IW Cadence Cadet de Vanx
Seite, den Absolutsten und insbesondere den Anhängern der verwitweten Königin auf derandern Seite, schwankte C-, um den sich beide Theile wegen seines Rangs und Einstusses auf denAdel eifrig bewarben, lange hin und her und schloß sich dann mehr und mehr den Absolutstenan, ohne jedoch seine passiv neutrale Stelle völlig aufzugeben. Eine kleine Zahl Pairs undnichtwenige Mitglieder der Abgeordnetenkammer, welche letztere aber damit nur einen Übergang zurRepublik beabsichtigten, dachten sogar daran, ihm die Krone aufs Haupt zu setzen, ohne daß ihndiese Aussicht zur Entwickelung einer größern Energie anzuspornen vermochte. Als später diePartei der Apostolischen und Absolutsten, nachdem Dom Pedro seinen Bruder Dom Miguelam 2.Juli 1827 zum Regenten ernannt hatte, immer kühner ihr Haupt erhob, schlug erzwar,von den Constitutionellcn gedrängt, den Cortes von 1828 die Niedersehung einer Commissionzur Untersuchung etwaiger Verfaffungsvcrletzungen vor, allein es ward kein Beschluß gefaßt,und von jetzt an trat auch er mit den Anhängern der Königin Witwe in nähere Verbindung.Im Einverständnisse mit dieser ward er von Dom Miguel, nach dessen Ankunft in Lissabon am22. Febr. 1828, an die Spitze des Ministeriums gestellt. Er warf sich nun immer mehr denApostolischen in die Arme, überließ sich gänzlich der Leitung des fanatischen Paters JozeAgostinho Maccdo und gab dem neuen Regenten, der als solcher die Constitution DomPcdro's beschworen hatte, die heuchlerische Erklärung ein, daß er nicht ordentlich auf dasEvangelium geschworen habe und darum an die Charte nicht gebunden sei. Fortan wurdenunter C.'s Mitwirkung alle Triebfedern zum Umstürze der Verfassung in Bewegung gesetzt.Zu dicsemZwcckewurdeam23.Juni eine sogenannte Versammlung der drei Stände eröffnet,bei der C. das Amt eines Connctable versah und durch welche Dom Miguel zum absolutenBeherrscher der portug. Monarchie erklärt wurde. Unter neuen Verwickelungen abermalsschwankend, verlor zwar C. unter der nun beginnenden Schreckensherrschaft seinen früher»Einfluß auf Dom Miguel, trat jedoch später wieder hervor und botim Bruderkriege(1833),in Gemeinschaft mit dem Wütherich Tellez Jordao alle Kräfte zum Widerstande gegen dieaus Algarbicn gegen Lissabon hcranrückcnden Constitutionellen auf. Allein nach der Nieder-lage von Tellez Jordao am 22. Juli 1833 mußte er Lissabon verlassen. Spater hielt er sichin Paris auf, wo er, nur von Wenigen beachtet, im Anfänge des 1.1837 starb.
Cadence, im Italienischen «uionra, nennt man eine Tonfvlge, die auf das Gehörden Eindruck eines Ruhe- oder Endpunktes, oder auch nur eines Einschnitts oder Absatzesmacht. Non dem mehr oder weniger überzeugenden Grade der den verschiedenen Arten derCa-dence inwohnendcn Schlußkraft hängt wesentlich die Gliederung des musikalischen Perioden-baus ab. Am unbedingtesten abschließend wirkt in jeder Tonart die Folge des Dreiklangs derersten Stufe (tonischer oder Hauptaccord) auf den Vierklang der fünften (Dominant oder Leit-accord). Man nennt dieselbe die vollkommene oder Hauptcadcnce, und mit ihr schließt jedesStück wie jede Periode. Alle andere Arten der Cadence (die unvollkommene oder Halbcadence)machen nur den Eindruck einer kleinern Interpunktion und tragen die Nöthigung zur Fort-setzung der Tonfolgc in sich. Folgt bei einer vollkommenen Cadence statt des erwartetenHauptaccords ein anderer, so heißt es ein Trugschluß. Cadence heißt auch eine frei und breitausgeführte Verzierung am Schluß eines Satzes oder Abschnitts, welche früher in der Regelund von ital. Gesangscomponisten zum Theil auch jetzt noch, nicht vorgeschrieben, sondernderErfindung des Vortragenden überlassen wird. Die Begleitung hält dabei entweder einenAccord (den Leitaccord) aus, oder pausirt, und fällt am Schluß mit dem Hauptaccord ein.
Cadet de Vaux (Antoine Alexis), ein berühmter franz. Chemiker und Landwirth,geb. in Paris am 13. Sept. 1743, trieb anfangs das Geschäft eines Apothekers. Nachdemer sich durch das von ihm gegründete „äournsl cko?aris" eine unabhängige Lage bereitet,lebte er im Besitze eines Landguts, bis in sein hohes Alter damit beschäftigt, durch chemischeund landwirthschaftliche Versuche die Cultur des Bodens und die Fabriken seines Vater-lands zu verbessern. Fast über alle Zweige der Gärtnerei und Landwirthschaft verbreiteteer gemeinnützige, neue oder bisher unbeachtet gebliebene Kenntnisse. Er empfahl unterAndern: das Reinigen der Wäsche durch Dämpfe, die Malerei mit Milch, dasAcclimatisircudes Kaffecbaums und des Tabacks, die Krümmung der Zweige der fruchttragenden Bäume,damit sie größere und zugleich mehr Früchte tragen, ohne sich dadurch zu erschöpfen, undmanche andere nützliche Einrichtungen. Auch ist er der Erfinder des Milchmessers oder