Californien 121
fprung. Bald indeß legte er seine Viccpräfidentschaft nieder und wurde von der Gesetzgeben-den Versammlung seines Staats in den Senat gewählt. Hier entwickelte er in der Sitzungvon >833—33 zuerst seine Nulkificationsdoctrin, welche die Vereinigten Staaten in einenBürgerkrieg verwickelte, aus dem nur die Compromißactc Henry Clay's noch zur rechtenZeit das Land rettete. So gerieth C. in eine feindliche Stellung zur demokratischen Par-tei, der er sein ganzes Leben hindurch zugethan war, und die erst mit der Jackson'sehenPräsidentschaft ihr Ende erreichte. Im I. >835 sprach die Whigpartei ernstlich davon, ihnals ihren Candidaten aufzustcllen; C. aber hielt dafür, daß seine Zeit noch nicht gekommensei. Als aber van Buren auf der außerordentlichen Congreßsitzung von >836 dasUntcr-schaßkammersystem in Vorschlag brachte, erklärte C., daß er nur mit den Grundsätzen, nichtmit den Personen zu thun habe und für den Vorschlag des Präsidenten stimmen würde.Seit dieser Zeit ist er neuerdings der geistreiche Vorkämpfer demokratischer Grundsätze imSenat geworden. Während des letzten Wahlkampfs hielt er sich von allen öffentlichen Ge-schäften zurückgezogen, verhinderte aber nicht, wie früher, daß der Staat von Südcarolinavan Buren seine Stimme gab. Mit Harrison's Administration fing seine glänzendste Pe-riode an. Die Opposition theilte sich zu jener Zeit in eine ultrademokratische und in eine ge-mäßigte. An der Spitze der erstem stand Thomas H. Benton, ein Mann von geringer Ge-lehrsamkeit, aber großen statistischen Kenntnissen; die geistreiche gemäßigte Opposition wardvon C. angeführt. Der Staat Südcarolina hat neuerdings C. zum Präsidenten vorge-schlagen, und es ist wol wahrscheinlich, daß der Süden für ihn stimmen wird; aber im Nor-den hat er durch seine Nullificationsdoctrin und durch sein Bekämpfen des hohen Zolltarifsin den Manufacturstaaten beinahe alle Anhänger verloren. Nur in Neuyork besitzt er einePartei, nämlich die des freien Handels. Das Genie C.'s konnte sich nie recht in das Partei-isch schmiegen, noch viel weniger mochte er zu Popularitätskünsten seine Zuflucht nehmen.Er besaß daher nie eine eigentliche Volkspartei, dafür aber die Achtung und Bewunderungder vorzüglichsten Männer aller Parteien, und diese wird ihm bleiben, wenn es ihm auchnicht gelingen sollte, sich zur höchsten Staatswürde emporzuschwingen. C. ist hoher, schlan-ker Statur. Sein Gesicht trägt den Ausdruck von Charakterfestigkeit und Entschlossenheit,fast von Starrheit. Sein Vortrag ist bündig, kräftig und kurz, ohne alle rhetorische Floskelnauf sein gestecktes Ziel loseilend. Seine Peroration ist ergreifend; aber weder Eingang nochSchluß sind nach dem Muster der Alten zugeschnitten, und das Exordium vermißt man bei-nahe in allen seinen Reden. Seine Gesticulation ist übrigens sehr sonderbar. Er geht wäh-rend der Rede beständig auf und ab, während sein rechter Arm regelmäßig hin und herschwankt wie das Perpendikel einer Wanduhr. C. ist kein Mann des Volks; doch dasSchicksal Südcarolinas hält er in seiner Hand.
Californien, das nordwestliche Küstengebiet des mexican. Staatenbunds, zerfällt inden südlichen Theil der eigentlichen kalifornischen Halbinsel, d. i. Niedcr-odcr Alt-Californien, und den nördlichen Küstenstrich von der Einmündung des Nio°Colorado biszum Cap Mendocino, d.i. Hoch- oder Neu-Californien. Beide Theilc bedecken ungefähr3000 UM.; sie werden der ganzen Länge nach von den nordamerik. Secalpen oder West-cordilleren durchzogen, welche südlich mit dem Cap-San-Lucas anheben, im Allgemeinenwestlich am steilsten in terrassirten Rändern abfallen, südlich kahle Steppen auf dem breitenRücken tragen, nördlich zu den Oregonplatten allmälig übergehen und mannichsach vulkani-schen Charakter verrathen; so in dem-1600F. hohen VulkanGigania. Unter den zahlreichenund nördlich schön bewaldeten Inselgruppen, die die Westküste in geringer Entfernung be-gleiten, find am bedeutendsten die von San-Cruz, San-Catalina, die der Ccderninsel und vonSan-Margarita. An den Nordgrenzcn beider C. münden die größern Ströme Nio-Coloradound Buenaventura; außerdem bewässern das Land nur kurze und karge Wasseradern imSüden und thcils unbekannte Hochseen im Norden. An den Uferlandschaften lagern dieUngeheuern Dunstmasscn des nahen Meers und mildern in der Erzeugung häufiger Regendas rauhere Klima des Norden und das heißere des Süden zu oft schönem gedeihlichen Gleich-gewichte; auf den östlich gelegenen Höhen aber verschwinden diese Vorzüge, ja die Hochsteppcnwerden durch brennende Sommerhitze oft zu den unwirthbarstcn Gegenden, und da sie imSüden das Innere der schmalen Halbinsel größtenthcils erfüllen, so steht auch dessen Boden-