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3 (1845) Buchholz bis Czongrad
Entstehung
Seite
82
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82 Byzantinisches Reich

feldhecrn Aspar, der als Arianer selbst keim Ansprüche auf den Thron zu machen wagle<ward nach des Marcianus Tode Leo der Metzger (»lucell») genannt, ein Thrazier vonniederer Herkunft, Kaiser (-157-17-1). Er ließ den Aspar, der seinen Einfluß geltendmachen wollte, tödtcn und regierte kräftig, doch scheiterte seine Unternehmung gegen den Van-dalenkönig Gciserich im I. -167. Seinem Enkel Leo II., der wenige Monate nach ihm starb,folgte dessen Vater Zeno (47-14SI); von Basiliskus, dem Bruder der Witwe Lco's I.,Verina, schon 475 vertrieben, gelangte er durch den Beistand der Jsaurier, seiner Lands-leute, und durch Bestechung der Feldherren seines Gegners 477 wieder ans den Thron, aufwelchem er sich, obwol schwach und gehaßt, doch gegen häufige Empörungen erhielt. Die innereZerrüttung des Reichs, zu der, wie auch später häufig der Fall war, religiöse Streitigkeiten,damals die der Rechtgläubigen und derMonophysiten (s. d.), viel beitrugen, stieg unterseiner Regierung; gegen den Einbruch der Gothen schützte er sich durch Geschenke und dadurch,daß er ihren Anführer Theodorich (s. d.) 488 zum Zug nach Italien veranlaßte. SeineWitwe Ariadne erhob den Silcntiarius (eine Art Hofbeamtcn) Anastasius I. (4SI518)auf den Thron, indem sie sich mit ihm vermählte. Er bezwang durch gothischc Krieger insechsjährigem Kampfe die räuberischen Jsaurier im Taurus; an der Donau aber erschien einneuer Feind in den Bulgaren, gegen deren verwüstende Raubzüge Anastasius die Halbinsel,auf der Konstantinopel liegt, durch die Erbauung der sogenannten Langen Mauer sichernmußte. Auch mit den Persern begann nach langem Frieden der Streit von neuem, und imInnerzl des Reichs, ja der Hauptstadt, brachen die religiösen Streitigkeiten in blutige Kämpfeaus. Nach des AnastMiZTode ward von den Soldaten der Befehlshaber der LeibwächeJustinus I., ein Thrazier und danrats sch»uKLJahre alt, als Kaiser ausgerufen. Er behaup-tete sich (518527) namentlich durch die Gunst der Geistlichen, die er sich durch strengeVerfolgung der Ketzer erwarb, und unter ihm ward die zerrüttete Verwaltung des Staatsdurch den Quästor Proclus von neuem geordnet.

Sein Neffe Justinian ns (s. d.), den er schon bei seinen Lebzeiten zum Mitrcgcutc»ernannt hatte, folgte ihm (527 565). Seine Gesetzgebung und die Siege seiner Feldherren.Belisar (s. d.) und Narses (s. d) habe» ihn berühmt gemacht; doch zeigte der schnelleVerfall des Reichs nach seinem Tode, daß er diesem innere Kraft nicht zu verleihen vermochthatte, und in der Hauptstadt gelangten die nach den Farben der Kleider benannten Parteiender Rennbahn, in welche die Einwohnerschaft zerfiel, unter ihm zuerst zu der Bedeutung, diesie, obwol Belisar sie bei dem Aufstande gegen Justinian, der von dem Losungsworte derEmpörer Nika genannt wird, im I. 532 furchtbar züchtigte, doch lange nach ihm noch, bisin das 7. Jahrh. zum Verderben der inncrn Ruhe, behielten, welche durch ihre Streitig-keiten, in denen die Blaue» gewöhnlich mit den Weißen, die Grünen mit den Rothen sichverbanden, oft gewaltsam unterbrochen ward. Justinian's Nachfolger Justinus II. (565578), ein schwacher, von seiner Gemahlin Sophia geleiteter Fürst, ließ sich durch die Lango-barden 568 einen ThcilItaliens cntrtzßen; mit den Persern führte er 570 wegen Armenienseinen sehr unglücklichen Krieg, und die Avarcn plünderten die an der Donau gelegenen Pro-vinzen. Justinus verfiel aus Kummer in Wahnsinn, Tibcriüs, ein Anführer der Wache,ward zum Mitregenten erklärt und kämpfte mit dem Feldhcrrn Justinian glücklich gegen diePerser, gegen welche sich damals die Griechen mit den Türken verbanden, die jenseit desKaspischen Meers wohnten und von denen eine Gesandtschaft nach Konstantinopcl gekom-men war. Nach Justinus'Tode suchten Sophia und Justinian den Liberias II. (578582)vergeblich zu stürzen; er regierte mit Weisheit und Milde, erkaufte von den Avarcn den Frie-den und erzwang ihn von den Persern durch seinen Feldherrn Mauritius, den er dafür zumThronfolger ernannte. Mauritius (582602) setzte den pcrs. König Kosroes II., den seineUnterthanen vertrieben hatten, 5S1 wieder ein und verschaffte dadurch den östlichen GrenzenRuhe; dagegen ward der Krieg gegen die Avarcn unglücklich geführt. Das Heer misvergnügtund bald durch unzcitige Strenge und Sparsamkeit, bald durch furchtsame Nachgiebigkeitaufgererzt, rief endlich seinen Anführer Phokas zum Kaiser (6026 l 0 ) aus. Mauritiusward aus der Flucht aus der Hauptstadt, wo die Partei der Grünen ihm feindselig war, ciu-geholt und mit seinen Söhnen grausam gemordet. Des Phokas Laster und Untüchtigkeitführten im Innern die größte Zerrüttung herbei, Heraklius, der Sohn des Statthalters in