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3 (1845) Buchholz bis Czongrad
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114 Calais Calas

salc, welche der zersplitterte Boden vielfach erfuhr, die Ohnmacht der Herrscher über daszerstückelte Land und die Folgen frühem Feudalsystems. Zn statistischer Hinsicht zerfällt dasLand in (Älabria citLi inre mit Hauptstadt Cosenza (18000 E.) am Busento, unter dessenBette -tio Manch begraben wurde, und Calsl-ri» ulterioroI.undII., mit den HauptstädtenReggio (17000 E.) und Catanzaro (1 1500 E.). Jenes umfaßt die nördlich, dieses die süd-lich gelegenen Thcile des Landes. Außer den genannten Städten gibt es nur noch wenige,welche Manufakturen haben und Handel treiben. Am bedeutendsten sind die Städte Cro-rone mit 5000 E-, wegen des Hafens, Monteleone mitOOOO E., das griech. Hipponium, beiden Römern Vibona genannt, wo noch jetzt die Trümmer eines Ceres-Tempels sich finden, we-gen seiner Scidcnfabriken, Gerace mit 6000 E., welches aus den Trümmern von Lokri erbautwurde, Pizzo (s. d.), Santa-Eufemia und Paola im Westen und als Hafenorte des OstenNossano und Squillacc. Die Spuren des Erdbebens, das am 20. Febr. 1783 das südlicheC. verwüstete, 300 Städte und Dörfer zerstörte und 30000 Menschen begrub, sind noch jetztnicht verschwunden. Vgl. Bartels,Briefe über C. und Sicilien" (3 Bde.,Gött. 178702)und Justus Tommasini (Westphal),Spaziergang durch C. und Apulien" (Konstanz 1828).

Calais, im stanz. Departement Päs-de-Calais, an der Meerenge, welche Frankreichvon England trennt und von den Franzosen Las <l« (lalsis, auch Iva Llanct»«, von den Eng-ländern aber 1'lie britisl, cluinnel genannt wird, ist stark befestigt und wird durch eine Zita-delle und das Fort Nieuvclet gedeckt. Der Kanal ist nur sieben Stunden breit, und die Über-fahrt nach England mit Dampf dauert oft nur zwei Stunden. Der Hafen ist für großeSchiffe zu seicht und zur Zeit der Ebbe fast wasserleer. Die Zahl der hier ankommendcn undabgehendcn Reisenden beläuft sich jährlich auf mehr als 25000. Die Stadt hat 15000 E-,die viele Fabriken in Seife, Öl, Leder, Kattun und Strumpfwaaren unterhalten, auch eini-gen Handel, namentlich mit Fischen, treiben. Es bestehen daselbst eine Navigationsschuleund eine Gesellschaft für Ackerbau, Handel, Künste und Wissenschaften. Zur Erinnerungan die Rückkehr Ludwig's XVIll., der hier am 23. Apr. >813 ans Land stieg, wurde dem-selben im Hafen eine Dcnksäule errichtet und sein erster Fußtapfen aufs Land in Bronze ge-gossen. C. gehörte im Mittelalter zur Grafschaft Boulogne und hieß bis ins 13. Jahrh.Scalas. Erst in diesem Jahrhundert wurde cs befestigt. Vom König Eduard lll. von Englandwurde es 1337 nach clfmonatlicher Belagerung und tapferer Verteidigung erobert undblieb nun bis 1558 im Besitze Englands, wo es als die letzte aller engl. Besitzungen inFrankreich durch den Herzog von Gusse genommen wurde. Auf der Höhe von C. ward am8. Aug. 1588 die span, unüberwindliche Flotte von den Engländern zerstreut und in dieFlucht geschlagen, auch am 2I.Oct. 1639 die span. Silbcrflotte durch den Holland.Ad-miral Tromp fast gänzlich vernichtet.

Calamanderholz ist eine Holzart, welche selbst auf der Insel Ceylon, von wo solchein neuerer Zejt nach England eingeführt wurde, zur Seltenheit gehört. Sie übcrtrifft allebis jetzt bekannte Holzarten an Schönheit und Abwechselung der Farben und ist von solcherHärte, daß sie nur durch Feilen und Raspeln bearbeitet werden kann.

Calas (Jean), das Opfer religiösen Fanatismus und einer, leichtsinnigen Justizdes vorigen Jahrh., gcb. am 19. März 1698 von protestantischen Altern zu Lacaparedein Languedoc, lebte mit seiner Familie als Kaufmann zu Toulouse, wo er im Rufe eineswohlwollenden und rechtschaffenen Manns stand. Am 1 3. Oct. 1761, als die Familie vomAbendessen aufgestandcn, wurde der älteste Sohn des Hauses, Marc Antoine C., ein demSpiele ergebener und in Schwermut!) versunkener Jüngling, in dem Waarenmagazine er-henkt gefunden. Es war der Familie kein Zweifel, daß er selbst Hand an sich gelegt habe;allein das Volk beschuldigte den Vater und die übrigen Familienglicder dieses Mords ausreligiösem Eifer, denn es ging da§ Gerücht, der Sohn habe wollen zum Katholicismus über-treten. Man behauptete sogar, daß ein anderer junger Mann, Namens Lavaysse, der amgedachten Abende bei Tische zugegen gewesen, von dm Protestanten aus Euyenne abge-schickt worden, um den Mord ausführen zu helfen. Die Mönche nahmen den Leichnamgleich dem eines Märtyrers in Beschlag, thaten auch alles Mögliche, um das Volk anfzu-rcgen und in seinem Wahne zu bestärken. Die Weißen Büßer zu Toulouse hielten ihm glänzendc Leichcnfeierlichkeiten; die Dominicaner errichteten einen großen Katafalk, setzten cm