Druckschrift 
3 (1845) Buchholz bis Czongrad
Entstehung
Seite
138
Einzelbild herunterladen
 

138 Cambridge Cambridge (Adolphus Frederik, Herzog von)

gen mehrfache Verzichte Burgund erhielt. Karl VI. und Philipp V. ließen zu C. >72-1 ei-nen Friedcnscongrcß eröffnen, der aber durch den Vergleich vom30.Apr. >725 sich erledigte.Nach dem deutschen Befreiungskriege war C. 181518 das Hauptquartier Wellington'sund der englischen Occupationsarmee.

Cambridge, zweite Universitätsstadt Englands und im Vergleich mit Oxford offen,freundlich und weniger geräuschvoll, liegt am Cam, über welchen eine schöne eiserne Brückeführt, in der Grafschaft Cambridge und zählt etwa 2-1000 E-, welche in der Universität ihreHauptnahrungsquelle finden. Industrie und Manufactur gibt cs in C. fast gar nicht. DieStadt ist der Sitz eines Bischofs und hat mehre schöne Plätze, von denen der Marktplatz mitNathhaus und einem schönen Brunnen der bedeutendste ist. Die meist neuen und geschmack-vollen Gebäude der Universität sind durch Gärten in Verbindung gebracht und bilden aufdiese Weise ein Ganzes. Es sind deren >7, nämlich 13 Colleges und vier Halls, deren Auf-einanderfolge das Jahr der Stiftung bestimmt. Das St.-Peterscollege, ein altes Gebäudeaus Backsteinen, wurde 1257, Clarahall 1326, Cajuscollcge 1318, Trinityhall 1350,Bennetcollege, ein alter Bau im gothischen Stile, 135l, Kingscollege 1111, Qucenscollcge1118, Catharinahall mit prachtvollem Porticus 1175, Jesuscollege >196, Christcvllege1505, St.-JohnscollegeI5I I, Magdalenecollegel58l, Sidneycollege 1598und das Dow-ningcollege, welches vor der Stadt liegt und blos für Juristen und Mediciner bestimmt ist,1800 gestiftet, jedoch erst 1821 eröffnet. Ein jedes dieser Gebäude umfaßt nächst den Woh-nungen für dieLehrer und Studenten eine Bibliothek, Kapelle, einen Speiscsaal und Garte».Der akademische Senat besteht aus allen Doctoren und Magistern der Universität, die, gleichder Stadt, zwei Dcputirte ms Parlament sendet. Die Zahl der Studirenden beträgt in derRegel 15000, von denen aber ein großer Theil nicht anwesend ist. Eine vorzügliche Zierdeder Universität ist die höchst kunstreich gebaute Königskirche im gothischen Stile. Außerdemverdienen besonderer Erwähnung die große Bibliothek, welche l lOOOOBände und etwa 1000Handschriften enthält, das der Universität 1806 vermachte Fitz-William'sche Museum, dieSternwarte, wo sich ein kupferner Himmelsglobus von 18 F. Durchmesser befindet, das ncu-erbaute Observatorium, der botanische Garten und das Senatshaus. Vgl. liistorz- ok tl>eunivorsit)-»1'6."(2Bde., Lond. 1808, l.,mitKupf.). Unter den mehren andern OrtendesNamens Cambridgcin England und den Vereinigten Staaten Nordamerikas ist der wich-tigste die Stadt Cambridgein Massachusetts am Charles, die mit dem gegenübergclcgenenBoston durch eine 3100 F. lange hölzerne Brücke und ebenfalls durch eine Brücke mit Char-lcstown in Verbindung steht. Sie ist sehr weitläufig angelegt und der Sitz einer Universität,der ältesten in der ganzen Union, welche >638 von Harvard gestiftet wurde und daher Har-vardscollege genannt wird. Dieselbe zählt 30 Professoren und 3100 Studenten, besitzteine beträchtliche Bibliothek, einen botanischen Garten, ein Naturalicncabinet und eineSternwarte. Die Stadt hat 6200 E. und außer der Universität auch noch eine mcdicinischeLehranstalt und lat. Schule.

Cambridge (Adolphus Frederik, Herzog von), Grafvon Tippcrary, Baron von Cullo-den, Feldmarschall des brit. Reichs, der jüngste Sohn Gcorg's >>>., der Bruder Gcorg's IV.und Wilhclm's IV. von England, geb. am 25. Fcbr. 1771 zu London, empfing in seinerJugend eine militairische Erziehung und trat in einem Alter von 16 Jahren als Fähndrichin die Armee. Später begab er sich nach Göttingcn und eignete sich auf der dortigen Univer-sität die deutsche Sprache und Bildung an. Nachdem er in Deutschland gereist und sich ei-nen Winter hindurch am Hofe Friedrich Wilhclm's II. aufgehalten, kehrte er 1793 nachEngland zurück. Das brit. Cabinet bereitete sich damals zum beginnenden Kampfe mitFrankreich vor. Beide Parteien, die Pitt's sowie die Fox's, suchten den jungen Herzog zu ge-winnen ; er schloß sich den Ansichten des Letzter» an, aber zunächst insgeheim, um den Kö-nig, dessen Liebling er war, nicht zu verletzen. Diekellexions" Burke's, wie es scheint,hatten eine solche Wirkung auf ihn, daß er sich später offen und entschieden für die Regie-rungspartei aussprach und seine schwankende Opposition gänzlich aufgab. Im I. 1793wohnte er dem Feldzuge in den Niederlanden bei und siel in der Schlacht bei Hondsscootc indie Hände der Feinde, wurde jedoch bald nachher ausgewechselt. Im I. 1801 ging er nachBerlin, um daselbst die von den nordischen Mächten gegen England beschlossene Besetzung