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3 (1845) Buchholz bis Czongrad
Entstehung
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140 Cameen Cäment

darauf in Calais an, wo er sich zu dem Platzcommandanten verfügte, unter Bedeckung nachParis geführt und daselbst vor ein zweifaches Kriegsgericht gestellt wurde. Da er je-doch den Bourbons keine Eide gebrochen, so mußte man ihn frcisprechen. Im I. 182Ustellte ihn Ludwig XVIIl. als Commandant von Lille an und erhob ihn zum Mare'chal deCamp. Seiner zecrütteten Gesundheit wegen legte er 1824 diese Posten nieder und starbam 5. März 1826.

Cameen, nach Einigen vom lat. gemmg, nach Andern vom orient. csinesa, d.h. Ge-sundheitsamulet, nach noch Andern und wahrscheinlicher von cumaeus (s. Ca male u) abge-leitet, nennt man im Allgemeinen alle auswärts geschnittene Steine, im Gegensahe zu deneinwärts geschnittenen oderIntaglien. (S. Steinschneidekunst.) Insbesondere aberbezeichnet man mit diesem Namen die erhabenen, aus der Oberfläche herausstehcnden Figu-ren in solchen Steinmasten, welche zwei übercinanderliegende Schichten von verschiedenerFarbe haben, sodaß die Figuren in der obern Fläche gebildet werden, die untere Seite denGrund ausmacht. Hierzu bedienten sich die Alten vorzüglich des Onyx und Sardonyx, wel-cher aus Streifen oder Lagen von Chalcedon oder Carneol besteht, des Achat, Amethyst,Carneol, Hyacinth, Specksteins u. s. w. Da aber solche Steine, welche aus zwei Schichtenvon verschiedener Farbe bestehen, nicht so häufig gefunden werden, so verfertigten schon dieAlten auch künstliche Cameen. Die Kunst, dergleichen Steine zu Cameen zu bearbeiten,scheint aus der frühesten Zeit zu stammen und von Indien aus zu den Persern und andernAsiaten, besonders zu den Phöniziern, dann auch zu den Ägyptern, endlich zu den Griechenund Römern, die solche Arbeiten LllC ps nannten, gekommen zu sein. Die Jntaglien ge-brauchte man zum Siegeln, die Cameen hingegen am häufigsten zum Schmuck und zurVer-zicrung des Körpers, indem sie vorzugsweise die Frauen in Gürteln, Säumen der Gewänder,Ohrgehängen, Hals-und Armbändern, Agraffen und Coiffüren trugen; auch pflegte mansic in Vasen und Trinkbecher zur Verschönerung einzusetzen. Die berühmtesten Cameen sinddie jpcmma ^ngustu zu Wien, auch der Wiener Achat genannt, worauf die Vergötterungdes Augustus und der Livia vorgestcllt ist, und der Liberianische Achat oder 6ames 8t.-1-cnis zu Paris, mit 25 Figuren in drei Feldern. Abdrücke echter Cameen des Alterthumsin Glasflüssen, Schwefel, Porzellan, Steingut und ähnlichen Massen, die, wenn sie genausind, für den Kunstliebhaber den Werth der Steine selbst haben und das Studium der altenKunst und Literatur vielfach fördern, lieferten vorzüglich die Fabrik zu Trapani in Sicilien,die Wcdgcwood'sche Stcingutfabrik in England und auch deutsche Künstler, namentlichLippcrt, Collin, Rabenstcin u. A. Vgl. Fiorillo,Aufsätze artistischen Inhalts" (Bd. 2)und Gurlitt,Archäologische Schriften", hcrausgegcbcn von Müller (Altona 1831).

Camenä ist der Name altitalischer Göttinnen, unter denen Egeria (s. d.) die be-rühmteste ist. Mit ihnen fällt jedenfalls die Carmenta oder Carmentis (s. d.) zusammen.Ihnen war bei Rom ein Hain geweiht, und ihren Dienst hatte der König Numa cingcführt.Die röm. Dichter trugen diesen Namen häufig auf die Musen über, jedenfalls deswegen,weil Numa sich oft in jenen Hain zurückgezogen haben soll, um dort ungestört seine Gesetzeausarbcitcn zu können.

Cäment oder Cement nennt man im weitern Sinne jeden Kitt, im engem dagegengewisse Arten Kalkmörtel, die die Eigenschaft haben, im Wasser und an der Luft schnell zu er-härten und sich daher vorzüglich zu Wasserbauten eignen. Die Cämente unterscheiden sichvon den gewöhnlichen Waffermörteln oder hydraulischen Kalken (Graukalkcn) durch dasnoch schnellere Erhärten. Man kennt natürliche Cämente, d. h. solche Steine, die eine so an-gemessene Vereinigung von kalkigen, kiescligen, thonigen und, was nach neuern Untersuchungenwesentlich zu sein scheint, bis zu einem gewissen Betrage auch alkalischen Theilen darstellcn,daß sie, nach dem Brennen mit Wasser behandelt, unmittelbar einen Cäment darstellen, undkünstliche. Bei der Seltenheit der ersten und der großen Vorsicht, mit der sie gebrannt werdenmüssen, haben die künstlichen Cämente eine große Verbreitung, besonders zur Herstellungdauerhafter Häuserpußc und Verzierungen erlangt. Der älteste Cäment ist der sogenanntelll'lnuu Oinent, ein von England aus in den Handel kommender natürlicher Cäment, be-stehend aus Kalksteinnieren von der obenangegobenen Zusammensetzung, im gebrannten undgepulverten Zustande. Am ähnlichsten ist diesem der I'iätre-Oeiuent von Boulogne. Die