84 Byzantinisches Reich
Innere des Reichs zerrütteten. Das Ecarchcit von Ravenna ging darüber 728 verloren,und die morgcnländ. Provinzen wurden den'Naubzügen der Araber, gegen die er jedoch nocheine große Schlacht in Phrygicn gewann, prcisgegcbcn. Sein Sohn Konstantin V. (741 —775) von den Mönchen, denen er als bilderstürmender Kaiser verhaßt war, mit dem Mis-namen Kopronymos bezeichnet, ein tapferer und edler Fürst, bezwang seinen aufrührerischenSchwager ArtabasduS, entriß den Arabern einen Thcil Syriens und Armeniens und über»wand zuletzt auch die Bulgaren, gegen die er lange unglücklich gewesen war. Ihm folgte seinSohn Leo IV. (775—780), der mild herrschte und durch seine Feldherren die Grenzen gegendie Araber sicherte; diesem sein Sohn Konstantin VI., dessen herrschsüchtige Mutter Ireneals Vormünderin und Mitregentin sich 787 durch Wiedereinführung des 754 durch einConcil verdammten Bilderdienstes eine mächtige Partei machte. Er strebte umsonst, sich vonihrem und ihres Lieblings Stauratius' Einfluß zu befreien und starb bald, nachdem er aufBefehl seiner Mutter, 707, geblendet worden war. Der Plan der Kaiserin, sich mit Karldem Großen zu vermählen, erregte die Unzufriedenheit einer Partei, welche 802 den Nice-phorus auf'dcn Thron erhob. Irene starb im Kloster. Der Krieg gegen die Araber undBul-garen hatte indeß fortgedauert; den erster« ward Nicephorus zinsbar, gegen die letzter« fieler 8l I. Sein Sohn Stauratius verlor die Krone an seinen Schwager Michael I. Dieser,nachdem er von den Seinen vcrrathen, durch die Bulgaren besiegt worden war, mußte 815seinem Feldherrn Leo V. dem Armenier weichen. Leo war ein kräftiger Regent und siegreichgegen die Vulgaren; er fiel durch eine Verschwörung, die sich wegen seines Eifers gegen denBilderdienst wider ihn gebildet hatte, 820. Michael >>., der Stammler, ward aus dem Ker-ker auf den Thron gehoben,"den kr bis 820 behauptete. Er überwand den abtrünnigen Feld-Herrn Thomas, den die Araber unterstützten, aber"Kreta und Sicilicn gingen unter ihm andiese verloren. Unter der Regierung feines Sohns, des durch strenge Gerechtigkeit ausgezeich-neten Theophilns (820—842), kämpfte der Feldherr Manuel siegreich, aber doch im Gan-zen fruchtlos gegen die Araber. Theodora, des Theophilus Gemahlin, beendete als Vormün-derin Michael's NI. (842—867) den Streit über den Bilderdienst, welcher auch von denbeiden vorhergehenden Kaisern verfolgt worden war, nunmehr aber durch ein Concil zuNicäa 812 wieder eingeführt ward. Während die Pa ulici aner (f d.) grausam verfolgtwurden, verwüsteten die Araber die asiat. Provinzen.
Nachdem Theodora durch ihren grausamen und ausschweifenden Sohn ins Kloster ge-schickt worden war, führte sein Oheim Bardas für ihn die Regierung, und nach dessen Er-mordung Basilius (I.) der Macedonier. Dieser ließ Michael tödten und herrschte hierauf mitWeisheit und Kraft (867—886); gegen die Paulicianer und gegen die Araber war er sieg-reich, doch ging Syrakus 880 an die letztem verloren. SeineDynastie, die maccdonischcnKaiser, erhielt sich mit wenigen Unterbrechungen bis 1056 auf dem byzantin. Thron.Die Regierung seines gelehrten Sohns, Leo's VI. des Philosophen (886—012), war nichtglücklich; die Einfälle der Bulgaren und der Araber, welche 904 Thessalonich plünderten,vervielfältigten sich und dauerten auch unter Konstantin VII. Porphyrogenneta(9I2—059),seinem Sohne, fort, über welchen anfangs der Mitkaiser Alexander, gcst. 913, dann seine Mut-ter Zoe die Vormundschaft führte. Romanus I. Lakapenus, sein Feldherr, zwang ihn 020den Thron mit ihm und seinen Söhnen zu theilen; doch bemächtigte er sich desselben 045wieder allein und regierte mild, aber schwach. Unter seinem Sohn, dem ausschweifendenRomanuS II. (059—963), ward Kreta 060 den Arabern durch Nicephorus Phokas ent-rissen; diesen erhob nach des Kaisers Tod dessen Witwe Theophania auf den Thron, ließ ihnaber 969 ermorden, um seinem Feldherrn Johann Tzimiskcs ihre Hand zu geben, der bis 976regierte, wie sein Vorgänger siegreich gegen die Araber in Kleinasien war und mit Erfolggegen die Bulgaren sowie gegen die Russen, die zuerst unter Michael III. als Feinde desbyzantin. Reichs erschienen waren, kämpfte. Sein Nachfolger Basilius II. ( 976 — 1025 ),des Romanus Sohn, wußte sich gegen zwei rebellische Feldherren, Bardas Sklerus und Bar-das Phokas, zu behaupten, das bulgarische Reich ward durch ihn 1018 byzantin. Provinz,die es bis 1186, wo die Bulgaren sich wieder unabhängig machten, blieb. Sein Bruder Kon-. 0025—1028) glich ihm nicht. Durch dessen Tochter Zoe, gest. 1052, bestieg
4 028 Nomanus 111 . den Thron. Die ausschweifende aber staatskluge Fürstin ließ ihren