Cassarelli du Falga Cagliari 107
mit der Erklärung entließ, daß er nun der erste Sänger Italiens und folglich der Welt sei.Hierauf begab sich C. um 1730 nach England, wo er in der That Alles m Erstaunen fehle.Nach der Rückkehr in sein Vaterland sang er hier bei mehren Theatern mit außerordentlichemBeifall und erwarb sich nach und nach ein so bedeutendes Vermögen, daß er sich die HerrschaftSanto-Dorato kaufen konnte, worauf er sich den Titel Duca beilegte. Nichtsdestowenigerfuhr er auch jetzt noch fort, in Kirchen und Klöstern, namentlich auch in Paris zu singen,doch ließ er sich dafür enorm bezahlen. Durch ihn vorzüglich wurde der verzierte ital. Gesangverbreitet. Seine Anmaßung war ebenso groß wie seine Kunst. Er starb 1783.
Cassarelli du Falga (Louis Marie Joseph Maximilien), franz. Divisionsgeneral,geb. auf dem Schlosse Falga in Oberlanguedoc am 13. Febr. 1756, widmete sein ganzesLeben den Wissenschaften und dem Streben, der Menschheit nützlich zu werden. SeineSchriften, die ihm auch einen Platz im Nationalinstitut verschafften, betreffen vorzugsweiseMathematik, die Nothwendigkeit eines bessern öffentlichen Unterrichts und andere Verwal-tungs- oder abstract-philosophische Gegenstände. Er huldigte den Grundsätzen der Revo-lution und diente bei der Nheinarmee als Capitain; als aber der Nationalconvent denArmeen Ludwig's XVI. Hinrichtung bekannt machen ließ, sprach er laut seine Misbilligungdarüber aus und wurde deshalb festgenommen. Ein Jahr nachher kam er jedoch wieder inFreiheit, erhielt zunächst eine Anstellung im Militairausschuß und ging später wieder zurRheinarmee, wo er sich im Sept. 1795 beim Übergänge überdenNhein bei Düsseldorf aus-zeichnete. Der Verlust eines Beins in einem Treffen am Ufer der Nahe in der Nähe von Kreuz-nach hinderte ihn nicht, als Chef des Geniecorps ander Expedition nach Ägypten Theil zunehmen, wo er am 1. Apr. 1799 vor St.-Jean d'Acre blieb. — Sein Bruder, Auguste,Grafvon C., Pair von Frankreich, geb. am7.Oct. 1766, war vor der Revolution in sardin.Kriegsdiensten und machte dann fast alle Feldzüge des Nevolutionskriegs unter FrankreichsFahnen mit. Im 1.1804 sandte ihn Bonaparte nach Rom, um den Papst zu bewegen,ihn bei seiner Krönung zu salben; im I. 1805 wurde er Gouverneur der Tuilerien, von1806—10 Kriegsminister des Königreichs Italien und später im activen Kriegsdienste be>der Armee in Spanien. Während der Hundert Tage beförderte ihn Napoleon zum Chef derersten Militairdivision in Metz; nach der Rückkehr der Bourbons ward er pensionirt undlebte in der Zurückgezogenheit, bis ihn Ludwig Philipp >831 in die Pairskammcr berief.
Cagliari, die Hauptstadt der Insel Sardinien, Sitz des Vicekönigs, eines Erzbischofsund der obern Landesbehörden, liegt am gleichnamigen Meerbusen der Südküste und an derMündung der Malargia. Der Hafen ist ziemlich sicher und durch Forts geschützt, die Stadtmit Wällen umgeben. Unter den 38 Kirchen zeichnet sich die im Castell durch prächtige Mar-morbekleidung aus. Das Theater sowie mehre Paläste sind sehr gut gebaut. Schenswerthsind das Museum der Alterthümer und die Überreste einer röm. Wasserleitung, welche dieStadt, die an Trinkwasser Mangel leidet, damit versorgte. Die Universität daselbst wurde1720 gestiftet, 1764 neu eingerichtet und zählt etwa 200 Studirende; die erste Buchdruckerciward 1769 erricktet. C. ist der Stapelpaß des ganzen sardin. Handels, hat mehre Schiffs-werfte und ein gut eingerichtetes Quarantainehaus. Es zählt 29000 E-, die besonders guteGeschäfte in Wein, Oliven und Salz treiben und bedeutende Waffen- und Pulverfabrikenunterhalten. In der Nähe bei S.-Giovanni di Pula soll die Römcrstadt Nora und beiMills das alte Neapolis gelegen haben.
Cagliari (Paolo), bekannter unter dem Namen Paul Veronese, einer der erstenMeister der vcnetian. Malerschule, geb. 1530 zu Verona, wo sein Vater Bildhauer war,erlernte hier die Kunst bei seinem Oheim Antonio Badile, einem geachteten Maler. Nebendem Letztem erfreuten sich noch mehre veronesische Maler, wie Nicc. Giolfino, Giambat. dalMoro, Brusasorci, Paolo Farinato, des allgemeinen Beifalls und mannichfacher Aufträge.Der junge C. entwickelte sich schnell und glänzend, konnte aber neben den altern Meisternkeine sonderliche Anerkennung finden. Besser erkannte sein Talent der Cardinal Gonzaga,der ihn nach Mantua berief, wo er die ersten öffentlichen Zeugnisse seines Genies absegtc.Später ging er nach Venedig. Hier trat ihm eine glänzendere Kunstwelt entgegen; im Wett-kamps mit den großen altern Meistern, wie Tizian und Tintoretto, stählten sich seine Kräfte,läuterte und erhöhte sich sein Streben. Die Kirche San-Scbastiano zu Venedig enthält zahl-