Druckschrift 
3 (1845) Buchholz bis Czongrad
Entstehung
Seite
132
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»32 CalvarienLerg Calvin

Albano, Guido und Domenichino hervorgingen. Die Bologneser betrachten ihn als einender Wiederhersteller ihrer Schule, besonders in Hinsicht des Kolorits, in dessen Behandlunger allerdings bedeutende Vorzüge hat. C. gehört zu den bessern Meistern, die der Negenera-tivn der ital. Kunst durch die Carracci vorangingen. Er starb 16 IS zu Bologna, wo die be-sten seiner Gemälde aufbewahrt werden. Agost. Carracci und Sadeler haben einen Theilseiner Werke gestochen.

Calvarienberg, s. Golgatha.

Calvin (Johannes), eigentlich JeanCaulvin oder Chauvin, der zweite großeReformator des l6»Zahrh., geb. zu Noyon in der Picardie am 10. Juli I50S, war derSohn des krocureur kscal und Sccretairs des Bisthums, Eerard C-, der ihn früh fürden geistlichen Stand bestimmte. Schon in seinem zwölften Jahre erhielt er eine Pfründebei dem Dom seiner Vaterstadt, und als pariser Student eine andere. Auf der Universitäthatte er durch seinen waldensisch gesinnten Onkel Pierre Robert Olivetan die neue Lehrekennen gelernt, welche sich in Frankreich zu verbreiten begann. Er entsagte jedoch sehr baldder Theologie und studirte zu Orleans und später zu Bourges die Rechte, bis ihn das Stu-dium der gricch. Sprache und der heiligen Schrift zur Theologie zurückführte. Nachdem er1532 nach Paris zurückgekehrt, legte er seine Pfründen nieder und gab hier seinen lat. Com-mentar über Sencca's BücherI)e clementia" (Par. 1532) heraus, aus welchem er sichzuerst Johannes Calvinus nannte; doch schon 1533 mußte er aus Paris flüchten, da er fürseinen Freund Nicolas Cop, den neuerwählten Rector der Sorbonne, eine Rede zum Aller-heiligenftstc gefertigt hatte, die eine Untersuchung veranlaßt. Er begab sich nach Angoulemezu den Kanonikus Dutillet, bei welchem er seine Studien fortsetzte, dann ging er nach Neraczur Königin Margaretha von Navarra, Franz's I. Schwester, die mehren Gelehrten eineZuflucht gewährte. Nachdem er nochmals nach Paris zurückgekehrt, mußte er 153-1 Frank- jreich gänzlich verlassen. Er ging nun nach Basel, wo er > 535 dieInstitutio cliristianssreliFioni8" herausgab, die nachher ins Französische übersetzt, von ihm in jeder neuen Auf-lage vielfach verbessert, am vollständigsten zu Strasburg >559 gedruckt und neuerdingswieder von Tholuck(2 Bde., Berl. 183135; deutsch von Krummacher, Bd. 1, Elberf.1823; neue Aufl-, 1831) herausgegeben wurde. Seine Absicht war, durch dieses Werk, daser dem Könige Franz I. widmete, die in Frankreich Verfolgten von der Verleumdung zu be-freien, daß sie Aufrührer und Wiedertäufer seien und mit der lutherischen Lehre etwas ge-mein hätten. Er bekämpfte nicht nur, gleich Luther, den Papst als untrügliches Ober-haupt der Kirche, sondern leugnete auch das Ansehen der allgemeinen Kirchenversammlun-gen; er erkannte nur die Taufe und das Abendmahl als Sacramente an und betrachteteselbst diese nicht als unerläßlich uothwendig zur Seligkeit. Die Messe war ihm geradezu eineEntweihung, und die Verehrung der Heiligen ein Götzendienst. Von Basel ging er nach-her nach Ferrara, wo er bei Renata, der Tochter Ludwig's XII. und Gemahlin des HerzogsHercules von Este, die in der Folge sich zu seiner Lehre bekannte, günstige Aufnahme fand.Verfolgt und in Aosta entdeckt, rettete er sich durch schleunige Flucht und kam um die Mittedes I. 1536 wieder nach Paris. Da er jedoch hier nicht mit Sicherheit leben konnte, so be-schloß er von neuem nach Basel zu gehen. Auf dem Wege dahin vereinigte er sich zu Genf,wo seit einem Jahre durch ein förmliches Decret der Regierung die neue Lehre eingeführtworden, mit Farel (s. d.), welcher für die Befestigung derselben thätig war, und erhieltbald darauf den Auftrag, den theologischen Unterricht zu übernehmen, dem er sich nun ganzwidmete, während Farel als Prediger wirkte. Jetzt schrieb er sein(üstsckisme äsI'egliss äs Lleneve" (1536), der in fast alle Sprachen übersetzt wurde. Aber ein nicht min-der eifriger, jedoch weniger gewandter Geistlicher, mit dem sie sich verbunden hakten, zogihnen eine Menge mächtiger Feinde zu, durch welche sie endlich Beide gestürzt wurden. Diegenfer Kirche bediente sich nämlich beim Abendmahl des gesäuerten Brots und hatte dieTaufsteine aus den Kirchen entfernt, auch, außer dem Sonntag, alle Feste abgeschafft.Diese Neuerungen wurden von der lausanner Synode nicht gebilligt. Der Magistrat vonGenf verlangte von Farel und C., daß sie sich nach dem Aussvruche derselben bequemen soll-ten, und gab ihnen, da sie sich weigerten, im Apr. 1538 den Befehl, die Stadt binnen dreiTagen zu verlosten. Sie gingen zunächst nach Bern, und da die Bemühungen des bcrner