Cämentation sanier» ob,Mira, 141
meisten vulkanischen Tuffe, besonders des Rheinthals, Basalt, Klingstcin u. s. w. sind imgebrannten Zustande natürliche.Cämente; auch die Puzzolanen Neapels u. s. w. gehörenhierher. Künstliche Cämente werden thcils durch Vermischung eines an sich nicht hydrauli-schen Kalks mit natürlichem Cämente und Brennen der Mischung, oder wie Vicat's 6lianxIiyclrsulicius nrtillciklls gleich aus dcn Bestandtheilcn zusammengesetzt. Sonst kommen nochkünstliche Cämente, wie die Mastic's von Dihl, Hamelin u.A., vor, wo der Mischung Blei-glätte und Leinölfirniß zugesctzt wird. In chemischer Beziehung sind aber solche Massen keineeigentlichen Cämente mehr.
Cämentation auch Cementation nennt man in der Chemie eine Glühung, .ge-wöhnlich eines Metalls oder Mctallgcmischcs mit einem Pulver (Cäment oder Cäment-pulver) in einer Büchse (Cämentirbüchse), häufig mit schichtwciser Anordnung desCäments und des zu cämentirenden Körpers, welcher letzte dadurch eine chemische Verände-rung erfahren soll, indem ihm das Cäment in der Hitze entweder etwas abtritt, wie bei Cä-mentation des Eisens mit Kohle, das hierbei durch Aufnahme einer gewissen Quantität Koh-lenstoff zu Stahl wird, oder ihm etwas entzieht und dadurch eine Reinigung bewirkt.Auch versteht man zuweilen unter Cämentation die Niederschlagung eines Metalls ausseiner Auflösung durch ein anderes, welches dafür an seine Stelle tritt. So heißt z. B. dasdurch Eisen aus kupferhaltigcn Erubenwässern abgeschiedene Kupfer Cämentkupfcr.
samöra Meura, d. h. finstere Kammer, ist eine optische Vorrichtung, die um dieMitte des l6. Jahrh. von dem verdienten neapolitan. Gelehrten Giov. Bapt. Porta erfun-den wurde. Sie besteht in ihrer einfachsten Gestalt im Allgemeinen in einem eingeschlossencndunkeln Raume, in welchen die von den umgebenden äußern Gegenständen ausgehendenLichtstrahlen nur durch eine einzige sehr kleine Öffnung gelangen können, was zur Folge hat,daß sie auf der gegenüberstehenden Wand oder einem sie auffangenden weißen Schirme (ambesten einer mit weißem Papier überzogenen Tafel) eine mit den natürlichen Farben versehene,aber nur matt erleuchtete Abbildung der äußern Gegenstände Hervorbringen. Eine ungleichhellere Erleuchtung des Bildes wird dadurch bewirkt, daß man in die auf 2—3 Zoll erwei-terte Öffnung ein convexes Linsenglas einsetzt, dessen Brennweite etwas lang ist (etwa 5 F.)und zwar der Entfernung der Wand oder des aufsangcndcn Schirms von der Öffnunggleich sein muß. In beiden Fällen ist jedoch das entstehende Bild verkehrt, weil die eindrin-genden Lichtstrahlen sich in der Öffnung durchkreuzen; um ein aufrechtes Bild zu erhalten,bedient man sich am besten eines in der Nähe der Öffnung angebrachten rechtwinkligen Glas-prismas, in welchem die Strahlen bald nach ihrem Durchgänge durch die Öffnung an derbreitesten, dem rechten Winkel gegenüberliegenden Fläche (Hypotenusenfläche) rcflectirt wer-den. Um ein Zimmer für diesen Zweck einzurichten, ist es hinreichend, es durch Fensterlädenoder eingepaßtc Fensterrahmen von Pappendeckel zu verdunkeln. Viel bequemer und all-gemeiner anwendbar ist die tragbare Or-mern nbucui-ü, welche in einem inwendig geschwärz-ten vierseitigen Kasten besteht, in welchen der Beobachter von der Seite hineinsieht, währenddie Lichtstrahlen von einem um 45" geneigten, an der obern horizontalen Wand des Kastensaußerhalb desselben angebrachten ebenen Spiegel (von Glas oder Metall) zurückgcworfcnwerden, dann durch eine mit einer convexen Glaslinse verschlossene Öffnung derselben Wandauf die untere horizontale mit weißem Papier bedeckte Fläche des Kastens fallen und hierein Bild hervorbringcn. Will man dasselbe abzeichnen, so muß in derselben verticalcn Wand,in welcher sich die Öffnung zum Durchsetzen befindet, unter derselben eine andere mit einemVorhang zu verschließende Öffnung angebracht sein, durch welche der Zeichner die Hände inden Kasten bringen kann. Die Stelle des Spiegels und zugleich der Glaslinse kann eindreiseitig-rechtwinkliges Glasprisma vertreten, bei welchem die eine Kathctenfläche convexgeschliffen ist. — Noch bequemer ist für manche Zwecke die unter dem Namen Zainerndar», d.h. helleKammer, bekannte, von dem ÖpticusReinthalcr inAugsburg angegebeneEinrichtung der tragbaren Osmsra «llscurn, bei welcher die Lichtstrahlen unmittelbar durchein in einer verticalcn Wand des Kastens angebrachtes Linsenglas fallen, dann erst durcheinen unter 45° geneigten, im Innern des Kastens befindlichen Spiegel aufwärts rcflectirtwerden und auf oer obersten, zum Thcil von einem halbdurchsichtigen mattgeschliffcncnGlase oder einem geölten Papiere gebildeten horizontalen Fläche des Kastens ein von außen