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3 (1845) Buchholz bis Czongrad
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144
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144 Camisaden Camoens

Die nach Veji geflüchteten Römer wählten ihn hierauf zum Diktator; er aber weigerte sich,die Würde anzunehmen ohne die Zustimmung des Senats und der Curien, und erst als diesedurch Pontius Cominius vom Capitol eingeholt worden war, übernahm er den Oberbefehl.An der Spitze eines Heers von 20000 Römern, denen noch viele Freiwillige aus Latium sichanschlosscn, eilte C. zum Entsatz des Capitols herbei, wo man den Frieden zu erkaufen imBegriff stand. Da rief er:Mit Eisen, nicht mit Gold kauft sich Nom los!" Es kam zumTreffen; die geschlagenen Gallier verließen in der Nacht ihr Lager. C. holte sie am folgendenTage ein und erkämpfte den vollständigsten Sieg. Triumphirend zog er nun wieder in Nom.ein; aber die Stadt war in einen Schutthaufen verwandelt, und die Tribunen erneuerten denVorschlag, nach Veji auszuwandern. C. jedoch put dem Senate widerstand ihm, und baldwar Rom wieder aufgebaut. Jetzt ergriffen die Aquer, Volsker und Etrusker die Waffengegen Nom; die Bundesgenossen Roms, die Latiner und Hcrniker, fielen ab. C., zum drittenMal Dictator, schlug die Volsker, überwand die Äquer bei Bolä, ihrer Hauptstadt, die ereroberte, und trieb die Etrusker aus der den Römern verbündeten Stadt Sutrium, die sieeingenommen hatten. Zum dritten Male zog er in Nom im Triumph ein, erstattete von derBeute den Römern, was sie früher zur Erfüllung seines Gelübdes dargebracht hatten, undtrat hierauf in den Privatstand zurück. Als die Bewohner von Antium Nom angriffen,ward er von neuem zum Kriegstribun ernannt, erhielt von seinen Collegen den Oberbefehl undnahm strenge Rache an den Feinden. Sein Nuhm reizte jedoch die Eifersucht des M. M an-'lius Capitolinus (s. d.) und zugleich bewog ihn Mitleid, sich der verschuldeten Plebejeranzunehmen. Es entstanden Unruhen; dem C. ward, wie Einige erzählen, die Diktatur über-tragen, unter seinem Einfluß Manlius verurtheilt und hingerichtct. In dem Krieg, denPräneste und andere ,lat. Städte 372 gegen Nom begannen, rettete C. als Kriegstribun dasHeer, das durch die Übereilung seines Collegen, L. Furius, schon dem Untergange nahe war,und besiegte die Pränestiner. Die Bewohner von Tusculum unterwarfen sich ohne Wider-stand und erlangten Frieden mit Rom. Von neuem ward C. zum Dictator ernannt, als dievon den Volkstribuncn C. Licinius Stolo und C. Sextius in Vorschlag gebrachten Gesetze368 die heftigsten Unruhen erregten. C. wagte es nicht, der nach gleichem Recht im Staatringenden Plebs zu widerstehen und dankte ab. Aber schon im folgenden Jahre übertrugmandem bereits 80jährigen C. die Diktatur wieder, als die Gallier sich in der Nähe Noms zeigten;er schlug sie bei Alba, und als er zurückgekehrt war, vermittelte er die Annahme der LicinischenGesetze und dadurch den Frieden zwischen Patricken und Plebejern. Hierauf ließ er neben demCapitol der Eintracht einen Tempel erbauen, trat von dem öffentlichen Schauplätze ab undstarb bald nachher, von ganz Nom betrauert, 365 v. Ehr., nachdem er siebenmal Kriegstribun,fünf-, nach Andern sechsmal Dictator gewesen. Daß die Erzählung von seinen Thaten viel-fache Ausschmückungen durch die Sage erfahren habe, ist von Niebuhr dargethan worden.

Eamisäden oderauch Camisarden nannte man im 13. und l-l.Jahrh. die nächt-lichen Überfälle des Feindes, weil die Krieger dabei, um sich in der Finstcrniß zu erkennen,ein Hemd über den Harnisch zogen. Auf solche Weise überfielen die Kaiserlichen >525 dasfranz. Lager bei Pavia; mehre solcher Überfälle geschahen in den niederländ. Kriegen.Camisarden, s. Cevennen.

Camoens (Luis de), der berühmteste Dichter der Portugiesen, einer von den großenMännern, deren Verdienste erst die Nachwelt feierte, während ihr Zeitalter sie fast verhun-gern ließ, war zu Lissabon um >52-1 geboren, ein Sohn des Schiffscapitains Simon Vazde C., der durch Schiffbruch an der Küste von Goa um >552umkam. ErstudirtezuCoimbra,wo in jenen Zeiten nur die Nachahmung der Alten als verdienstlich galt. Als er nach Lissabonzurückgekchrt war, ward eine heftige Neigung, die er zu einer Hofdame, Katharina von Attayde,faßte, der Grund aller seiner spätem tragischen Schicksale; denn kaum war diese Liebe zurKenntniß des Königs gelangt, so wurde er nach Santarem, dem Geburtsorte seiner Mutter,verwiesen. Aus Verzweiflung nahm er auf der Flotte, welche die Portugiesen gegen Marokkoaussandtcn, Kriegsdienste. Wie die Gefahr seinen Genius, so entflammte sein Genius wiederseinen Muth. Ein Mctallstück aus einer feindlichen Kanone raubte ihm vor Ccuta das rechteAuge. Er hoffte, man werde wenigstens seinen Wunden Gerechtigkeit widerfahren lassen,wenn man auch sein Talent nicht anerkenne; aber den doppelten Ansprüchen, die ec hatte,