWerke ihrer Hand. Unter den Schülern des Bernardino C. ist besonders die berühmte Por-traitmalerin Sofonisba Anguisciola hcrvorzuhcben.

Campistron (JcanGalbcrtde), franz. Dichter, geb. um 1656 zu Toulouse, stammleaus einer altadeligen Familie. Ein Duell, das er in seinem 17. Jahre hatte und bei dem ergefährlich verwundet ward, bestimmte seine Ältern, ihn nach Paris zu bringen. Hier er-wachte in ihm der Trieb zur Dichtkunst, den er sein ganzes Leben hindurch pflegte. Er warso glücklich, mit Racine in Berührung zu kommen, dessen Rath ihm namentlich bei seinerersten TragödieVlrgime" von großem Wertste war. Sein bedeutendestes Werl ist unstreitig