Cabral Cabrera 95
Tabia! oder Cabrera (Pedro Alvarcz), der Entdecker Brasiliens, war von Geburtrin Portugiese. Als Befehlshaber der zweiten im I. 1 50V vom Könige Emanuel von Por-tugal nach Ostindien ausgerüsteten Flotte von 13 Schiffen mit 1200 M. durch Sturm ver-schlagen, landete er am 23. Apr. > 500 an der Küste des bis dahin unbekannten LandesBrasilien, das er für seinen König in Besitz nahm. Als er von hier nach dem IndischenMeere steuerte, verlor er am 20. Mai 1500 durch Sturm die Hälfte seiner Schiffe undMannschaft, darunter den berühmten Seefahrer Barth. Dia; (s. d.). In Indien angclangt, schloß er hier die ersten für Portugal so wichtigen Handelsverbindungen. Mit einerreichen Ausbeute ind. Produetc lief er am 23. Juni 1501 im Tejo wieder ein.
Cabrera (Don Ramon), GrafvonMorella, unter allen Generalen, welche derSache des Prätendenten Do» Carlos gedient, nächst Zumala - Carreguy (s. d.) der ausge-zeichnetste, wurde am 31. Aug. 1810 zu Tortosa in Catalonicn geboren, wo seine wohlhabendenÄlter», aus der Classc des Mittelstandes, mit Handel sich beschäftigten. Nach dem frühenTode seines Vaters sich so ziemlich ganz überlassen, besuchte er zwar das Seminar und die Hoch-schule seiner Vaterstadt, gcricth aber, abgesehen davon, daß er nicht viel lernte, sehr bald inschlimme Gesellschaft, wurde ein leidenschaftlicher Spieler und führte ein sehr unordentlichesLeben. Durch eine Tante, welche Nonne war, erhielt er eine Anwartschaft aus oie Kaplanstcllcin der Hermita de Nucstra Senora del Camino bei Tortosa, und 1831 die niedern Weihen;doch die höhern verweigerte ihm der Bischof wegen seines fortgesetzten anstößigen Lebens-wandels. Als »ach Ferdinand's Tode die Bewegung zu Gunsten des Don Carlos mehr undmehr um sich griff, verließ auch C. im Oct. 1833 seine Klause, stellte sich an die Spitze eineskleinern Gucrillahaufcns und schloß sich dann Carnicer an, der ihn, nachdem er dessen Talenteerkannt, zum Capitain einer Elitcncompagnie seines ersten, damals organisirtcn Bataillonsernannte. Wenn schon vom Anfänge an Rachsucht und Blutgier als vorherrschende Leiden-schaften bei C. erscheinen, zum Unmenschen wurde er erst, als Mina 1836 seine alte 80jährigeblinde Mutter und seine drei Stiefschwestern, die in der größten Zurückgezogenheit in Tor-tosa lebten, gefangen nehmen und die erstcre, die ihren Sohn innigst liebte und von ihm ge-liebt ward, auf des Brigadiers Nogueras Antrag, um dadurch des Sohns Fehl zu strafen, er-schießen ließ. C. schwur seinen Feinden ewige Rache, und erhat sein Wort schrecklich gehalten.
Cr hatte Tags vorher, wo er die Nachricht von dem Tode seiner Mutter erhielt, eine AnzahlChristinische Gefangene gemacht. Sie alle mußten sinken als ein blutiges Sühnopfer seinerschuldlos durch Mina gemordeten Mutter. Und als Mina gleichfalls die gefangenen Carli-stcn erschießen ließ, war dies für C. die Losung, diesen in der Grausamkeit zu überbicten anden Gefangenen, deren immer mehre das Kriegsglück ihm in die Hände lieferte. Nachdemer eine Menge Orte in Valencia und Aragon genommen und überall sich zum Schreckengemacht, folgte er Gomez nach Andalusien. Aus Neid und Jntrigue in einer untergeord-neten Stellung gehalten, wendete er sich wieder gegen Aragon, wo sein Hanfe an der Grenzevon der Übermacht des Feindes gänzlich geschlagen und zerstreut, er selbst aber schwer ver-wundet wurde, indem eine Kugel ihm den vbern Schenkel zerschmetterte. Ohne alle ärzt-liche Hülfe und unter den größten Entbehrungen verbarg er sich eine Zeit lang vor seinenüberall auflaucrnden Feinden im Walde, bis endlich der zunehmende Schmerz ihn zwang,sich am Arme eines Freundes, verkleidet in den nahe von den Christines besetzten und befe-stigten Ort Almagon zu schleppen. Von dem dasigen Pfarrer ausgenommen und verborgengehalten, waren seine Wunden noch nicht vollständig geheilt, als er, durch seine Getreuenwieder abberufen, auf einmal, nachdem man ihn schon todt geglaubt hatte, in Aragonienwieder auftrat und schnell die Trümmer seines Corps sammelte, das er durch große Strenge «zu der gänzlich geschwundenen Disciplin zurückführte und jetzt auf IVOOO M. und 1600Pferde brachte. Pfeilschnell wendete er sich nach Valencia, wo er am 18. Febr. 1831 beiBunol und am 1!). Mär; bei Burjasot eine halbe Stunde von Valencia, den Christinesharte Niederlagen bereitete, viele Gefangene und bedeutende Beute namentlich an Waffenmachte. Bei Torre-Bianca durch die Jäger von Oporto wieder gänzlich geschlagenund schwer verwundet, sodaß er nur mit Blühe dem gewissen Tode entrissen werden konnte,mußte er sich wieder einige Zeit verborgen halten, bis die Einnahme des wichtigen PunktesVilla-Real durch die Christinos ihn, dem noch nicht einmal die Kugeln ausgeschnitten waren,