Buttmann Buturlin 73
Mai- und Stoppelbutter. Die beste frische und eingesalzene Butter kommt aus Holland undHolstein, die meiste Schmelzbutter aus Frankreich, besonders der Normandie, und aus Ruß-land. Die Butter soll, wiePlinius angibt, eine Erfindung der Deutschen sein. Griechen undRömer bedienten sich ihrer nicht zur Bereitung der Speisen, sondern nur als Salbe bei ihrenBädern. — Butter nennt man auch mehre Stoffe aus Pflanzen, welche von buttcrartigerBeschaffenheit sind, so C a c a o b u tl e r das aus den Cacaobohnen gepreßte oder ausgekochteÖl, welches wohlschmeckend ist, angenehm riecht, selten innerlich, sondern gewöhnlich nurals Salbe gebraucht wird; Cocosbutter den dem Geschmacke nach süßlichen, von Ge-ruch veilchenartigen Saft der Cocospalme, aus welchem die sogenannte Palmseife bereitetwird; Butter von B am buck, die man aus den Fruchtkörnern des Butterbaums aus-kocht u. s. w.
Buttmann (Philipp Karl), einer der vorzüglichsten Philologen der neuesten Zeit,geb. zu Frankfurt am Main am 7. Dec. 1764, erhielt seine erste Bildung auf dem Gymna-sium seiner Vaterstadt und studirte seit l 782 zu Göttingen Philologie. Im I. 1789 kamer nach Berlin als Gehülfe bei der neuen Anordnung der königlichen Bibliothek, bei welcherer 1796 als Secretair angestellt wurde, und erhielt im I. 1800 zugleich eine Professur amJoachimsthalschen Gymnasium, die er aber 1 808 niederlegte, um sich ausschließlich der Bi-bliothek zu widmen, bei welcher er 1811 Bibliothekar wurde. Von 1803 an besorgte er fastneun Jahre lang die Redaction der Haude- und Spener'schen politischen Zeitung. Seit1821 trafen ihn wiederholte apoplektische Zufälle und er kränkelte bis zu seinem Tode am21. Juni 1829. Mit umfassender Belesenheit verband B. den Scharfsinn, die Deutlichkeitund gediegene Kürze des Vortrags, die dem Sprachgelehrten eigen sein müssen, der in wei-tem Kreise Lehrer werden will. Seine grammatischen Schriften, die „Griech. Grammatik"(Berl. 1792; 16. Aufl., von seinem Sohne Alexander B., 1811) und der Auszug daraus,die „Griech. Schulgrammatik" (Berl. 1816; 10 . Aufl., 1837) verdanken den ungekheiltenBeifall, welchen sie fanden, dem Vorzüge, daß in ihnen die Elemente der Sprache, wie sicheraufbewahrte Data, auf historischem Wcge gesammelt, und in den so gewonnenen Schatzdurch philosophische Beleuchtung Ordnung und Einheit gebracht ist. Was die Schrankeneines Schulbuchs nicht aufzunchmen »erstatteten, hatte B. in zwei andern Werken nieder-zulegen begonnen, die als Erläuterungsschriften anzusehen sind, in dem „Lexilogus, oderBeiträge zur griech. Worterklärung, hauptsächlich für Homer und Hesiod" (Bd. I, Berl.1818; 3. Aufl., 1837, Bd. 2, 1825) und in der „Ausführlichen griech. Sprachlehre"(Bd. 1, Berl. 1819, 2. Aufl., 1830; Bd. 2, 1825—27, 2. Aufl., von Lobeck, 1838-39).Dieselbe Gründlichkeit und Deutlichkeit finden wir in seiner Bearbeitung von Platon's„Dialog! gnstuor" (1. Aufl., Berl. 1822), Demosthenes, „Oratio in lVlicliam" (Berl.1823) und Aratus, „Dliasnoinena et (lioaeinea" (Berl. 1826). Außerdem vollendete erdie durch Spalding's Tod unterbrochene Ausgabe des Quinctilian (Lpz. 1816 ); ex gab ei-nen vermehrten und mannichfaltig verbesserten Abdruck der von Mai aufgcfundenen Scho-lien zu Homer's „Odyssee" (Berl. 1821) heraus und lieferte mehre der gediegensten Auf-sätze in Wolfs „Museum der Alterthumskunde" und in dessen „Ulnseuin antiguitatis".Die kleinern Schriften, die größtenteils seine Theilnahme an der Akademie der Wissen-schaften hervorries, stellte er selbst noch kurz vor seinem Tode in dem „Mythologus, odergesammelte Abhandlungen über die Sagen des Alterthums" (2 Bde., Berl. 1828—29)zusammen.
Buturlin (Dmitri Petröwicz), Senator, ehedem Flügeladjutant desKaisers Alexander,der beste Kriegsschriftsteller in Rußland, geb. 1790 in Petersburg, nahm bereits 1808 Mili-tairdienste. Er machte 1809 bei den Husaren den ersten Feldzug gegen Ostreich mit, wo er sichauszeichnete, wurde hierauf 1810 zur berittenen Garde versetzt und kam 1812 in den Ge-neralstab. Hier diente er zuerst unter dem Fürsten Bagration, dann beim General Wasilczikow,dem er bei der Avantgarde treffliche Dienste leistete. Seine meisten Werke schrieb er in franz.Sprache, so die „Relation 6e la Campagne en Italie 1799" (Petersb. 1810), „Tableau clela campagne ,1s 1813 en ^Ilemagne" (Par. 1815; 3. Aufl., 1820), das anonym erschienund lange Zeit einem ganz andern Verfasser zugeschrieben wurde, und „krecis Oes eveoemeutsmilitaires 6e la üerniere guerre en Rspagne" (Petersb. 1817). Erst nachdem er wieder-