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3 (1845) Buchholz bis Czongrad
Entstehung
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108 Cagliostro

reiche Arbeiten von seiner Hand, die unter den Werken seiner früher« Zeit als die bedeutend-sten gerühmt werden. Den Schluß seiner Entwickelungszcit machte eine Reise nach Rom,die er in Begleitung des vcnetian. Gesandten Grimani unternahm. Das Anschaucn derzahlreichen Antiken, der Malereien von Rafael und Michel Angelo, welche Nom verhcrr.lichen, gab seinem Geiste die letzte Freiheit und Größe. Nach Venedig zurückgckehrt, fertigteer nunmehr, im Dogenpalast und mehren andern Prachtgebäuden, in Kirchen und Klöstern,die wunderbaren Meisterwerke, die seinen Namen unsterblich machen. Seine Bilder stellendas Leben in glänzendem, festlichem Rausche dar, wie es bei den freudigsten Anlässen sichentwickelt und wie es zu jener Zeit der vcnetian. Blüte so leuchtend erschien; der volle Genußdes Daseins, eine Stimmung des Gefühls, die wie auf heiter erregten Wellen ruhig undsicher dahinflutct, spricht aus ihnen zu uns. Prächtige Architekturen bauen sich in diesenBildern empor, von Scharen festlich Versammelter belebt; funkelnde Geräthe und Ge-schmeide, schillernde Gewänder, alle bunte Farbenlust ist in ihnen vor unfern Augen aus-gebreitet, aber ein klarer sonniger Tag umfängt das Ganze, und der Erguß des Lichts vereintdiesen Wechsel der Formen und Farben zur lautersten Harmonie. C. ist um so höher zuschätzen, da seine Blüte in der zweiten Hälfte des 16. Jahrh. in eine Zeit siel, in wüchcr dieital. Kunst fast überall, vornehmlich durch misverstandene Nachahmung Michel Angela s,in eine oberflächliche Manier ausgearket war. Er aber hielt sich frei davon; die Stimme sei-nes Innern und das nie trügende Vorbild der Natur, der er sich mit voller Liebe hingegebenhatte, führten ihn einen sichern Weg. Seine vorzüglichsten Meisterwerke bestehen in sol-chen Gemälden, welche zur Entwickelung festlicher Pracht Anlaß gaben, und namentlich insolchen, in denen er festliche Mahlzeiten nach den Geschichten des Neuen Testaments darstellte. >Bilder der letzter» Art hat er mehrfach für die Nefcctorien der vcnetian. Klöster gefertigt. !Das größte und berühmteste unter diesen ist die Darstellung der Hochzeit zu Kana, früher im !Nefcctorium von San-Giorgio-maggiore zu Venedig, jetzt im Museum von Paris, ein Bildvon 20 F. Höhe und 30 F. Breite, mit 130 Figuren, darunter viele Portraits vowHeit-gcnossen des Künstlers. Unter den andern Gemälden der Art dürfte besonders die DarstellungChristi an der Tafel des Lcvi aus dem Refectorium von San-Giovanni e Paolo zu Venedig,jetzt in der Sammlung der dortigen Akademie, hervorzuhebcn sein. Er starb am >9. Apr.1588. Sein Bruder, Bcnedetto C., und seine Söhne, Gabriele C. und Carlo C.,folgten seiner künstlerischen Richtung, sind aber nicht sonderlich bedeutend.

Castliostro (Graf Alexander) nannte sich jener berühmte Abenteurer, der zu Endedes 18. Jahrh. Europa durchzog und in seinen Erfolgen nicht weniger den socialen Charakterseiner Zeit wie eine außerordentliche Persönlichkeit abspiegclt. Er wurde am 2. Juni 1743zu Palermo von armen Altern geboren, hieß eigentlich Joseph Balsams, kam früh inein Priesterseminar seiner Vaterstadt und wurde, nachdem er als Knabe von 13 Jahrenentwichen, von seinen Vormündern in das Kloster der Barmherzigen Brüder zu Cartagioregcthan. Hier ward er der Echülfe eines Apothekers, der ihm einige physikalische Kenntnisseund Geschmack an den Naturwissenschaften beibrachte, auch eine Menge Gcheimmittel lehrte,mit denen er später seine Zeitgenossen blendete. Seines schlechten Betragens und ausschwei-fenden Lebens halber wieder entlassen, kehrte er nach Palermo zurück, beschäftigte sich hicxmit Zeichnen und sank in dieser ungebundenen Lage nur um so tiefer. Er war Raufbold,Wüstling, Kuppler, Gauner, Falschmünzer, Jntriguant, zeigte sich jedoch in allen seinenStreichen als einen geweckten Kopf, der die Schwächen und Leidenschaften der Menschentrefflich zu benutzen wußte. In seinem 26. Jahre war er bereits so berüchtigt, daß er sich ent-schließen mußte, einen andern Schauplatz seiner Thaten zu suchen. Aus einem gemeinenVagabunden wurde er nun ein glänzender Abenteurer. Um Geld für seine Reise zu erlangen,betrog er einen Goldschmied, dem er glauben machte, mit ihm einen Schatz zu heben. InBegleitung eines seinem Ursprünge nach unbekannten Weisen, Alhotas genannt, begann ernun seine mysteriösen Reisen und besuchte, um seinem Wesen einen fremdartigen Anstrichzu geben, Griechenland, Ägypten und einen Theil Asiens. Als er um 1770 aus der Türkei,wo-er als Arzt ausgetreten war, zurückkehrte, stellte er sich auf Malta dem Großmeister desOrdens als Grafen Cagliostro vor und wußte denselben für sich so einzunchmen, daß er vonihm glänzende Empfehlungen an ital. Große erhielt. Er ging nun wirklich nach Italien,