Druckschrift 
3 (1845) Buchholz bis Czongrad
Entstehung
Seite
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CalluS Calmet 127

später nach Rom. Hier ward er von lothringischen Kaufleuten erkannt und zu den Srinigcnzurückgebracht. Im l 5. Jahre entlief er abermals, um seine Studien in Italien fortsetzcnzu können, kam aber nur bis Turin, wo ihn ein älterer Bruder erkannte und wiederum zu-rückführte. Man sah sich indeß genöthigt, den lebhaften Wünschen C.'s nachzugcbcn, undso trat er im t 8. Jahre seine dritte und eigentliche Studienreise nach Italien an. In Nommachte er nunmehr gründliche Studien in der Zeichnung und im Fache des Kupferstichs,vornehmlich unterThomassin's Leitung. Dann ging er nach Florenz. Bald machte ersich durchzahlreiche, mit großer Leichtigkeit geähte Blätter bekannt, in denen er theils Gegenstände derheiligen Geschichte, theils und vornehmlich Ereignisse der Gegenwart, sowie mancherleieigenthümliche Schöpfungen einer humoristischen Phantasie darstellte. Für den Großherzogvon Toscana, Cosimo 1!., fertigte er eine Reihe von Blättern, welche die glänzenden Hof-feste der Zeit zum Gegenstände haben. Er erfreute sich der besondern Gönnerschaft desGroßherzogs. Als dieser aber 162 l starb, verließ er Florenz und kehrte in seine Vaterstadtzurück. Auch hier, an dem lothringischen Hofe, fand er höchst ehrenvolle Aufnahme; dieKupfcrblätter, die er fort und fort in rascher Folge lieferte, verbreiteten seinen Ruhm immermehr. Die Statthalterin der Niederlande berief ihn zu sich, um eine Darstellung der Be-lagerung von Breda zu stechen; er fertigte dieselbe auf sechs Platten. Auch nach Parisward er berufen und stach für Ludwig XIII. die Belagerungen von Nochelle und von derInsel Rhe. Als ihm aber aufgetragen ward, ebenso die Eroberung seiner Vaterstadt Nancydurch die Franzosen zu verewigen, lehnte er das entschieden ab, verstand sich auch nicht dazu,sich nach Paris überzusiedeln und dafür ein ansehnliches Jahrgehalt anzunehmen. Er bliebin Nancy; als aber endlich diese Stadt dem franz. Staate völlig einvcrleibt ward, entschloßer sich, die geknechtete Heimat ganz zu verlassen und wieder nach Florenz zu ziehen. Dochwährend der Vorbereitungen zu dieser Reise ereilte ihn 1635 der Tod. Seine künstlerischeThätigkeit war überaus groß; so besitzt z. B. die Kupferstichsammlung in Dresden gegen 1860Kupferblätter von seiner Hand. Fürdie Geschichte der Sitten, der Lebensvcrhältnisse, der Er-eignisse und der Leiden jener Zeit sind diese Blätter von unschätzbarem Werthe; mit höchsterLebendigkeit führen sie den Beschauer darin ein. In diesem Betracht erfreut sich namentlichdie Suite seinerlUisvres <1s la guerro" des ausgezeichnetsten Ruhms. In andern Fällenwußte seine phantastische Laune selbst das Abenteuerlichste mit einem überaus ergötzlichenLeben zu bekleiden. Nur das Gebiet des Idealen lag ihm fern; darum erscheinen seineheiligen Darstellungen auch nicht frei von Manier. In technischer Beziehung werden seineBlätter besonders deshalb geschätzt, weil er die Nadirnadel, bei aller Kühnheit und Lebhastig-keit seiner Phantasie, doch mit Ruhe und Besonnenheit zu führen wußte; er behandeltesie ganz dem Grabstichel ähnlich. Vgl. Husson,LIngs Kistoiigiw Oe 6." (Brüss. 1766).

Calllls nennt man die eigenthümliche Knochcnmasse, welche sich an besonders durchBruch verletzten Knochen bildet, um das Verlorengegangene zu ergänzen und die aufgehobeneVerbindung wiederherzustellen. Die durch Ausschwitzung entstehende Masse ist anfangsweich und gallertartig, erhärtet aber später und zwar gewöhnlich in dem Grade, daß sie dirHärte des unverletzten Knochens bciweitem übertrifft Bei der Ausschwitzung der Masse istanfangs fast nur die Knochenhaut oder das Periosteum th ölig und hierdurch wird der sogenannteprovisorische Callus geliefert, welcher das gebrochene Knochcnstück ring- oder wallförmigumgibt; später beginnt die Ausschwitzung auch in den Bruchenden des Knochens selbst, unddadurch wird die eigentliche Verwachsung derselben oder die Heilung des Knochenbrnchs(f. B r u ch) herbeigeführt. Auch die Haut sch wielc, d. h. die durch wiederholten Druckhcrbeigeführte Verdickung der äußern Haut, nennt man Callus oder Callosität.

Calmet (Augustin), ein als exegetischer und historischer Schriftsteller berühmter Be-nediktiner von der Kongregation des heil. Vannus, geb. am 26. Febr. 1672 zu Mesnilla Horgne bei Commercy in derDiöccs von Toul, trat 1689 hier in den Orden und studirtein den Klöstern desselben, besonders unter Hyacinth Alliot in der Abtei Moyen-Mouticr.In letzterer lehrte er seit 1698 Philosophie und Theologie, bis er 1761 als Subprior undVorsteher einer gelehrten Mönchsgesellschaft in die Abtei Münster im Elsaß kam. Wegender Herausgabe seines Commentars über die heilige Schrift ging er 1706 nach Paris undhielt dann in mehren Klöstern seiner Congregation Vorlesungen. JmJ. 1715 wurde er