Cailliano irr» 111
Timbuktu ein, das er nach Verlauf eines Monats erreichte, und wo er sich 14 Tage aufhielt.Da er weder Maaren noch Geld hatte, mußte er sich von nun an mit Betteln durchhelfen.Er wandte sich nun nördlich von Timbuktu, nach der Wüste von Sahara, die er mit einerKaravane in zwei Monaten durchwanderte, und gelangte endlich wieder in die bewohntenmarokkanischen Länder. Von hier begab er sich nach Tanger, wo der franz. ViccconsulDelaporte eines Tags nicht wenig erstaunt war, als ihn ein wandernder Derwisch mit einemschmuzigen ledernen Sacke auf dem Rücken und in lumpigen Kleidern französisch ansprachund sich als einen von Timbuktu kommenden franz. Reisenden zu erkennen gab. Delaporteverschaffte ihm im Sept. 1828 eine freie Überfahrt nach Toulon und meldete die sonderbare Er-scheinung an die Geographische Gesellschaft in Paris, die ihm sogleich Geld nach Toulon sendete.So war es einem Reisenden ohne Ruf, ohne Unterstützung gelungen, ein Unternehmen zu voll-bringen, worin so viele angesehene engl. Reisende, aller Hülfe und Unterstützung ungeachtet,gescheitert waren. Nachdem er in Paris angelangt und der Geographischen Gesellschaft seineBerichte vorgelcgt hatte, wurde ihm nicht nur der ausgesetzte Preis zuerkannt, sondern aucheine Pension von 1000 Francs und der Orden der Ehrenlegion zu Theil. Seine Bemerkun-gen wurden von dem Geographen Jomard in Ordnung gebracht und mit vielen eigenen An-merkungen unter dem Titel „äuurnal cl'un va^SFS LDeinliouctou et ü leime cksnscentrale, etc." (3 Bde., Par. 1830) herausgegeben. C. war ein Reisender ohne Vorkennt-niffc, Phantasie und Gelehrsamkeit, aber auch ohne Vorurtheil und vorgefaßte Meinungen.Er hat schlicht und einfach ausgezeichnet, was er gesehen oder von Andern vernommen hat,ohne allen Schmuck und eigene Zuthat. Gewiß in diesem Falle mit Unrecht wurde in EnglandZweifel gegen die Echtheit seiner Reise erhoben. C. starb am 25. Mai 1838 in der Nähe vonParis, wo er sich angekauft. Er hatte in der letzten Zeit den Plan, nach Afrika zurückzukehrcnund einen Weg zwischen den franz. Besitzungen in Afrika und den reichen Minen von Buriin dem Lande Bambuk auf der Mandingoterraffe zu öffnen; doch die Negierung hatte ihm diedazu verlangten Mittel abgeschlagen, weil er nicht wissenschaftliche Kenntnisse genug besaß.
Cailliaud (Fre'deric), franz. Reisender, geb. am 10. März 1787 zu Nantes, studirtezu Paris Mineralogie und bereitete sich dann zu ausgedehnten Entdeckungsreisen vor. Nach-dem er Holland, Italien, Sicilicn und einen Theil Griechenlands bereist hakte, begab er sich1815 über Konstantinopel nach Alexandrien. Hier erhielt er auf Drovetti's Empfehlungden Auftrag, den mineralischen Reichthum Ägyptens zu untersuchen. Auf seiner Wanderungvon Edfu in Oberägypten nach dem Rothen Meer entdeckte er sieben Stunden von der Seedie Ungeheuern Smaragdgruben, die schon den Alten bekannt gewesen waren. Im I. 1810nach Frankreich zurückgekehrt, bereitete er seine „Voxags ü I'oasis <>« '1'bebss et «laus lescieserts tait penclsnt les annees 1815 — 18" (2 Bde., Par. 1821, Fol-, mitKupf.) vor, dochnoch ehe dieses Werk in den Druck gekommen war, ward er durch die günstige Ausnahme,die seine Untersuchungen beim Institute fanden, ermuthigt, eine neue Reise nach Ägyptenanzutreten. Der Pascha von Ägypten bewog ihn, zur Auffindung neuer Smaragdgrubenbis nach Nubien vorzudringen. C. wagte sich im Gefolge Jsmail's, des Sohns des Pascha,bis zum zehnten Grade und machte in diesen ganz unbekannten Gegenden eine reiche Ernteastronomischer, archäologischer und naturhistorischer Beobachtungen. Im 1. 1822 kehrteer nach Paris zurück, ordnete die unermeßlichen Sammlungen, die er für die öffentlichenMuseen mitgebracht hatte, und ließ seine „Vc>>age ä lüleroe et au üeuve blanc aucleläcle karogl ckans le micki cku ro^aume sie 8eni»ar ä 8^oual» et clans les ciuy autres oases,tait penclsnt les snnee» I8IS— 22" (4 Bde., Par. 1826—27, mit Kupfern in Fol.)erscheinen, die eine Fortsetzung zu der vom Institute herausgegebcnen „Description cleI'^gypte" bildet. Zur Belohnung für die wichtigen Entdeckungen, die ihm die Wissenschaftverdankt, ward er 1827 Conservator des naturhistorischen Museums in Nantes. Später ließer die „Reckercbes surles arts et metiers, les uss^es cle la vie civile et ciomestigue<Ies sn-ciens penplss äs I'Lgypte, cle la lXubie et cle Ltkiopie" (2 Bde., Par. 1832,4.) erscheinen.
irs, d. h. es wird gehen, nannte man nach der als Refrain immer wiederkehrendenAnfangsstrophe ^b! ys irs, y» ira, cs ira! 1<es aristocrates s la lanterne einen jenerschrecklichen jakobinischen Gesänge, mit dem sich während der ersten franz. Revolution derniedere Haufe crmuthigte und namentlich zu Grcuelscencn entflammte. Er wurde gleich der