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3 (1845) Buchholz bis Czongrad
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Bursa Burschenschaft

und Schärft seines Verstandes kam er nie zu einer klaren Erkenntnis seiner selbst. Die Be-suche neugieriger Reisenden raubten ihm seine Zeit, nährten seinen Ehrgeiz und kamen sei-nem Hange zu geselligen Zerstreuungen mit neuen Versuchungen entgegen. Der Einheit inseinen Entschließungen, der Stetigkeit in seinem Streben ermangelnd, wollte er auch einWeltbürger sein. Er begrüßte mit lautem Jubel die ersten Volksbewegungen in Frankreichals die Morgenröthe einer goldenen Zukunft. Dafür schalt man ihn einen Jakobiner, undein Zwiespalt mit einem Vorgesetzten zog ihm eine empfindliche Kränkung zu. Im Innernseines Gemüths verletzt, zog er sich zurück; sein Leben hatte alle Haltung verloren und denAusbrüchen einer aufgercizten Fröhlichkeit folgte nun tieft Schwermuth. Die Verleum-dung aber konnte ihn um so leichter erreichen, je mehr sein Nus durch seine Lebensweise litt.Die Vornehmen mieden ihn auf eine dcmüthigendc Weise; für ihn um so schmerzlicher, daer trotz seiner Unbesonnenheiten das stolze Bewußtsein hatte, daß die Welt ungerecht gegenihn war. So versank er immer tiefer in seine unglücklichen Gewohnheiten, die Regungenseines Unmuths zu betäuben; nur in seinen Gesängen war sein kräftiger Geist noch regsam.Er verfiel in Folge dieser Einwirkungen in eine Krankheit, welcher er am 21. Juli 1796 er-lag. Zum Besten seiner Witwe und seiner Kinder gab sein Freund Currie in Liverpool eineSammlung seiner Werke (4 Bde., Lond. 1866) heraus, in welcher jedoch mehre seiner vor-züglichsten Dichtungen fehlen, die sich zum Theil in den von Cromell herausgegebenenRa -liljue» ofRobert ö." (Lond. 1868) finden. Seitdem erschienen mehre Sammlungen, na-mentlich auch von A. Wagner (Lpz. 1835); deutsche gelungene Übersetzungen, nachdemschon mehreLiedtt einzeln, z.B.HonHebel, übertragen worden, lieferten PH. Kausftnann(Stuttg. 1846) und Heintze (Braunschw^ Bei wenigen Dichtern hat das äußere

Leben so entscheidenden Einfluß auf das innere gehabt als bei B- Fast alle Gedichte sindnur Ergießungen des Augenblicks. Die hinreißende Kraft seiner Dichtungen liegt in derAufrichtigkeit der Gefühle, die er ausspricht, in der Wahrheit, die sie athmen, in der Frische,die ihren Ursprung aus dem Quell des Lebens verräth. Ein klares, männliches, inniges Ge-fühl spricht aus allen Dichtungen, vorzüglich aber aus seinen Liedern, die eines der erstenLebenszeichen des echten poetischen Geistes waren, derMterden Briten nach langem Schlum-mer sich regte.Sie sind nicht gemacht, in Musik gesetzt zu werden", sagt ein geistreicherBrite,sie sind Musik." B. hat einen bedeutenden Einfluß auf die brit. Poesie gehabt, die erauf den alten heimatlichen Gesang zurückwies. Auch die schot. Literatur ist durch ihn nationalergeworden, da er das Beispiel gab, echt volksthümliche Gegenstände zu behandeln. Unter denvielen Biographien ist Lockhardt's'Lire lila ok Rob. R." (Edinb. 1828) die vorzüglichste.

Bursa, s. Brusa.

Burse, Lursales oder Rursarii nannten sich im Mittelalter die Studirenden nach dengemeinschaftlichen Gebäuden, Lursae, in welchen sic wohnten. Nachherist der Name Burschedaraus entstanden, den sich zuletzt dieBurschenschaft (s. d.) ausschließend ancignete.

Burschenschaft. Der erste burfchenschaftliche Verein wurde 1815 zu Jena zumTheil von solchen Studirenden gegründet, die in dem deutschen Befreiungskriege mitge-fochten hatten. Ähnliche Verbindungen wurden in den I. >816 und 1817 in Tübingen,Heidelberg, Halle und Gießen gestiftet. Es war der ursprüngliche Zweck dieser Vereine, demseit Jahrhunderten eingewurzelten, in sinnlosen Raufereien und tollen Gelagen sich äußerndenwüsten akademischen Treiben zu steuern und an die Stelle der Landsmannschaften, worin dirunheilvolle Zersplitterung de§ Vaterlandes zugleich sich abspicgelte und stets neue Nahrungerhielt, ein Symbol der allgemeinen deutschen Einigung zu setzen und durch gemeinsamesZusammenhalten auch nach beendeter Studienzeit solchen vaterländischen Sinn zu pflegenund zu beleben. Mehre Landsmannschaften traten zu den Burschenschaften über, die sichdurch ihr chrenwerthcs Bestreben den Beifall und die Achtung vieler akademischen Lehrer er-warben. In einer Zeit, die gar bald sichtbar werden ließ, daß die in den Befreiungskriegengeweckten Erwartungen der deutschen Nation unerfüllt bleiben sollten, konnte es nicht fehlen,daß die in weitern Kreisen herrschende Misstimmung auch bei der akademischen Jugend zumVorschein kam. Dies zeigte sich schon bei dem von der Burschenschaft zu Jena ausgeschrie-benen Wartburgsfeste am 18. Oct. 1817, zu dessen Feier Studirende fast aller deutschenUniversitäten sich einfandcn. Hier ward eine allgemeine deutsche Burschenschaft