Byng Byron (John) 75
(Bas. 1632, Fol.) heraus. — Auch sein Sohn, Ioh. Jak. B., geb. am 4. Sept. 1645,gest. am 4. Apr. 1704, und sein Neffe, Jo h. B-, geb. am 8. Jan. I66Z, gcst. am 19.Juni1732 waren gleich ihm und seinem Vater Professoren der hebr. Sprache in Basel undschriftstellerisch in gleicher Richtung thätig.
Byng (George), Viscount Torring ton, Admiral von Großbritannien, geb. 1663,trat in seinem > 5. Jahre in die Dienste der brit. Marine, in der er sich zu den höchsten Ehren-flellen emporschwang. Seit 1703 Contreadmirah leistete er im span. Erbfolgekriege denVerbündeten wichtige Dienste, namentlich bei der Eroberung Gibraltars, und wurde 1706Viceadmiral und 1708 Admiral der Blauen Flagge. Er vereitelte 1717 durch seine Thätig-keit den Angriff Karl's XII. auf England und 1718—20die Unternehmungendes CardinalSAlberoni gegen Sicilien und Neapel. Nachdem er schon vorher Baronet und Lord der Ad-miralität geworden, ward er 1721 Pair und Chef der Admiralität. Zu den Verdiensten, dieer sich um die brit. Seemacht erwarb, gehört auch, daß durch seine Bemühungen der Matroscn-stand Aufmunterung, und die Witwen der im Kriege gebliebenen Seeoffiziere Unterstützungerhielten. B. starb zu London am 28. Jan. 1730. — Sein Sohn, John D., geb. 1705,trat ebenfalls früh in Seedienste und schwang sich schnell zum Admiral von der Weißen Flaggeempor. Er wurde 1756 mit einer Flotte von 13 Linienschiffen und 5 Fregatten abgeschickt,die Insel Minorca, auf welcher die Franzosen mit bedeutender Macht gelandet waren unddas Fort St.- Philipp belagerten, zu befreien oder doch zu unterstützen. Da er sich hier auseinem Treffen mit der um ein Linienschiff schwächern franz. Flotte unter dem Marquis dela Galiffoniere zurückzog und den ihm gegebenen Auftrag unvollzogen ließ, so wurde er nachseiner Rückkehr wegen dieses der engl. Flagge zugefügten Schimpfs vor ein Kriegsgerichtgestellt, zum Tode verurtheilt und am 14. März 1757 erschossen. Er starb als ein Opferder schlechten Maßregeln des Ministeriums; denn erwiesen ist cs, daß B. auch bei größererKraft und Thätigkeit, als er wirklich darlegte, Minorca nicht habe retten können.
Byrgius (Justus), eigentlich Jobst Bürg i, der Verfertiger von Himmelsglobenund mehren astronomischen Instrumenten, geb. am 28. Febr. 1552 zu Lichtensteig imschweiz. Canton Sanct-Gallen, kam 1579 in die Dienste des gelehrten Landgrafen von Hessen,Wilhelm's IV. Sein erstes größeres Werk war ein Himmelsglobus mit Silberblcch über-zogen, auf welchem er die Sterne nach seinen eigenen Beobachtungen eintrug. Der Land-graf schickte diesen Globus dem Kaiser Rudolf II., der ihn so schön fand, daß er 1604 B. alsMechaniker in seine eigenen Dienste nahm. Im I. 1622 von Wien nach Kassel zurückgc-kehrt, starb er daselbst ohne Anstellung 1633. Viele der B. zugeschriebenen Erfindungensind ihm nachmals streitig gemacht worden, so die Erfindung der Logarithmen und des Pro-portionalcirkels; unbestritten aber bleibt er der Erfinder des Triangularinstruments. SeinenBericht darüber nebst Abbildungen gab sein Schwager Benj. Barmer 1648 heraus.
Byron (John), engl. Commodore, geb. am 8. Nov. 17 23 auf dem Familiensitze New-stead-Abbey in der Grafschaft Nottingham, aus einer adeligen Familie, die bis in die ZeitenWilhelm des Eroberers hinaufreichte, der zweite Sohn des Lords William B., schifftesich, 17 Jahre alt, mit dem Lord Anson zur Reise um die Welt ein. Doch das Schiff, aufwelchem er sich befand, litt im Mai 1741 an der westlichen Küste von Patagonien Schiff-bruch. Mit 145 M. rettete er sich in, einem Boote. Nachdem die Mannschaft fast zur Hälftedem Hunger erlegen, die übrigen gegen seine Befehle eine andere Richtung eingeschlagen,wurde er mit noch Dreien, nach jahrelangem Hin- und Herrudern, fast zum Skelett ausge-hungert, durch indische Canots nach der Insel Chiloe gebrachtund 1745 als KriegsgefangenerLusgewechselt. Die von ihm erduldeten schaucrvollen, fast unglaublichen Drangsale schil-derte er in der „lXsrrstive nklolin 8. etc." (Lond. 1748 und öfter; deutsch, Nürnb. 1749).'In dem Kriege gegen Frankreich gab er sodann als Commodore einer kleinen Flotille soviele Beweise seiner Geschicklichkeit und seines Muths, daß Georg III. ihn zum Befehls-haber der beiden Fregatten ernannte, die 1764 zu einer Entdeckungsreise in die Südsee aus-gerüstet wurden. Er vollendete seine Weltumseglung im Mai 1766, wo er über Batavianach England zurückkam. Obgleich die Reise nicht fruchtbar an Ergebnissen war, und nureinige Inseln, z. B. die Disappointment- und König-Georg-Jnscln, entdeckt wurden, soverdient sie doch einen ehrenvollen Platz in der Geschichte der Reisen um die Welt, da B. der