122 Coligae Caligula
productivität dem Norden weit nach; in beiden Gebieten aber könnten immer noch reicheErnten die Mühen des Anbaus lohnen,, wenn Hände genug zur Arbeit da wären. Nebendem Cactus des Süden, dem Wein-, Öl- und Obstbaum gedeiht überall europ. Getreide;kräftige Weiden begünstigen die Viehzucht; aber die Jagd auf Hirsche, Rehe, Füchse, imSüden das wilde kalifornische Schaf, im Norden auf Bären, und der Fang von Schildkröten,zahlreichen Fischottern, Fischen und Perlmuscheln bilden im Durchschnitt noch die Hauptbe-schäftigung der Bewohner. Diese sind schrdünn und noch am dichtesten an den Küsten vertheilt,ungefähr in der Zahl von 40000, von denen drei Vicrtheile Indianer sind. Diese zerfallenin viele vcrschiedcnsprachige Stämme, unter denen die Monquis im Süden, die Achastlier,Ecclemachcs, Jkas, Escelen u. a. m. im Norden die wichtigsten sind. Sic wurden zum Theilzum Christenthume bekehrt durch die Jesuiten, Dominicaner- und Franciscancrmönche undunter deren, wenn auch meist drückendem, Schutze von der unsteten, schmuzigen und trägenLebensweise zu größerer Thätigkeit und dem geregelten Betriebe des Ackerbaus und Handelsgeführt. Zu den wesentlichen Ausfuhrartikeln, welche grüßtentheils nach den Sandwichs-inseln und den nördlichen russ. Besitzungen gehen, gehören Getreide, Pferde, Leder, Seife undverschiedene Fettsubstanzen, Schildkröten und Perlen, und unter den Ausbeuten des Berg-werkbetriebs sollen Gold und Silber eine Hauptrolle spielen. In dem ungefähr 2600 OM.großen und von vielleicht 10000 Menschen bevölkerten Nieder-Californien erscheinenals Hauptwohnplätze die Missionsorte San-Jgnacio beim Vulkan de los Virgines, San-Joscf de Cavo, TodoS los. Santos und Loreto. Hoch-Cali fornien umfaßt ungefähr1450 OM. mit beinahe 30000 E. und hat zu Hauptwohnplätze» San-Diego, San-Bar-bara, San-Carlos de Monterei und San-Francisco. Nachdem C. schon 1534 durch span.Schiffe entdeckt worden war, nahm es 1536 Ferdinand Cortez in Besitz, indem er zu San-Cruz landete und eine Kolonie gründete, welche aber nicht blos mit dem drückendsten Mangel,sondern auch mit immerwährenden Anfeindungen der mexicanischcn Caziken zu kämpfenhatte. Im 1.1577 landete Franz Drakc in C. und nannte es Neu-Albion, welcher Nameam Ende des 17. Jahrh. mit Jslas-Carolinas vertauscht wurde, indem man immer noch indem Glauben war, daß C. eine Insel sei. Dieser Wahn wurde im I. 1700 durch die Ent-deckung des Jesuiten Eusebio Francisco Kino gelöst und damit die Auffoderung zu schnellaufeinanderfolgenden und bald emporblühenden Missionsniederlassungen gegeben, welchedie Eroberung des Landes durch die Spanier vorbereiteten. Diese machten C. als Inten-danzen California la vicha und Osütornis 1a nueva zur nordwestlichsten Provinz Mexicos,dessen Schicksale es von nun ab theilt. (S. Mexico.)
ksIiSse nannte man dieFußbekleidung der röm. Soldaten, insbesondere der Gemeinen,die deshalb zuweilen auch caligati hießen. Wahrscheinlich unterschieden sich die caligaeoon den gewöhnlichen Sandalen dadurch, daß sie mit Nägeln von Holz oder Eisen beschlagenwaren und mit Riemen bis an die Waden aufgcbundcn wurden. tiÄligae speculstorisetrugen die 8pecil>atores oder die Leibwache der Kaiser. In der später» Zeit trugen auchdie höher» Anführer bei den Römern kostbare caligae, die man campsgi nannte. Nicht zuverwechseln sind die caligae mit den ehernen Halbstiefeln (ocreae), die besonders den rechtenFuß schützten, der bei Kämpfen mit dem Schwerte vorgesetzt wurde.
Caligula (C. Cäsar Augustus Germanicus), röm. Kaiser 37—41 n. Chr., derSohn des Germanicus und der Agrippina, geb. 12 n. Chr. zu Antium, wurde im Lageraufcrzogen und von den Soldaten, weil er wie sie caligae trug, Caligula genannt...Er schmei-chelte sich beim Kaiser Tibcrius ein, sodaß er dem grausamen Schicksal seiner Altern undGeschwister entging, und ward von ihm mit dcs Drusus Sohn Tibcrius zu Erben des Reichseingesetzt. C, um seines Vaters willen beliebt, bemächtigte sich 37 n. Chr. allein des Throns,da es ihm ein Leichtes war, seinen Miterben zn verdrängen, den er nachher tödten ließ. Inder ersten Zeit seiner Regierung zeigte er sich besser, als sein Zusammenleben mit Tibcriusund dessen eigene Rede, daß er ihn zum Verderben des röm. Volks auferziehe, erwarten ließen.Bald aber gesellten sich zu der unsinnigen Verschwendung, die er von Anfang an geübt hatteund durch die er die Ungeheuern von Tibcrius aufgesammelten Summen in einem Jahrevergeudete, die wüsteste Wollust und entsetzlichste Grausamkeit, sodaß die Römer in einerKrankheit, die ihn im achten Monat seiner Regierung befiel, die Ursache der Umwandlung