Druckschrift 
3 (1845) Buchholz bis Czongrad
Entstehung
Seite
139
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Cambronne IM

Hannovers zu verhindern, was ihm jedoch nicht gelang. Im I. 1803 hatte man den Plan,ihn an die Spitze der bewaffneten Bevölkerung Hannovers zu stellen > allein das Unterneh-men schien wenig Erfolg zu haben, und der Herzog entging der Kapitulation, indem er dasCommando dem General Walmoden überließ. Nach seiner Rückkehr nach England trat erim Oberhause entschieden gegen Frankreich und dessen Politik auf. Nach der Wiederbesitz-nahme und Erhebung Hannovers zum Königreiche durch den Prinz-Regenten im I. 1813wurde der Herzog am 24. Oct. 1816 dahin als Gencralstatthalter geschickt und in Folge derUnruhen zu Göttingen 1831 zum Vicekönig von Hannover ernannt. Unter ihm wurde1819 die alte ständische Verfassung geregelt und vorläufig festgestellt, und >833 das vonWilhelm IV. verliehene neue Grundgesetz cingeführt und mit großer Vorliebe verwirklicht.Als nach dem Tode Wilhelm's IV. 1831 Hannover an den ältesten Prinzen, Ernst August,fiel, kehrte der Herzog nach England zurück. Während seiner Verwaltung erwarb er sichdurch Milde, Liberalität und große Rechtschaffenheit die Liebe und Neigung der Hanno-veraner. Er ist seit 1818 mit der Prinzessin Auguste, Tochter des Landgrafen Friedrich vonHessen-Kassel, vermählt, mit der er drei Kinder zeugte, Georg Friedrich Wilhelm Karl, geb.1819, Auguste, geb. 1822, und Maria, geb. 1833.

Carnbronne (Pierre Jacq. Etienne, Graf von), franz. General, geb am 26. Dec.1770 zu St.°Scbastian bei Nantes, war in seiner Jugend für den Handelsstand be-stimmt, ließ sich aber nach dem Tode seines Vaters in die Nationalgarde einschreiben undging bald darauf zur nanteser Legion über, die gegen die Vendeer marschirte. Er stieg inderselben allmälig vom Gemeinen zum Hauptmann und zeigte sich jederzeit ebenso tapferals gemäßigt. Mehre Male ließ er Rebellen entschlüpfen, verbarg gegen das Gesetz zweiMonate in dem Hause seiner Mutter einen Geistlichen und rettete bei der Katastrophe vonQuibero» einer Menge Emigranten das Leben, die mit den Waffen in der Hand ergriffenwurden. Als der Friede in der Vendee hergestellt war, schiffte er sich zur Expedition aufIrland ein, ging nach seiner Rückkehr zur Armee der Alpen, dann zu der in der Schweiz,wo er unter Massen» bei Zürich kämpfte und eine russ. Batterie wegnahm. Als am 27.Juli 18VV bei Oberhausen der tapfere Latour-d'Auvergne unter seinen Augen siel, übertru-gen C. seine Soldaten, bei denen er durch seine Tapferkeit sehr beliebt worden war, auf demSchlachtfelds den Namen des ersten Grenadiers von Frankreich. Doch der bescheidene C.nahm diese Ehre nicht an. Er wurde nacheinander Bataillonschef und Oberst und erhieltendlich das Commando des dritten Gardetirailleurregiments, das er nach Spanien führte.Hier kämpfte er zwei Jahre in den Gebirgen, führte dann sein Regiment nach Rußland,reorganisiere es in Sachsen und kämpfte mit demselben in den Schlachten von Lützen, Bau-tzen, Dresden, Leipzig und in dem Gefechte bei Hanau. Napoleon erhob ihn seiner viele»Verdienste halber zum Baron und zum Brigadegeneral, und als solcher wohnte er allenAffaircn im Feldzuge von 1814 bei. Obschon in den Schlachten bei Craon und Paris ver-wundet, folgte er doch dem Kaiser nach Elba. Im Gefolge desselben kehrte er 1815 nachFrankreich zurück; er commandirte die Avantgarde, nahm mit derselben Sisteron, Crassc,Lyon und langte am 2V. März in Paris an. Napoleon ernannte ihn zum Großoffizier derEhrenlegion, erhob ihn zum Grafen und Pair von Frankreich, sowie zum Generallieutenant,welchen Grad er aber ablehnte, um den Neid seiner Kameraden nicht zu erregen. Er begabsich hierauf nach Belgien und kämpfte tapfer an der Spitze des ersten Regiments der altenGarde. In der Schlacht bei Waterloo hielt er an der Spitze einer Division der altenGarde lange Zeit das Feuer und das Herandringen der preuß. Massen aus, und als alleMunition verschossen war und er aufgefodert wurde, sich zu ergeben, soll er die bekanntenWorte ausgerufen habenI-a gsrcke meurt, mais eile ne »e rencl pas." Unter einem Hau-fen seiner gefallenen Kameraden wurde er mit Wunden bedeckt gefunden, gefangen genom-men und nach England abgeführt. Bald überfiel ihn hier die Sehnsucht nach seinem Vater-lande und seiner alten Mutter; er stand im Begriff, einen Brief an Ludwig XVIII. mit derBitte um Anstellung abgehen zu lassen, als er die Nachricht erhielt, daß sein Name unterden Generalen begriffen sei, die vor ein Kriegsgericht gestellt werden sollten, weil sie die Re-gierung mit den Waffen in der Hand angegriffen hätten. Er schrieb sogleich dem Kriegs-minister, daß er sich nach erlangtet Freiheit stellen würde, und kam auch wirklich kurze Zeit