Bußtage Butc (John Stuart, Carl of) 7t
Buhlerinnen, durch Sorgfalt für schutzlose Fremde und Nothleidende abhilft. Unter denBüßern behaupten den ersten Rang die vom heil. Philipp von Neri 15-18 zu Rom gestifteteBrüderschaft der heil. Dreieinigkeit zur Aufnahme der Pilger und Genesenen aus den Hos-pitälern; die 16-15 zu Paris gestifteten Brüderschaften der Schuster und Schneider zurreligiösen Belehrung unwissender Lehrlinge und Gesellen dieser Handwerke; die 1678 eben-daselbst vom Minimen Barre gegründeten Brüder und Schwestern der christlichen Schulendes Jesuskindes, welche Freischulen für arme Kinder unterhalten und um die vernachlässigteJugend In Frankreich große Verdienste haben. Diese letztere Brüderschaft, die nach Art dergeistlichen Orden lebt und von einigen Obern regiert wird, erhielt sich sogar während derRevolution, wo die meisten übrigen in Frankreich ihren Untergang fanden, und wurde inneuern Zeiten vielfach aufgemuntert und unterstützt, um ferner wohlthätig zu wirken. Dienach der Rückkehr der Bourbons von Missionsbrüdern-in Frankreich gestifteten Brüder-schaften, z. B. die 1815 gestiftete des heil. Jesusherzcns zu Tours, die schon 1645 gestiftete,1822 zu Paris erneuerte des heil. Kreuzes, die der Weißen Büßer zu Toulouse im J. 1822 wur-den gleich anfangs als Factionen unter erborgten Namen erkannt.
Bußtage, früher gewöhnlich Buß-, Bet- und Fasttage genannt, heißen die inmanchen Ländern von der höchsten kirchlichen Behörde besonders ungeordneten außerordent-lichen Festtage, welche vorzugsweise den Menschen veranlassen sollen, über sich und sein Ver-hältnis zu Gott nachzudenken und Buße zu thun. Besondere Bettage gab es schon bei denRömern, wenn große Unglücksfälle oder andere Übel den Staat bedrohten oder trafen, zurSühnung der zürnenden Gottheit. Auch die Lange Nacht bei den Juden war ein solcherBußtag. Zur Abwendung der Heuschrcckenzügc, welche im 5. Jahrh. in Frankreich das Ge-treide verwüsteten, wurden von Mamercus, Bischof zu Vienne, außerordentliche Bettage ge-halten und ähnliche Andachten führte im 6. Jahrh. Gregor der Große in Rom ein. Nach-dem in Sachsen schon 1547 während der Belagerung von Leipzig einige Bußtage angeord-net worden waren, deren Feier aber in den folgenden Jahren nicht erneuert ward, wurde seit1633 jährlich ein und 1710 drei, seit 1830 aber nur zwei Bußtage regelmäßig gefeiert.Überdies wurden in den Zeiten allgemeiner Noth auch noch außerordentliche Bußtage ange-ordnet. Im preuß. Staate wird gegenwärtig jährlich nur ein Bußtag gefeiert. Die Texte,über welche an den Bußtagen gepredigt wird und die gewöhnlich von der höchsten kirchlichenBehörde vorgeschrieben werden, heißen die Bußtexte.
Bllte, die zu Südschottland gehörige Stewartry oder Vogtei von 10'/r lüM. mit18000 E-, welche sich mitLandwirthschaft, Fischfang und Handelbeschäftigen, besteht aus fünfInseln Arran, Butc, Jnchmarnack, Little- und Lessercambray. Arran, die größte darunter,mit 7000 E., welche Bergschotten sind, und einem sehr guten Hafen bei dem HauptorteLamlash, enthält viele merkwürdige Höhlen und Heldengräber der Vorzeit und soll der Sagenach langeZeit Ossian's Aufenthaltsort gewesen und dieser auch daselbst gestorben sein. Aufder Insel Bute, mit 6000 E., finden sich die Trümmer eines alten Druidentempels. Vondem Hauptort der Insel, Nothsay, mit einem guten Hafen, führt der Prinz von Wales denTitel Herzog von Nothsay.
Bute (John Stuart, Carlos), brit. Staatsmann, geb. 1713 in Schottland auseinem den alten Königen des Landes verwandten Geschlecht«, hatte sich noch sehr wenig mitPolitik beschäftigt, als er 1737 ins Parlament gewählt wurde, wo er unablässig und oftmit wenigem Grunde die Maßregeln der Minister bestritt. Im I. 1741 bei der Berufungeines neuen Parlaments nicht wieder gewählt, lebte er nun eingezogen auf seinen Gütern,bis 1745 die Landung des Prätendenten Karl Eduard Stuart ihn bewog, nach London zugehen und der Negierung seine Dienste anzubicten. Durch eine Darstellung auf einem Pri-vatthcater oder nach Andern bei einer Whistpartie gewann er die Zuneigung des PrinzenFriedrich von Wales, dem er sich bald unentbehrlich zu machen wußte. Nach dem Tode des-selben, im I. 1751, ließ ihn die verwitwete Prinzessin bei ihrem Sohne als Kammerhcrrnanstcllen und durch die Gunst der Mutter gegen seine Widersacher geschützt, leitete er fastallein die Erziehung der Prinzen. Als nach Gcvrg's 11. Tode, imJ. 1760, sein EnkelGeorg 111. den Thron bestieg, ward er zum Mitglied des Geheimen Raths ernannt und 1761Staatssecretair. Als hierauf Pitt seine Entlassung nahm, stand B- nun mit dem nnbe-