Cachucha Cacteen 97
statt des Kaffee gebraucht wird und weit gesünder als die Chocolade ist. Der gute Cacaomuß rein und gesiebt sein und darf keinen dumpfigen oder sonst unangenehmen Geschmackhaben. Inwendig müssen die Bohnen von violetbrauner Farbe sein; Wurmstiche in denBohnen, die übrigens durch das Alter nicht ranzig werden, schaden nicht. Der Cacao kommtentweder theils in Fässern theils in Ballen in den Handel; den meisten beziehen Spanien,Italien und Frankreich. Die Bereitung der Chocolade aus Cacao lernten die Spanier vonden Ureinwohnern Amerikas. Bei der Ankunft der Spanier in Mexico galten die Cacao-bohnen daselbst als Scheidemünze. Vgl. Gallois, „iVlonograpbis 6u cacao" (Par. 1827).
Cachucha ist ein neuerer span. Tanz, üppigen Charakters, mit Begleitung der Ca-stagnetten und der Melodie eines span. Volksliedes, gemischt aus den Tanzschritten des Bo-lero und Fandango. Die Hauptschwierigkeiten bei demselben find der mimische Ausdruckund die Bewegungen des Oberkörpers, die zum Theil durch die geschickte Anwendung derCastagnetten bedingt werden. Durch Fanny Elster, die ihn zuerst in dem Ballet „l.e Ra-dle boiteux" mit unbeschreiblicher Anmuth tanzte und alle ihre Nachahmerinnen bis jetztweit hinter sich gelassen hat, gelangte er zu europ. Berühmtheit.
(laollkt (I-ettres 6e), s. I^ettres <le ca cd et.
Cäcilie heißen mehreHeilige in der katholischen Kirche. Die berühmteste unter ihnen,die man aus Mißverstand sehr früh schon als Erfinderin der Orgel und Schutzpatronin derTonkunst verehrte, soll 22V n. Chr. den Märtyrertod erlitten haben. Ihre heidnischen Al-tern verlobten sie, wie die Legende erzählt, wider ihren Willen mit Valerian, einem heidni-schen Jüngling. Als der Bräutigam erschien, bedeutete sie ihn, sie nicht zu berühren, da einEngel ihre Unschuld bewache, und wies ihn, um sich von der Wahrheit dieser Angabe zuüberzeugen, an den Bischof Urban, durch den sowol Valerian wie dessen Bruder Tiburtiuszur christlichen Religion bekehrt wurden. Beide Brüder erlitten den Märtyrertod; C.sollte ihr ebenfalls bedrohtes Leben dadurch retten, daß sie den heidnischen Göttern opfere;allein sie blieb fest in ihrem Glauben. Als sie darauf in ein Bad mit siedendem Wassereingeschlossen wurde, fand man sie noch am andern Tage unverletzt, und der Henker, dersie hierauf enthaupten sollte, vermochte das Haupt nicht vom Körper zu trennen; erstdrei Tage später starb sie. Schon im 5. Jahrh. findet man in Rom eine ihr gewidmeteKirche. Der Papst Paschalis ließ ihre Gebeine, deren Ruhestätte sie selbst ihm im Schlafeandeutetc, 821 in der von ihm wiederhergestellten Kirche zu Nom beisetzen, wo man nochjetzt ein Denkmal derselben findet. Ihr zu Ehren wurden in der alten Kirche am 22. Nov.große musikalische Feste, die Cäcilien feste, gefeiert. Unter den Dichtern hat sie Chaucer,Dryden in seinem von Händel componirten „Alexanderfest", welchem der von Winter compo-nirte „Timotheus, oder die Macht der Töne" nachgcbildet ist, ferner Pope in einer Ode be-sungen. Rafael, Domenichino, Dolce u. A. haben sie in berühmten Gemälden dargestellt.— Eine andere Heilige dieses Namens aus Afrika ward durch Hungertod Märtyrerin unterDiocletian; ihr zu Ehren feierte die katholische Kirche den 11. Febr.
Cäcilius ist der Name eines röm.-plebejischen Geschlechts; von den verschiedenen Fa-milien, die zu ihm gehörten, ward namentlich die der Mctelli (s. Metel lus) berühmt, dieseit dem 3. Jahrh. v. Chr. eine der angesehensten in der röm. Nobilität war.
Cacteen oder No p aleen bilden eine schon durch ihr Äußeres von allen andern sichscharf unterscheidende Pflanzenfamilie, die nur in Amerika einheimisch und reich an sehrabweichenden, wo nicht abenteuerlichen Formen, in dem botanischen Gemälde jenes Welt-teils einen auffallenden Zug liefert. Seit etwa zwölf Jahren ist die Cultur dieser wunder-lichen Gewächse so Mode geworden, daß einzelne härtere, aber dennoch prachtvolle Arten,selbst in abgelegenen Dörfern Deutschlands gefunden werden. Alle haben zwar fleischige,oft sehr saftrciche Stengel und Äste, und nur bei wenigen entwickeln sich wahre Blätter, viel-mehr werden diese durch Haar- und Stachelbüschel vertreten; allein die M<mnichfaltigkeitder Gestaltung übertrifft hier die gewöhnliche Erwartung, denn wenn bei sehr vielen jenerStengel zur Kugel anschwillt (den Me locacten), oder zur vicleckigen Säule emporstrcbt(den F ackeldisteln), oder in blattförmige Gliederungen zertheilt scheint (den Opuntienoder indischen Feigen), so gibt cs endlich sogar baumartige Gebilde (Pereskien), wederConv. - Lex. Neunte Aufl. lll. 7