Druckschrift 
3 (1845) Buchholz bis Czongrad
Entstehung
Seite
118
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118 Caldcron (Don Pedro)

und getauft in der Pfarrkirche von San-Martin »m 11. Febr. dieses Jahres, erhielt imJesuitencollegium seiner Vaterstadt seine erste Bildung und stndirte zu Salamanca vor-nehmlich Geschichte, Philosophie und die Rechte. Sein poetisches Genie hatte sich früh ent-wickelt; schon vor seinem 1-1. Jahre schrieb er das Schauspiel,M csrro llsl cielo". SeinTalent für diese Gattung von Poesie, vielleicht auch sein reicher Ersindungsgeist für festlicheVeranstaltungen erwarben ihm bald Freunde und Gönner. Als er 1619 Salamanca ver-lassen hatte, um in Madrid Hofdienste zu suchen, nahmen sich mehre Große des jungenDichters an. Im 1.1625 trat er aus besonderer Neigung in den Soldatenstand und dientein Mailand und den Niederlanden mit Auszeichnung, bis ihn 1636 Philipp IV. an denHof zurückbcrief und ihm die Entwürfe zu den Hoffeierlichkeiten, insbesondere die Verferti-gung der Schauspiele für das Hoftheater übertrug. Im folgenden Jahre zum Ritter desOrdens San-Jago ernannt, nahm er Theil an dem Feldzuge in Catalonien. Der Friedegab ihn der Dichtkunst zurück. Der König verlieh ihm hierauf eine Pension, wußte seinTalent ununterbrochen für Theater und Kirche in Thätigkeit zu erhalten und scheute keineKosten, um dessen Stücke mit allem Pomp aufführen zu lassen. Im I. 1651 erhielt er vondem Ordenscapitel die Erlaubniß, in den geistlichen Stand zu treten und 1653 eine derKaplanstellen an der erzbischöflichen Kirche zu Toledo. Da ihn jedoch diese Stelle zu weitvom Hofe entfernte, so wurde ihm 1663 mit Beibehaltung seiner bisherigen noch eine an-dere Stelle an der königlichen Hofkapelle und zugleich eine auf die Einkünfte von Sicilienangewiesene Pension zu Theil. In demselben Jahre ward er als Priester in die Brüder-schaft von San-Pedro ausgenommen und kurz vor seinem Tode 1681 von ihr zum Osplsnwa>or erwählt. Er starb am 25. Mai 1681 und vermachte sein bedeutendes Vermögen derBrüderschaft, die ihm aus Dankbarkeit ein prächtiges Denkmal in der Pfarrkirche vonSan-Salvador in Madrid setzen ließ. Sein Ruf vergrößerte auch seine Einkünfte, indem er vonden angesehensten Städten Spaniens um Verfertigung von V»tc>8 Zacrameutolos (Frohn-lcichnamsftücken) ersucht ward, welche ihm ansehnlich bezahlt wurden. Auf Verfertigungderselben wendete er, seitdem er in den geistlichen Stand getreten war, vorzüglichen Fleiß,und in der That verdunkelte er Alles, was die an Stücken dieser Art so reiche LiteraturSpaniens bis dahin aufzuweisen hatte. Diese Stücke sagten vornehmlich seinem religiösenGemüthe zu, und auf sie legte er auch einen vorzüglichen Werth, sodaß er ungerecht gegenseine übrigen ward, die in vielfacher Hinsicht ebenfalls eine nicht geringe Auszeichnung ver-dienen. Überhaupt ist Religion der Mittelpunkt seiner Gedichte; auf sie bezieht er die Man-nichfaltigkeit der Erscheinungen mit südlicher Lebendigkeit. Die span. Nation zählt C. unterdie größten poetischen Genies, und die Kritik ist billig genug, manche unleugbare Mängel sei-ner Stücke der Zeit und den Umständen zuzuschreiben. Die Zahl seiner gesammelten dra-matischen Werke beläuft sich auf 128. Unter ihnen sind viele Jntriguenstücke, voll von Ver-wickelungen und reich an den interessantesten Zügen, heroische Komödien und historischeSchauspiele, deren einige den Namen der Tragödie verdienen. Unter seinen romantischenTragödien ersten Ranges behauptetDer standhafte Prinz" die erste Stelle. Außerdem hatman von ihm 95 ^ntvs »ocramentolez, 290 I^vos (Vorspiele) und 190 8a)netss (Diver-tissements). Sein letztes SchauspielHallo x Oiviso" schrieb er in seinem 81. Jahre. Seinekleinern Gedichte, Lieder, Sonette, Romanzen u. s. w. sind ungeachtet des nicht geringenBeifalls, den ihnen des Dichters Zeitgenossen ertheilten, verloren gegangen, und andere, wiedie GedichteLxortacioo paoegiric» ill silencio",I^os Piste» Kovisiinos" undviloviogeneral llel munllo", und die AbhandlungenVs la nablera lle In kintura" undbln <Is-lensa lle la 6oinellia" nur noch dem Namen nach bekannt; seine Schauspiele aber habensich noch mehr als die des Lope selbst auf der Bühne erhalten. Die vollständigste Ausgabeseiner Schauspiele erschien zu Madrid (9 Bde., 168389), eine andere besorgte de Apon-tes (>0 Bde., Madr. 176063, 3.). Eine neue kritische Ausgabe begann Keil, von ihrsind aber nur drei Bände (Lpz. 182023) erschienen, welche 30 eomellias enthalten; be-endet ward durch ihn eine andere Ausgabe (1 Bde., Lpz. 1830). Meisterhafte Übersetzungeneinzelner Stücke gaben A. W. Schlegel in seinemSpan. Theater" (2 Bde., Brrl. 1803 9) und Gries (7 Bde., Berl. 181526; 2.Aufl., 8 Bde., 1810II) heraus. Ihnen