Cadets Cadiz 101
Galaktometers. In den I. >791 und > 792 war er Präsident im Seine- und Oisedeparte-ment und zeichnete sich während seiner Amtsführung durch Thätigkeit und Mäßigung aus.Noch unter der Republik ward er Jnspcctor der Wohlfahrtspolicei in Paris; Bonaparte alserster Cvnsul ernannte ihn zum Jnspcctor des Hospitals Val-de-Gracc. Seit 1893 waer einer der Hauptredactorcn des „llournsl tl'öconom!« rurale et clomestigue" und des„Cours complet ä'-iFriculture ;,r»lici>ie". Nachher wurde er Mitglied des Instituts undstarb 1828 zu Nogcnt-les-Vicrges. Seine wichtigsten Schriften sind „Observation»s»r les tosses «l'aissnce" (Par. 1778), ,,^vis sur les mo^ens tle climinusr l'insaliibrite clestiabitations apres les inonüations" (Par. 1783 ; 2. Aust., 1892), „Illemoire sur la gela-tine cles os et son application ä I'economie alimentaire" (Pär. 1893).
Cadets hießen sonst in Frankreich die jüngern Söhne der adeligen Familien, die, dadas ganze Bcsitzthum aufden ältesten Sohn überging, miteinerLeibrcnteabgefundcn wurden,oder denen man einträgliche Ämter zu verschaffen suchte, vorzüglich am Hofe, im geistlichenStande und im Militair. Um nun den Cadets das mühsame Aufrückcn in der Armee zu er-leichtern, erhielten sie als Knaben, oft schon in der Wiege das Patent als Offizier. Späterging der Name Cadet zur Bezeichnung eines jungen Menschen, der sich für die militairischcLaufbahn bildet, auch in die deutsche Sprache über. Zur Äusbildung der Cadets wurdendieCadettenschulen und Kadetten hä uscr eingerichtet, welche mit den frühem Kriegs-odcr Militairschulen nicht verwechselt werden dürfen. Der Große Kurfürst von Branden-burg und seine nächsten Nachfolger sind als die Gründer dieser Cadettenschulen anzusehcn.König Friedrich Wilhelm 1. von Preußen vermehrte die Zahl der Kadetten, formirte Com-pagnien daraus und besetzte sie mit Offizieren. Im I. 1725 wurde auch in Sachsen einesolche Cadettcncompagnie, welche zugleich eine Art Leibwache bildete, errichtet. Alle übrigedeutsche Fürsten folgten dem Beispiele Preußens und Sachsens. Bisweilen traten dieKnaben auch sogleich in die Regimenter und wurden dann Negimentscadetten ge-nannt. Mit den wachsenden Anfoderungen der Wissenschaftlichkeit an junge Militairs er-litten auch die Cadettenhäuscr allmälig eine veränderte Gestalt; man stellte kriegswissen-schaftlich gebildete Offiziere und Gelehrte vom Civilstande als Lehrer darin an und gab über-haupt der Ausbildung der Jünglinge eine zeitentsprcchende Richtung, behielt aber dicmili-tairischen Grundformen beständig bei. Dadurch sind die Cadettenhäuscr mehr militairischcErziehungs- und Unterrichtsanstalten geworden, in welchen meist Offiziersöhne und jungeAdelige entweder ganz auf Kosten des Staats oder gegen eine jährliche Pension, untermilitairischen Formen, in allen Schulkenntnisscn überhaupt, in den höhern Classcn aber ins-besondere für ihren künftigen Berufund zugleich in den Waffen, jedoch nur als Infanteristen,unterrichtet werden, auch nebenbei einen Unterricht in den gymnastischen Künsten erhalten.Nach dem dermaligen hohen wissenschaftlichen Standpunkte der deutschen Cadettenanstaltcnist in fast allen Armeen die Erfahrung gemacht worden, daß aus den Zöglingen dieser An-stalten die besten Offiziere für die Regimenter gegenwärtig hcrvorgehen, welche nächst einergenügenden wissenschaftlichen Ausbildung eine tüchtige militairischc Erziehung und richtigeBegriffe von Disciplin und Subordination mitbringen, was für den praktischen Dienst undden Geist des Heers von großem Werth ist. Daß übrigens Cadettenhäuscr nichtausschlicßendFeldherren oder ausgezeichnete Krieger bilden, lehrt die Geschichte aller Völker, und cs dürftenoch eine geraume Zeit vergehen, bevor die Cadettenanstaltcn von einer gewissen Einseitig-keit ganz freigesprochen werden können. Das Cadettenhaus zu Dresden wurde 1833 mit derArtillerieschule verschmolzen und zur allgemeinen Militairbildungsanstalt erhoben. Preußenhat 1833 seinen Cadettenhäuscrn eine vollständig veränderte Form gegeben, die erste Classcder Zöglinge auf den Standpunkt der Sccundaner auf Gymnasien gesetzt, die lat. Sprachewieder als Unterrichtsgegenstand cingcführt, den militairischen Unterricht aber ausgeschlossenund in die Divisionsschulen verwiesen, wovon man sich große Vortheile verspricht, welcheindessen erst durch die Erfahrung gerechtfertigt werden müssen. Diejenigen Zöglinge derersten Classe, welche im Examen nicht für Prima reif befunden werden, sollen ihren Älternzurückgegebcn, aus den 39 besten Schülern aber eine Selccta gebildet und ihnen gewisseVergünstigungen zugestandcn werden.
Cadiz oder Cadix, eine der wichtigsten und reichsten Handelsstädte Spaniens und