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3 (1845) Buchholz bis Czongrad
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74 Buxhöwden Buxtorf

holt deshalb hatte Vorwürfe vernehmen müssen, daß er französisch schreibe, fing er an, seineSchriften russisch abzufasten, so dieGeschichte der Feldzüge der Russen im 18. Jahrh."(4 Bde., Petersb. 182 0 , mit vielen Karten und Plänen) und dann dieGeschichte der trauri-gen Zeit in Rußland im Anfänge des 17. Jahrhunderts" (2 Bde., Petersb. l 839), worin ermit vieler Umsicht die einzelnen Momente entwickelt, welche den gegenwärtigen Zustand desnieder» Volks in Rußland herbeiführten.

Buxhöwden (Friedr.Wilh.,Grafvon), russ. General, geb. aus einer liefländ. Familiezu Magnusdal, welches sein Vater als Kronpachter besaß, auf der Insel Moen bei Osel am14. Sept. 1750, wurde im Cadettenhause zu Petersburg erzogen und machte bereits 1769den Feldzug gegen die Türken mit. In den I. 1774 und 1775 begleitete er den FürstenOrlow auf einer Reise durch Italien und Deutschland. Jndeß erst durchseine Verheirathungmit einer vornehmen Russin, im I. 17 7 7, fand er Beförderung. Als General focht er 17 89gegen die Schweden; er schlug 1790 die schweb. Generale Hamilton und Meycrfcld undentsetzte Friedrichsham und Wiborg, wofür ihn die Kaiserin Katharina mit dem KrongutcMagnusdal belohnte. Im Kriege gegen Polen in den 1.1792 und 1794 befehligte er eineDivision. Beim Sturme auf Praga suchte er vergebens der Wuth der Krieger Einhalt zuthun. Nachdem ihm der Feldmarschall Suworow das Commando in Warschau und dieVerwaltung des eroberten Polens übergeben, erwarb er sich auf diesem Posten durch seineMäßigung und Uneigennühigkeit selbst die Achtung der Polen. Hierauf wurde er Militair-gouverneur in Petersburg; siel aber sehr bald in Ungnade, weswegen er sich nach Deutsch-land zurückzog. Nach Paul's Lode rief ih n Kaiser Alexander zurück, um die ungleich ver-theilten Ortsabgaben zweckmäßig zu reguMn p- B. glich Alles zur allgemeinen Zufriedenheitaus, und der Kaiser bestätigte die Umänderung. Als Generalgouverneur erhielt ec sodanndas Jnspectorat der Truppen in Liefländ, Esthland und Kurland. In der Schlacht bei Au-sterlitz befehligte er den linken Flügel, mit dem er vergebens vordrang, da das Centrum undder rechte Flügel zu weichen genöthigt waren. Beim Feldzuge von 1806 war er Obecfeld-herr, mußte aber nach der Schlacht bei Pultusk das Commando an Benningsen abtrekenund erhielt es erst nach den Schlachten von Eylau und Fricdland wieder. Mit 18000 Russendrang er 1808 beim Ansbruch des Kriegs mit Schweden in Finnland ein, eroberte dasLand binnen zehn Monaten, brachte Sweaborg zur Kapitulation und schloß diesen Feldzugam Torneästrom in Lappland, der im Frieden Rußlands Grenze wurde. Seine geschwächteGesundheit nöthigte ihn 1809 das Commando niederzulegen. Er starb am 23. Aug. 1811auf seinem Schlosse Lohde in Esthland.

Buxtehude, eine Stadt in der hannöv. Landdrostei Stade an der schiffbaren Este, hat2200 E-, welche Fabriken in Taback, Wolle, Leder und Seift und eineZuckcrraffinerie unter-halten, auch mit Wachsbleichen, Kalkbrennen, Bierbrauerei und Meerrettigbau sich beschäf-tigen und durch Spedition und Handel im lebhaften Verkehr mit Hamburg stehen. B. ge-hörte früher zum Hanftbunde und war die zweite Stadt des HcrzogthumsBremen, mit demes stets gleiche politische Schicksale theilte.

Buxtorf (Joh.), ein berühmter Orientalist, geb. am 25. Dec. 1564 zu Kamen inWestfalen, studirte zu Marburg und Herborn und dann zu Basel und Genf. Nachdem erDeutschland und die Schweiz bereist, ließ er sich in Basel nieder, wo er 1591 Professor derhebr. Sprache wurde und am 13. Sept. 1629 an der Pest starb. Seine Arbeiten stütztensich besonders auf die Schriften der Rabbinen, die er gründlich kannte, wie dieLiblia Irebr.rabinica" (4 Bde., Bas. 161819, 4) undLiberias oe» commentsrius massnretliicuz"(Bas. 1620, 4.) beweisen. Unter seinen geschätzten grammatischen und lexikographischenWerken ist vorzüglich dasI-exicon llebr. et cballl." (Bas. 1607) zu erwähnen. SeinSohn, Joh. B-, geb. am 13. Aug. 1599 zu Basel, zeigte früh schon die entschiedenste Nei-gung für den Zweig der Literatur, in welchem sein Vater sich auszeichnete. Er besuchte Holland,Frankreich und Deutschland, wo die hebr. Literatur am meisten in Aufnahme war, und folgte1630 seinem Vater auf dem Lehrstuhl der hebr. Sprache zu Basel, wo er am 16. Aug. 1664starb. Nächst demI^exicon cballi. et 8>r." (Bas. 1622, 4.) und des Maimonidesdlorenevoctiim" (Bas. 1629, 4.) gab er aus dem Nachlasse seines Vaters dasI.exicon clialll.tslinael. et rabdimcum" (Bas. 1639, Fol.) und dieOoncoräaiitiae bibliorum llebr."