Caldara Calderon (Don Pedro) 1i7
ßer den „Icvnes" gab er mehre selbständige Schriften heraus über das Lymphsystem (Pa.dua 1792), die Zlemlwmm txmpani (Padua 1794), die Thymusdrüse (Vcn. 1898), „De-menti lii -lnstomiu" (Ven. 1824; neue Aust., Bologna 1828); kurz vor seinem Todeerschien noch von ihm eine >„^natomis »manu cnmpletu" (Ven. 1836, Fol., mitKupft).
Caldära (Polidoro), nach seiner Vaterstadt Polidoro da Caravaggio ge-nannt, gcb. um 1495, kam jung nach Nom und wurde als Handlanger bei den Maurcrar.beiten im Vatican beschäftigt, dessen großartige Verschönerung damals unter-Nafael's Lei-tung vor sich ging. Bald entwickelte sich in ihm ein bemerkenswerthes künstlerisches Talent;Rafael übergab ihn seinem Schüler Maturino, einem Florentiner, zur weitern Ausbildung.Als dessen Gehülfe soll er an der Ausführung der kleinen, grau in grau gemalten Bilder inden Bogen des Vaticans Theil genommen haben. Nach Nafacl's Tode schmückten beideKünstler, Polidoro und Maturino, gemeinschaftlich die Facaden einer großen Anzahl röm.Paläste durch ähnliche grau in grau gemalte Compositioncn, die dem antik-röm. Neliefstilähnlich gehalten waren. Von diesen Arbeiten ist indeß wenig erhalten; man kennt die mei-sten derselben nur aus Kupferstichen. Die Eroberung Noms im Z. 1527 und die Pest, derMaturino erlag, hoben diese Beschäftigung auf. Polidoro ging nach Neapel, später nachMessina und lieferte an beiden Orten zahlreiche Altarbilder; das Museum von Neapel ent-hält deren eine nicht unbeträchtliche Anzahl. Polidoro erscheint in diesen Werken, die seinerselbständigen Thätigkeit angehören, auffallenderweise sehr abwerchend von dem Charakterder röm. Schule; cs ist ein Streben nach gemeinerer Natürlichkeit darin, fast nach Art derNiederländer. Man ist in Folge dessen neuerlich zu der Ansicht gekommen, daß das Haupt-verdienst bei den mehr klassischen röm. Arbeiten dem Maturino zukomme, während mandasselbe früher dem Polidoro zuschrieb. C. wurde 1543 von einem Diener, der ihn berau-ben wollte, ermordet.
Calderäri, d. h. Kesselschmiede, nannte sich eine der vielen in Italien von der poli-tischen Gährung der neuern Zeit hcrvorgerufenen geheimen Gesellschaften. Sie hatte ihrenSitz vornehmlich im Königreiche Neapel, und hier mehr in den Provinzen als in der Haupt-stadt. Eine Zeit lang war sie mit der Carbonaria verbunden, dann aber in Opposition mitdieser. Nach ihren politischen Zwecken scheinen zwar alle diese Gesellschaften, im Wirken fürdie Staatseinheit Italiens und dessen Befreiung von auswärtiger Herrschaft, eine gemein-schaftliche Grundlage gehabt, allein in ihren Ansichten über die Mittel und Resultate sichwieder so sehr getrennt zu haben, daß daraus eine entschieden feindselige Stellung der einenVerbindung gegen die andere hervorging. Über den wahren Charakter einer jeden dieser Ge-sellschaften, worunter die Calderari und Carb onari (s. d.) die größte Ausbreitung erlang-ten, ist es ebenso schwer, etwas Bestimmtes anzugeben, als über ihre Geschichte. Die Cal-dcrari sollen, nach Graf Orlow in seinen ,,5leinoiies sur le <Ie Tolles", gegen
Ende desJ. 1813 uns den Carbonari entstanden sein und als erbitterte Feinde derselbennach der Rückkehr des Königs Ferdinand nach Neapel vom Fürsten Canosa als Policei-minister begünstigt und unterstützt worden sein, um jene desto wirksamer zu bekämpfen.Nach Canosa's Angaben in der anonymen Schrift „1 pitk^ri <ii montggnu" (Dublin 1829)entstanden die Caldcrari nicht in Neapel, sondern in Palermo. Als nämlich hier durchLord Bentinck die Zünfte aufgehoben wurden, erregte dies große Unzufriedenheit, und na-mentlich waren es die Kesselschmiede, welche der Königin Karoline ihre Bereitwilligkeit er-klären ließen, gegen die engl. Herrschaft die Waffen zu ergreifen. Diese Gährung war denneapolitan. Flüchtlingen höchst erwünscht, die nicht ermangelten, sich dabei sehr thätig zu be-weisen. In Neapel schlossen sich dann die Unzufriedenen den geheimen Verbindungen gegenMurat an. Als zu Anfänge desJ. 1816 nachdrückliche Maßregeln gegen die Caldcrari,die wol auch zum Theil eine Fortsetzung der 1799 vom Cardinal Ruffo geworbenen Van-den sein mochten, ergriffen werden sollten, nahm der Fürst Canosa sie nicht an sich in Schuh,wol aber meinte er, daß man sich ihrer als eines nützlichen Gegengewichts gegen die zahl-reichern und gefährlichem Carbonari bedienen könne. Vgl. Tonclli, „öi-eve icke» ckeliu cm -bonsris, sua Orions nsl regno <Ii iVn;>oIi, suo scopo, sus persscuri-ine e cuusä cbs äs'„asccrc lu settu <>«' <7sI<Ierari" (Neap. 1820).
Caldkron (Don Pedro) de la Barca Henao y Riano, geb. zu Madrid 1699