Druckschrift 
3 (1845) Buchholz bis Czongrad
Entstehung
Seite
147
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Campanella 117

Schreckensherrschaft mußte sie sich zu Combertin verborgen halten. Nach Nobespierre'sStur; errichtete sie eine Erziehungsanstalt für Mädchen zu St.-Germain, die bald einenausgebrcitetcn Ruf erhielt. Napoleon ernannte sie zur Vorsteherin der von ihm gegründetenErziehungsanstalt für Töchter der Offiziere der Ehrenlegion zu Ecouen, welche sie einrichteteund sieben Jahre lang verwaltete, bis unter der Restauration dieselbe aufgehoben wurde.Sie starb zu Mantes am 16. Mai 1822. IhreIllemoires sur la vie privee 6e la rein«Uarie Antoinette" (4 Bde.; 5. Aust., Par. 1824) enthalten zum Vcrständniß der stanz.Revolution anziehende Beiträge. Auch ihräournal aneccloticpre" (Par., 1824) und ihre<7orrsspon6imcs ineckite avsc In reine tlnrtense" (2 Bde., Par. 183 5) sind reich an pikantenZügen aus Napoleon's, Alexander's 1. u. A. Leben. Ihr Sohn, Henri C., geb. 1772,der während der Besetzung Berlins durch die Franzosen an der Spitze der Postverwaltungstand, starb 1821, nachdem er bei der Rückkehr der Bourbons aus dem Staatsdienst getreten.

Campanella (Thomas), ein als Philosoph berühmter Dominicanermönch, geb. 1568zu Stilo in Calabrien, studirte zu Neapel und Cosenza Philosophie. Das Studium derAlten erweckte in ihm großes Mistrauen gegen die scholastische Philosophie. Um sich derPhilosophie ungestörter zu widmen, zog er sich nach Balbia in die Einsamkeit zurück undarbeitete hier seinekkilosopbia sensibus ckemonstrata" (Neap. 1591). Nachher gingernach Neapel, wo er sein WerkOe sensu rerum et msgia" (Franks. 1620, 4.; 2. Aust:,Par. 1636) schrieb; doch die Überlegenheit, mit welcher er daselbst beim Disputiren gegendie orthodoxen Theologen austrat, zog ihm Haß und Nachstellungen zu, weshalb er 1592sich nach Rom, von da nach Florenz, später nach Venedig und Bologna wendete. Im I.1598 kehrte er nach Neapel und bald darauf in seine Vaterstadt zurück. Hier ward er seinerFreimütigkeit wegen der span. Regierung verdächtig, die ihn 1599 nebst mehren Andernverhaften ließ. Man beschuldigte ihn, daß er die Absicht gehabt habe, Cortona und damitganz Unteritalien in die Hände der Türken zu liefern und als Sektirer oder Reformator auf-trcten zu wollen. Zwar vermochte man ihn nicht zu überführen, auch durch die grausamstenFoltern zu keinem Gcständniß zu bringen, dessenungeachtet wurde er gefangen gehalten, bis esUrban VIII. gelang, durch das Erbieten, ihn als Ketzer zu richten, 1626 seine Auslieferungzu bewirken, worauf er zum Schein in die Gefängnisse der Inquisition zu Rom gebracht, 1629aber mit einem ansehnlichen Jahrgehalt freigelassen und von Urban VIII. eines vertrautenUmgangs gewürdigt wurde. Neue Nachstellungen der Spanier nöthigten ihn, sich 1634nach Frankreich zu flüchten. In Paris wurde er ehrenvoll ausgenommen und starb daselbst1639 in dem Dominicanerkloster der Vorstadt St.-Honore, noch ehe er die nach einemencyklopädischen Plane geordnete Sammlung seiner Werke, davon nur der erste, zweite undvierte Band (Par. 1638) erschienen, beendigt hatte. Unter seinen übrigen Schriften, dieer meist im Gefängniß geschrieben und welche noch vor seiner Freilassung theilweise durcheinen Sachsen, Tobias Adami, der ihn im Gefängnisse kennen gelernt hatte, bekannt unddeshalb auch zuerst in Deutschland gedruckt wurden, sind zu erwähnenOe gentilismo nonretinenclo" (Par. 1636, 4.);VstrolvAicorumIibri VII" (Lyon 1629 und Franks. 1630,4.);krvllromus plnlosopliise iostauratae" (Franks. 1617);Vxorclnim metaplixsicae novae"undNova pk^siologia secunclum principia propria";Vpologia pro Osiilaeo" (Franks.1622) undVtülosoptiia epilogistica reslis" (Franks. 1623), worauf sich auch dieOispu-tationes in IV partes suse pbilosopüiae realis libr. VI" (Par. 1637) beziehen/ Auchschrieb er unter dem Namen Settimontano Squilla ital. Gedichte8celta 6'alcunePoesie klosoücbe" (Franks. 1622; neueste Ausg. von Orelli, Lugano 1834). AndereSchriften aus dieser Zeit sindtlivitas solis" (Franks. 1623), eine Art Platonischer Re-publik,Vtlieismiis trinmpbatus seu contra Xnticliristianismiim" (Nom 1631, Fol.),eine schwache Rechtfertigung der gcoffenbarten Religion und röm. Kirchcnlehre, sieOni-versalis püllosopllia" (Par. 1638, Fol.) und diekbilosopliia ratiovslis" (5 Bde., Par1638, 4.), in welchen beiden letztem Werken eklektischer Dogmatismus wunderlich mitIdealismus und empirischem Realismus verbunden sind. Durchweg ist sein System mitastrologischen und magischen Träumereien durchwebt. Seine Vertheidigung des Kakholi-cismus und Papismus in derIllonarckia Illessiae" (Aix 1633) und inOella liberta

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