Druckschrift 
3 (1845) Buchholz bis Czongrad
Entstehung
Seite
120
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12<) Calembo.ur Calhoun

men können. Durch ihn wird die Schiffahrt um die der Stürme wegen so gefahrvolle KüsteSchottlands gänzlich vermieden und die Fahrt selbst bedeutend abgekürzt. Dem Staatebringt freilich dieser Kanal kaum die Hälfte der Unterhaltungskosten ein.

Calemlwur nennt man im Französischen eine Art Wortwitz, der, abgesehen vonder Zweideutigkeit des Worts selbst, hauptsächlich darin besteht, daß man irgend einemWorte ein zwar dem Klange nach gleiches, hinsichtlich des Sinnes aber ganz verschiedenesWort unterschiebt, z. B. Ein Räuber foderte einem Reisenden die Börse ab mit den Wor-ten :I-a bourss, ou Icl vie."Vour I'avis (la viv)", erwiderte dieser,Is meilleur gue jspnissa vons cloimer, est <1e gmtter vvtro melier, Sans <znoi vous serer penllu, et pvur iabourse (Haarbeutel) ie n'en ai pas, psrce giis je porte un catogaa" (Haarknoten). EinemGrafen Calcmberg aus Westfalen, der unter Ludwig XV. in Paris lebte, nach Andern ei-nem Apotheker Calcmbourg in Paris soll diese Wortwitzgrttung ihren Namen verdanEen,die vom Marquis Bievre weiter ausgebildct wurde. Vorzüglich eignet sich die franz. Sprachezu Calembours, weil sie arm an Worten ist und diese daher in mehrfacher Bedeutung ge-nommen werden können.

Calhoun (John C.), einer der hervorragendsten unter allen amerik. Staatsmännern,wurde am 18. März 1782 im District Abbeville in Südcarolina geboren. Sein Großvater,James C., stammte aus Irland und ließ sich 1733 inPennsylvanien nieder, zog aber dannnach Südcarolina, wo er 1756 eine Niederlassung, die den Namen Vallwun's settlementerhielt, bildete. Sehr bald wurde jedoch dieselbe von den Cherokesen, einem nahen Jndia-nerstamme, angegriffen und die ganze Familie bis auf den ältesten Sohn Patrick C.,welcher Wunder der Tapferkeit vollbrachte, erschlagen. Nach hergestelltem Frieden heirathetePatrick C. die Nichte eines presbyteriauischen Predigers, und John ist der jüngste aus die-ser Ehe entsprossene Sohn. C. erhielt eine sehr gute Schulbildung, und nachdem er seinewankende Gesundheit gekräftigt und 1802 seinen Cursus auf der Akademie beendet, bezoger die Universität von Aale, wo er sich besonders historischen und politischen Studien mit Ei-fer widmete. Hierauf studirte er, wie dies in den Vereinigten Staaten und in England ge-bräuchlich ist, Jurisprudenz bei einem geübten Advocaten, Desaussure, und fing dann 1807kn Südcarolina an zu prakticiren. Im I. 1809 wurde er zum ersten Male in die Gesetzge-bende Versammlung dieses Staats gewählt, wo er ein so ausgezeichnetes Nednertalent undso umfassende Kenntnisse als Staatsmann und Politiker bewährte, daß er schon zwei Jahredarauf als Congreßglied nach Washington gesandt wurde. Hier ward er in kurzer Zeit deranerkannte Anführer der Kricgspartei und unterstützte besonders alle auf die Bewaffnungder Milizen Bezug habenden Maßregeln. Doch widersetzte er sich dem Embargogesetz, daser deswegen für verwerflich hielt, weil es seiner Meinung nach dem amerik. Charakter wider-strebe. C. hatte den Charakter seiner Landsleute sehr richtig aufgefaßt und übte zu jener Zeitauf den Congreß einen kaum zu berechnenden Einfluß. Er war nacheinander Vorsitzer desComite der auswärtigen Angelegenheiten und Vorsitzer des Comite) welches mit der Regu-lirung des Umlaufsmittels beauftragt war. In letzterer Eigenschaft widersetzte er sich derEinführung einer Zettelbank, worin ihm damals auch sein großer Nebenbuhler im Norden,Daniel Webster, beistimmte. Im 1.1817 wurde er vom Präsidenten Monroe zum Kriegs-minister ernannt, in welcher Eigenschaft er die glänzendsten Beweise seines administrativenTalents gab. Er fand die Verwaltung dieses Departements in der größten Unordnung undmehr als 40 Mill. Dollars Rückstände und rcducirte diese Summe in weniger als sechsJahren auf 3 Mill.; die Kosten eines Soldaten, welche unter seinem Vorgänger aus 451Dollars jährlich angeschlagen waren, setzte er auf 287, wodurch er dem Staatsschatz jähr-lich mehr als 1,300000 ersparte. Während der zweiten Präsidentschaft Monroe's wurdeer mit Crawford, Jackson und Adams zur Präsidentschaft vorgeschlagen; doch zog er sichfreiwillig zurück und überließ das Feld seinen Mitbewerbern. John Quincy Adams wurdegewählt; aber schon im sechsten Monat seiner Verwaltung ergab cs, sich, daß seine Parteikeine Majorität im Congreß hatte, daher wurden 1828 General Jackson als Präsident undC. als Vicepräsident gewählt. Kurze Zeit nach dem Präsidentschaftsantritt Jackson's wurdeder berüchtigte hohe Zolltarif vorgeschlagen, dem sich C. von vornherein widersetzte. MehreMaßregeln dagegen, welche die Legislatur von Südcarolina ergriff, verdanken ihm ihren Ur-